16. Bist du mein Traummann?

Ich bin jetzt schon seit geraumer Zeit single. (ja, es wäre mir peinlich, wenn ich zugeben müsste, dass es bald 4 Jahre sind, seit ich mich von meiner Hauskatze getrennt habe). Und wenn ich mir das Angebot so ansehe, wird das auch noch länger so bleiben. Gut gemeinte Ratschläge von gut gemeinten Freunden helfen da nichts, ebenso wenig wie Verkupplungsversuche. Bei mir zumindest nicht. Ich fühle mich dann so, als wäre ich schwer vermittelbar, sodass man mir einen Mann besorgen müsse. Oder als wäre schon alles zu spät und man müsse nun Kraut und Rüben zusammenmischen, in der Hoffnung, dass es zu einer schmackhaften Suppe wird (Ich habe ehrlich keine Ahnung, wie ich auf Suppe komme).

Bei jedem Treffen mit jeder Freundin ist eines der Hauptgesprächsthemen Männer! Man redet von jenen, die interessant wären und von jenen, für die man interessant wäre (einäugige, holzbeinige, vollbärtige, dreifache Familienväter mit Bierkistenbauch und Knoblauch-Aroma). Ich habe einige Single-Freundinnen und jede hat irgendwie das Gleiche Schicksal wie ich: Das Angebot ist wirklich fragwürdig und die Nachfrage nicht wirklich gegeben, weil ansprechende Männer scheinbar ausgestorben sind oder von ihren Ehefrauen im Keller eingesperrt worden sind. Ich weiß es nicht. Darüber reden wir auch nicht wirklich.

Es kommt immer wieder auf’s selbe Ergebnis: Interessant ist nichts für eine Beziehung und uninteressant kommt uns auch nicht (mehr) ins Haus. Das bedeutet also weiterhin single bleiben und darüber reden, wie es denn wohl wäre, wenn es einen Mann gäbe, der zu einem passen würde. Meine Meinung ist ja immer folgende: „Der Mann, der zu mir passt, müsste erst geboren werden. Wenn dieser jetzt geboren werden würde, dann wäre er in 18 Jahren in einem Alter, wo es legal wäre, mit ihm zu verkehren. Das ist zu anstrengend. Also werde ich wahrscheinlich allein bleiben.“

Dabei bin ich doch gar nicht wählerisch (HaHaHa)
Nach allem, was ich bisher gesehen habe, wäre ich schon zufrieden wenn Mann folgende Sachen könnte:
– mit zugemachtem Mund essen
– das Besteck nahe dem Teller lassen und nicht damit herumfuchteln
– fähig sein, auch was anderes als Alkohol zu trinken (zumindest sollte er wissen, was es sonst noch zu kaufen gibt außer Bier, Bier und Bier)
– ein Einkommen haben (welches nicht das meine ist)
– bis 1000 zählen können (und auch wieder zurück)
– allein auf’s WC gehen können (und es sollte ihm egal sein, dass viele Frauen das nicht können)
– zumindest 20 Prozent der Zeit nicht von sich reden
– nicht nur sich selbst Komplimente machen
– er muss im EGOlogie Studium durchgefallen sein
– er muss sich selbst mindestens ein Brot streichen können
– seine Zähne dürfen nicht dunkler als dunkelbraun sein
– er muss wissen, wie man „Bitte“ und „Danke“ ausspricht und das eine vom anderen unterscheiden können
– er muss wissen, wie viele Bezirke die Stadt hat, in der er seit 30 Jahren wohnt (ideal wäre auch, wenn er wissen würde, wie die Stadt heißt in der er wohnt)
– er muss eine klare, deutlich Aussprache haben (egal in welcher Sprache)
– er muss sich duschen
– er muss die meiste Zeit angezogen in der Öffentlichkeit herumlaufen
– er muss wissen, wo die Zigarette anfängt und wo sie aufhört
– er sollte meine Brüste mit Namen ansprechen, wenn er schon ganze Zeit mit ihnen redet
– er darf nicht mehr als 70 Prozent des 1. Dates von seiner lieben Mama reden
– er sollte in der Verliebtheitsphase nicht öfter als 100 Mal am Tag rülpsen

– Ihr seht schon, ich bin wirklich nicht anspruchsvoll, deshalb bin ich auch schon so lange single!

P.S.: Wer den Sarkasmus im Text findet, darf ihn behalten.

Lustige Grüße,
Eure Nicole

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©Nicole Inez

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28 Gedanken zu “16. Bist du mein Traummann?

  1. Nicole, danke für den Lacher am Morgen.
    So einen gibts hier nicht, zumindest keinen ungebundenen.

    Ich schlage vor, wir mieten ein Raumschiff und grasen mal in anderen Galaxien
    LG sk

  2. Lachen konnte ich grad auch. Und nun versuch das mal aus Männerperspektive zu sehen, Deine Liste, Dein Single-Dasein, Deine Suche: sieh Dir mal an, wie das für Männer aussieht und was Männer stattdessen in dieser Situation an Möglichkeiten haben.

    • Das ist schön, dass du einen Teil des Sarkasmus‘ im Text gefunden hast. Da ist noch mehr, versprochen! 😉 Ich kann das leider aus blogtechnischen Gründen nicht!

  3. hahaha Richtig super! Ich finde mich zu 100% wieder 🙂
    Mir wäre noch wichtig:
    – er weiß, was ein Zahnarzt ist, weiß wo sich einer befindet, sucht ihn hin und wieder mal auf und kann das Wort fehlerfrei buchstabieren 😛

    • Haha, das freut mich. 😀
      Das ist ein wirklich wesentlicher Punkt, der auf keinen Fall vernachlässigt werden darf! 🙂 Das Problem beginnt ja meist schon beim Buchstabieren 😉

    • Haha, ja stimmt. Da sind wir Frauen ja auch selbst Schuld, dass wir Im-Gespräch-brustorientierte-Männer nicht gleich vorweg über die Namen aufklären. so haben sie ja nicht mal die Chance 😉

  4. Oh man, wo willst du denn DEN TRAUMMANN finden? Bisschen viel verlangt denk ich – aber solltest du ihn treffen, frag ob er einen Bruder hat 😁

    • Leider gibt es diesen „perfekten“ Mann so nicht… Er ist eine Mischung aus all meinen Traummännern bisher. Aber sollte ich DEN finden, der all diese Eigenschaften hat, dann würde ich ihn vielleicht sogar teilen mit dir….. Denn sowas tolles darf man nicht für sich behalten 😉

      • Oha, dann musst du aber aufpassen dass du ihn nicht überforderst… Denn wenn du ihn mit mir teilst dann werden auch andere was abhaben wollen 😊

  5. Pingback: Ist es ok für dich, wenn ich als Single glücklich bin? | Psychologie | Ironie | Sarkasmus | Gesellschaft | Poesie | Normalität & Wahnsinn

  6. Achtung, Achtung, Phrasendrescher! Ich hole Luft: „Mädchen, wenn das Dein Ernst ist, dann musst Du zum Bäcker gehen und den backen lassen.“ Aber dann müssten wir uns ja entscheiden, ob Süßgebäck oder doch eher herzlich, eigentlich wäre doch beides auf einmal ganz nett, und dann noch mit Streuseln. Ach, und mit Käse überbacken.

    Ich bin da nicht so anspruchsvoll. Echt nicht. Ich würde die Typen mit Vollbart alle nehmen 😀

  7. Das Problem ist anders gelagert. Nur ein Drittel der Männer ist für die Frauen gut genug. Daher müssen sich manchmal die Frauen ihren guten Mann mit anderen Frauen teilen.

    Anders gesehen sind die guten Männer fast alle vergeben, verheiratet oder in einer Beziehung lebend.
    Unter den Single Männern sind da noch die Bösen Buben, die zwar wissen, wie man eine Frau behandelt, was sie körperlich und mental gerne mag, aber sie taugen sonst nichts. Wenn sie einer geregelten Arbeit nachgehen, ist das schon viel. Manche davon wohnen gerne gratis bei irgendeiner Freundin und essen gerne mit, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Manchmal haben sie einen zündende Geschäftsidee, für die sie etwas Kapital brauchen.

    Da könnte Frau glatt auf die Idee kommen, einen Mann zu nehmen, der bei den Frauen nicht so gut ankommt. Aber die sind auch nicht besser, wenn sie mit einem neuen Sakko etwas aufgehübscht sind, neues Selbstvertrauen getankt haben und ihren Marktwert bei anderen Frauen ausprobieren wollen 😉

    • Eine spannende, sehr durchdachte Ausführung, der ich durchaus etwas abgewinnen kann!
      Ich denke jedoch, dass die Einteilung zwischen „gut“ und „böse“ vielleicht etwas zu krass ist, um in der Realität so zu bestehen. Wobei ich bisher vieles in diese Richtung erlebt habe…. Also was du hier schilderst…
      Ich selbst möchte bis 30 mein Ziel erreichen und einen Mann finden, der beides in sich vereint und vor allem eines tut: Zu mir passt und mit mir über Artikel wie diesen lachen kann 😉
      Hast du denn noch nie einen Mann kennengelernt, der sich „in der Mitte“ befindet?

  8. Auch die Männer, die sich „in der Mitte“ befinden sind schwach, wenn sie von einer anderen Frau begehrt werden.

    Es ist nicht nur die richtige Auswahl der Frau, es ist vielmehr ihre Entschlossenheit, einen bestimmten (guten) Mann für sich zu gewinnen und auch zu halten. Das erscheint manchmal schwierig, kann aber doch gelingen. Jeder kennt dafür Beispiele in seinem Umfeld. Daher brauche ich kein Fallbeispiel bringen, was andere Leute sofort als Üble Nachrede einstufen 😉

    • Ich finde, das kann man so nicht generell behaupten…
      Ich bin kein Fan von jemanden gewinnen und halten, denn ich bin der Meinung, dass sich die entwickeln, weil beide gleich viel investieren, oder eben nicht.
      Ja, da kenne ich Beispiele von Frauen die ihre Männer „halten“. Arme Leute, deren Lebensinhalt darin besteht, ihr Leben und das ihres dauernd flüggen Mannes zu stellen.
      Glaube nach wie vor an die große Liebe und bis dahin werde ich mich an meiner sarkastischen Sicht der Dinge erfreuen. Alles andere führt meiner Meinung nach zu nichts… 😉

  9. Ich bin zwar verheiratet, glaube aber nicht mehr an die große Liebe. Nach einigen Jahren kehrt der Alltagstrott ein, dann stellt sich heraus, dass der Partner doch nicht das hält, was man sich vorgestellt hat.

    Es sind bestenfalls 25 % der Paare die heiraten und ein Leben lang miteinander glücklich sind, ein weiteres Viertel ist zwar noch verheiratet, aber die Ehe ist eigentlich kaputt. Etwa die Hälfte der Paare werden ohnehin geschieden.

    Wichtig ist, ob die Erwartungen der Beiden erfüllt werden. Ist das nicht der Fall, wird die Ehe kaum glücklich sein. Diese Frage stellen sich die Paare zu selten. Kann ich und will ich überhaupt die Erwartungen meines zukünftigen Partners erfüllen?

    Eine andere wichtige Frage ist die Dominanz. Das wissen die jungen Leute noch nicht, ob sie selber einmal dominant sein wollen, oder ob sie mit der Submission/Unterwerfung auch noch klar kommen. Meistens wollen die Frauen eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe, das läuft nicht in allen Fällen, weil die Partner anders veranlagt sind.

  10. Pingback: Der „perfekte“ Mann im Wandel meiner Gezeiten | Nicole Inez - Deine PsychoLogin

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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