15. Kann es sein, dass du Absurdologie studierst?

Eigentlich war dieser Blog-Eintrag nicht geplant. Er ist mir passiert, so wie die Tonnen an Kilos, die Menschen zunehmen, obwohl sie ja „nichts essen“, oder „kaum naschen“. Einfach so werden sie über die Jahre immer schwerer und plötzlich sind sie schockiert über ihr Aussehen. Ist ja nun wirklich wie ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag, wenn Fast Food sein zweiter und dritter Vorname, Bewegungsmangel sein Hauptwohnsitz und die Morgen-fange-ich-an-Seuche seine chronische Erkrankung ist. Nein, man isst ja nicht ungesund. Was ist denn ungesund daran, mit Chips und Cola am Frühstücks- und oder Abendtisch zu sitzen und mehr Alkohol, als ein Kamel Wasser in der Wüste zu sich zu nehmen? Ähm alles. Würde ich jetzt Mal so sagen. Aber ich bin ja nur sowas wie Psychologin. Denen glaubt man erst, wenn sich Dinge auftun, die ohnehin schon immer da waren.

Doch zum Glück gibt es ja mehr Diäten, als Sterne am Firmament. Ist doch logisch, dass es Sinn macht, dem Körper einfach etwas zu streichen, dass er bisher gewohnt war. Ist doch klar, dass man ein Leben lang nur Krautsuppe essen wird. Ist doch klar, dass man gerne bis ans Lebensende Punkte und Kalorien zählt. Das macht doch das Leben erst richtig lebenswert. Und vor allem: Wie viele Menschen wären wohl obdachlos, hätten sie nicht all die edlen, nicht selbstständig denken wollenden Spender? Eigentlich sind diese Menschen, die Diäten erfinden, ja Ersatz Jesus. Sie machen Wasser zu Wein. Gehen zwar nicht über Wasser, aber über Leichen. (Wenn man bedenkt, dass sie Dinge für Wahrheiten verkaufen, die sogar Menschen ohne IQ als auffallend unseriös auffallen müssten.)

Aber was bringt mich denn nun auf diesen Artikel? Ich habe in letzter Zeit von so vielen Menschen gehört, die sogar so weit gehen und sich nach all den Jahren im Übermaß leben, einen Magenbypass einsetzen ließen, damit sie „einfach“ abnehmen. Ich kenne sogar eine junge Dame, die sich Punkt 1 ernsthaft als TV Star sieht, weil sie vor laufender Kamera nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre Seele entblößt hat. Punkt 2: Verwundert war, dass wenn sie keinen Sport macht und radikal 50 Kilo abnimmt, das Gewebe hängt, dass es einfach nicht mehr schön aussieht. (Oh, welch komische Laune der Natur). Punkt 3 wende ich auf eine andere Dame an, die eine FB-Seite betreibt, die sich ….. und mein Magenbypass nennt.

Mich regt es deshalb so dermaßen auf, weil es hinter jedem gravierenden Gewichtsproblem auch gravierende psychische Ursachen gibt. Und hinter jeder Essstörung (Adiposidas wie Magersucht, etc.) pathologische Familiensysteme- und -interaktionen stehen. Das wird jedoch immer gerne unter den Teppich gekehrt bzw. weiß davon wahrscheinlich kein Mensch. Weil dies Eigenverantwortung und die Änderung von vielen Dingen im Leben bedeuten würde. Da glaubt man lieber an Diäten, die man nicht selbst erfunden hat, oder an Operationen, die einen die Psyche gleich mitheilen….
Alles, was man nicht raus lässt, frisst man in sich hinein. Wenn man dies mit Essen tut, wird sich das eben über kurz oder lang bemerkbar machen. Essen als Ersatzhandlung für nicht verwirklichte Ziele. Essen als Ersatz für nicht gelebte Emotionen. Essen als Anhortungshilfe für einen Schutzpanzer aus Fett.

Wer jetzt denkt, ich habe leicht reden, weil ich ja dünn bin, den kann ich beruhigen und sagen: Du hast leicht reden: Ich hatte vor 4 Jahren noch 20 Kilo mehr auf den Rippen und mir immens viel hart erarbeitet! Ohne dämliche Diät, ohne nachäffen von wiedergekautem Wiedergekautem und ohne „ach das mache ich morgen“.

Schlank sein ist eine Lebenseinstellung, zu der man finden muss. Da gibt es kein Patentrezept, sondern nur genügend Liebe, die man sich selbst gibt, um seinem Körper und Geist das zu geben, was er wirklich braucht. Und das ist bei Gott nicht immer Nahrung.

Sich aufregende Grüße,
Eure Nicole
©Nicole Inez

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5 Gedanken zu “15. Kann es sein, dass du Absurdologie studierst?

  1. Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen. Überall hört man von neuen Modediäten wie z.b. Lowcarb. Ja Lowcarb scheint die Lösung zu sein. Dabei finde ich, macht es depressiv und kann in die Magersucht führen.

    • Vielen Dank, das freut mich! 🙂 Ich finde jegliche Diät einfach schlecht, weil sie ja nicht das „Problem“ an sich löst. Bzw. wer sagt denn, das ein paar Kilos zu viel denn ein Problem sein müssen, außer unsere „perfekte“ Gesellschaft?!

      • Und wie Du schreibst, sind die Folgen einer extremen Gewichtsabnahme nicht zu unterschätzen. Dann stellt sich die Frage ob es mit ein paar Kilo mehr auf der Waage nicht doch besser war? Habe schon festgestellt gestellt an mir selber, dass ein paar Kilo weniger, nicht unbedingt einen schöneren Menschen aus mir machen. Das ist ein Trugschluss. Wenn ich dann auf einmal mehr Falten im Gesicht habe und die Haut an meinem Bauch herunterhängt, ist das auch nicht besonders prickelnd. ☺

      • Eben ja…. Viele Leute laufen einem „Idealbild“ hinterher, ohne es auf sich selbst anzupassen. Jeder Mensch hat seine Idealgewicht, das am besten zu ihm passt und da sollte man echt nicht irgendeiner Norm nachlaufen…. Ich hatte auch Mal ne „Bikinifigur“.. Das war zu einer Zeit in der es mir extrem dreckig ging. Also so viel dazu :-/

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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