5. Was hat Weihnachten mit Weihnachten zu tun?

Bald steht es wieder an: DAS Mega-Event des Jahres. Jener Tag, welcher den größten Umsatz bei den gierigen Promotoren, Geschäftsleuten und Märkten verursacht. Sie lechzen unseren käuflichen Seelen entgegen, um sie zu verspeisen, indem sie uns Angebote unterjubeln und Weihnachten zu einem „Fest der Triebe“, anstatt der Liebe machen (Ich bin gerade schockiert, welch Poesie ich in einem Blog-Eintrag zu Tage lege. Sorry!)

Man hat mir gesagt, dass es das Christkind nicht gibt. Das war erst vor kurzem. Seitdem macht für mich Weihnachten, wie es heute ist, nur noch weniger Sinn: Es ist teuer, die Menschen werden noch gieriger, gereizter und gehässiger. Was soll das also? Ich würde mich am Heiligen Abend gerne unter die Leute mischen, um sie zu fragen, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. Doch ich traue mich nicht, weil ich sehr sensibel und traditionell veranlagt bin. Die Antworten würden mich wahrscheinlich dazu veranlassen, mich aus Enttäuschung über das Verkommen unserer Gesellschaft, mit einem Liter Punsch zu betrinken.

Wo wir schon beim nächsten Thema wären: Ich finde Weihnachtsmärkte toll. Dort ist für mich noch am ehesten „Heiliger Abend“. Man geht dort mit Leuten hin, die man mag. Hat dort eine gute Zeit. Isst und trinkt in Maßen, weil man mehr als ein paar Glühwein eh nicht trinken kann und mehr als ein paar Sackerl Maroni (oder Langos, oder Crêpes – Speise kannst du hier individuell nach Belieben einsetzen) nicht essen kann. Oder es sich als armer, armer, armer Student nicht leisten kann. Man steht nicht unter Stress, muss nichts Schmücken. Nicht Mal das Gesicht oder den Körper, weil man sowieso einfriert und einfach rot und scheußlich aussieht. Jeder!

Aber umso mehr es Richtung Weihnachten geht, desto gestresster werden wir. Was will da Korl? Wird sich die Mitzi über mein Geschenk freuen? Soll ich den Christbaum nach den Feiertagen anzünden, aus dem Fenster schmeißen, oder ihn einfach bis nächstes Jahr stehen lassen? Wird Onkel Hans diesen Christtag wieder als erstes die guten Beilagen wegfressen? Warum spielt es schon zum fünften Mal „last christmas“? Heute, auf Ö3?!
Das ist nur ein kleiner Auszug aus möglichen Stressfaktoren rund um und zu Weihnachten.

Als ich noch ein Kind war, war Weihnachten toll. Es hatte Tradition. Die Geschenke waren überschaubar. Der Winter kalt und mit Schnee. Die Wünsche nicht wahnwitzig. Und wenn, wurden sie zum Glück nicht erfüllt! Meine Familie nahm sich Zeit, um gemeinsam zu feiern. Um Weihnachtslieder zu singen. Um zusammen zu sein. Die Weihnachtslieder hatten Bedeutung. Zusammenhalt auch.

Wenn ich mir etwas zu Weihnachten wünschen könnte, dann würde ich es tun. Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder Zeit haben, für die Leute, die sie lieben. Dass Neid und Eifersucht keine Beweggründe sind. Dass auf dem Brief ans Christkind kein Wunsch mehr steht, weil man begreift, was wirklich zählt. Und dass man Dinge wie: Zeit, Freundschaft, Gesundheit, Stille und Zufriedenheit nicht kaufen kann.

In diesem Sinne: Eine besinnliche Weihnachtszeit euch allen!
Wer noch nicht weiß, was er mir schenken soll: Ich habe kein Auto mehr. Und wenn, dann bitte eines mit integriertem DVD-Player. 😉

Eure Nicole

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©Nicole Inez

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Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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