6. Wo wachsen die Wunschbäume?

Habt ihr schon von der neuesten Erfindung gehört? Nein? Echt nicht?! Dann: Hört, hört. Oder besser gesagt: Lest, lest! Es ist…..: Der Wunschbaum. Man verschenkt ab heuer keine Glücksbringer mehr zu Silvester, sondern Wunschbäume. Und wenn man sie regelmäßig gießt, erfüllen sie einem jeden Wunsch. Man braucht nichts tun für seinen Erfolg und kann ganz einfach nach dem Motto „Ich hätte gerne, will aber nichts tun, bin aber gerne eifersüchtig auf die, die alle Mühen in Kauf nehmen um ihren Traum zu leben“, weiterleben. Wundertoll, oder?

Die schlechte Nachricht an der guten Nachricht: Leider weiß niemand wo und wieso dieser Baum wachsen sollte. Wahrscheinlich, weil es nicht stimmt. Ziemlich sich sogar. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden enttäuscht, wenn doch: Es tut mir leid, ich bin nicht das Christkind, oder der Osterhase, oder Mutter. Also darf ich das.

Eigentlich sollte man es ja umgekehrt zelebrieren: Zu Weihnachten macht man sich Vorsätze und für das Neue Jahr wünscht man sich etwas. Nämlich vom Wunschbaum. Und hofft, das jemand kommt und einem diese Wünsche erfüllt. Weil es ja diesen ominösen Baum nicht gibt (Falls doch, bitte gebt mir Bescheid). Damit ich von Neid und Eifersucht zerfressen sein kann, weil ich ihn nicht habe und wirklich was tun muss.

So, jetzt genug der illusorischen Vorstellungen. Kommen wir in die Realität (auweh, das schmerzt). Was sind eure Vorsätze für das Neue Jahr? Womit wollt ihr anfangen? Womit aufhören? Was solltet ihr nie wieder tun?

Egal, was man sich vornimmt, man wird sich schwer tun, es umzusetzen. Warum?

– Weil das Neue Jahr kein magisches Datum ist, wo Engel vom Himmel zu dir herabsteigen, und deine Tschick für dich rauchen.
– Weil McDonalds und die Tiefkühlabteilung auch nächstes Jahr nicht von „Du-bist-eh-schon-so-blad-lass-das“-Bodyguards bewacht werden.
– Weil Jesus nicht zu dir kommt und dir sagt, dass all deine lästigen Ersatzhandlungen von verdrängten Emotionen kommen. (Das machen nicht Mal verrückte Psychologen, warum sollte also Jesus.)
– Weil alles bei dir selbst beginnt und endet.
– Weil DU und DU ganz allein die Verantwortung für dein Tun und Lassen trägst und du aber hoffst, dass dir jemand anders das abnimmt.
– Weil auch die neue Diät nur eine altes Lied mit neuen Passagen ist und der Jojo-Effekt nichts mit dem Spielzeug-Jojo zu tun hat.
– Weil… ich jetzt aufhöre, Aufzählungen zu machen.

Falls ihr einen Wunschbaum gepflanzt haben solltet: Reißt ihn aus, schmeißt ihn weg und wünscht euch all das von euch selbst. Viel Glück!

Substrale Grüße,
Eure Nicole 🙂

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