Psychologie zum Mitnehmen: Bist du ein Psychologe?

Irgendwann habe ich aufgehört, mitzuzählen, wie oft ich schon gehört habe: „Da habe ich Psychologe gespielt“, oder „Na da bräuchten wir Beziehungstipps von einem Psychologen.“ Oder: „Ah, du studierst Psychologie. Das wollte ich auch immer machen.“

Doch was steckt hinter dem Mythos „Psychologie“? Würdest du immer noch Psychologie studieren wollen, wenn du wüsstest, was das bedeutet? Meine Antwort gebe ich mit dem folgenden Text.

Wer darf sich Psychologe nennen?

Psychologe darf sich nennen, wer entweder das Diplomstudium an einer Universität abgeschlossen hat, oder ein Masterstudium in Psychologie. Psychologe ist also ein geschützter Beruf. Das bedeutet, Schamanen, Wunderheiler, Energetiker, Wünschelrutengeher und Menschen mit übersteigertem Selbstwertgefühl sind keine Psychologen. Und Ratschläge sind eigentlich Schläge.

Was unterscheidet mich von einem Psychologen?

Psychologie studiert man über mindestens 10 Semester, um sich als solcher bezeichnen zu dürfen. Wer seinen Master nicht in Psychologie macht, ist auch kein Psychologe. Es ist also eine Wissenschaft, mit der man sich jahrelang auseinandersetzen muss. Semester für Semester, Prüfung für Prüfung, Seminar für Seminar.
In dieser Zeit lernst du viele Dinge, die du dir vor dem Studium nicht gedacht hättest:
Anwendung statistischer Verfahren, Biologische Strukturen psychischer, aber auch körperlicher Erkrankungen, Klinische Störungsbilder, Intelligenzmodelle, Modelle, Modelle, Modelle. (Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt).
Wer Psychologie studiert, beschäftigt sich in etwa zu 90 Prozent mit Forschung, Statistik und Forschung. Und zu 6 Prozent mit Menschen: Nämlich mit sich selbst. Und 4 Prozent mit anderen Menschen.
So einfach ist das also nicht, als Psychologe tätig zu sein. Bis man mit Menschen in freier Praxis arbeiten darf, vergehen durchschnittlich wahrscheinlich zehn Jahre.

Psychologische Fakten über Psychologen

– Psychologen dürfen keine Medikamente verordnen.
– Sie dürfen nicht im privaten Rahmen für Geld tätig werden (das wäre Manipulation)
– Sie können dich nicht einliefern lassen, weil sie denken, dass du psychische Probleme hast.
– Sie bewerten deine Probleme nicht, weil sie sowas schon zig Mal gehört haben.
– Sie wollen dir keine Tipps und Tricks im privaten Bereich geben.
– Weil: Sie haben ebenfalls ein Privatleben, in dem sie Menschen sind wie jeder Mensch.

Fehlinformationen über Psychologen:

– Psychologen können und wollen Gedanken lesen.
– Bei einer Psychologischen Behandlung liegt man auf einer Couch. (Verwechslungsgefahr mit Psychoanalytikern/ Hypnotiseuren)
– Psychologen sind selbst gestört. Haben selbst große Probleme….
– Psychologen sollten ihr Wissen ja im Privatleben auch leben.
– Usw.

Ein Psychologiestudium bedeutet nicht, dass man mit Menschen im therapeutischen Sinne arbeiten muss! Im Gegenteil:

Es gibt unendlich viele Bereiche, wo Psychologen arbeiten können:
– Forschung
– Diagnostik
– Präventionsmaßnahmen (Gesundheitspsychologie)
– Trainer
– Arbeitspsychologie
– Gesundheitspsychologie (Präventionsmaßnahmen)
– Arbeitspsychologie
– etc.

Werdegang eines „typischen“ Psychologen

1. Matura (Voraussetzung für Studium)
2. Studium Psychologie (zuerst BA dann MA)
3. Der BA dient als Grundlage, der MA als Spezialisierung in einem Gebiet der Psychologie
4. Ausbildung zum Klinischen oder Gesundheitspsychologen

Psychologen sind KEINE PSYCHOTHERAPEUTEN, BERATER, COACHES, LEBENSBERATER, etc.

Natürlich war dieser Text nur ein kleiner Auszug aus dem Psychologie-Universum. Ich hoffe, damit ein wenig Klarheit geschaffen zu haben.

©Nicole Inez

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Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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