Psychologie zum Mitnehmen: Wie erreiche ich meine Ziele?

Viele Menschen leben gerne nach Zitaten. Das heißt, sie sammeln schlaue Worte und hoffen, dass ihre Träume irgendwann in Erfüllung gehen. Dazu gibt es einen sehr simplen, aber bedeutenden Spruch, den mir meine Oma beinahe jeden Tag gesagt hat: „Von nichts kommt nichts“. Was so viel heißt wie: Wenn du deine Ziele erreichen willst, musst du dafür arbeiten. Welche Schritte dafür notwendig sind, zähle ich im heutigen Artikel auf.

#1: Werde dir bewusst was du wirklich willst:
Am besten, du nimmst dir Mal mindestens einen Tag oder noch besser eine Woche NUR für dich Zeit, um zu überlegen, was du denn wirklich willst im Leben. Wie viel Zeit du wirklich brauchst, fühlst du selbst. Die Betonung liegt auf fühlen. Lass dich nicht stressen von Leuten, Umgebung, oder der gesellschaftlichen Norm. Denn nur du weißt, wann du bereit für welchen Schritt bist. Und NUR DU weißt, was du wirklcih willst.

#2 Schreibe deine Ziele auf 

Wenn du weißt, was du willst, dann schreibe dir alle Ziele auf. Man kann sich das z.B. wie ToDo Listen vorstellen.
– Ich möchte ein Buch schreiben
– Ich möchte einen Partner finden
– Ich möchte ein Medizinstudium beginnen
– Ich möchte mit dem Rauchen aufhören….
– etc.
Wenn du diese Liste geschrieben hast, hänge sie dort auf, wo du sie sehr oft siehst. Am besten am Schreibtisch, oder im Badezimmer.
Du kannst diese Listen bunt gestalten, oder auch zeichnen. Wichtig ist, dass du sie so gestaltest, dass du sie gerne liest und dass du dazu Visionen haben kannst.

#3 Visualisiere und konkretisiere

Schau dir diese Liste immer und immer wieder an. Lasse es zu einem angenehmen Ritual werden. Gehe dabei jeden Punkt im Geiste durch und stelle dir alle Details so gut wie möglich vor. Welche Schritte musst du machen, um z.B. im Endeffekt wieder in dein Lieblingskleidungsstück zu passen:

Fitnesscenter anmelden, 3 Mal die Woche hingehen, Ernährung umstellen (immer frisches Gemüse kaufen), motiviert bleiben (Playliste zusammenstellen, für den Sport)…. Etc.
Wichtig ist, dass du ganz konkret wirst. So, als würdest du dir eine Art Handbuch schreiben, in das du immer blicken kannst, wenn du kurz vorm aufgeben bist!

#4: Will ich das wirklich oder sind es die Wünsche der anderen?

Manchmal ist man versessen darauf, ein Ziel zu erreichen. Man will z.B. unbedingt ein Studium abschließen, dass man eigentlich gar nicht mit vollem Herz verfolgt. Oder man will heiraten und Kinder und fühlt sich in der Rolle aber überhaupt nicht als „man selbst“. Oder, oder, oder. Es gibt sehr viele fremde Wege, die man einschlagen kann. Doch auf denen wird man nicht glücklich sein.

Das beste Zeichen dafür, dass man nicht seinen Weg geht, sondern die Wünsche seiner Eltern oder der Gesellschaft lebt, ist ständige Unzufriedenheit und das Gefühl, dass einem etwas fehlt.
Wenn man das tut, wofür man bestimmt ist, dann fühlt man sich vollkommen und man ist authentisch, weil man hinter sich und seinem Leben steht.

#5: Die Wichtigkeit der ToDo-Liste

Wer seinen Zielen näherkommen möchte, muss von Zeit zu Zeit checken, wie weit er bisher gekommen ist. Am leichtesten tut man sich, wenn man sich täglich vor dem Schlafengehen eine Liste schreibt, mit allen Dingen, die man nicht automatisch machen würde. Diese Punkte sind aber auf lange Sicht nicht wegzudenken, wenn man weiter Richtung Traum kommen möchte: Als Absicherung für sich selbst. Und natürlich macht nichts glücklicher, als etwas mit „Done“ abzuhaken.

#6: Ist es schon zu spät?

Ich liebe es mit Menschen über ihre Träume zu reden. Das schafft ein Glitzern in den Augen, einen Moment, der unbezahlbar ist. Viele Leute haben jedoch keine wirklichen Träume mehr. Sie haben sie vergessen, sie aufgeopfert, verdrängt und unter dem Alltag begraben.
Oft höre ich auch: „Ja, du bist ja noch jung, aber ich… Ich habe mich schon entschieden, ich bin zu alt. Es ist zu spät.“

Das ist die traurigste Ansicht, die man haben kann. Ich denke, dass es NIEMALS zu spät ist, solange man lebt. Man kann sich immer für sich entscheiden. Und man kann immer beginnen, aus seinen Träumen zu erwachen und sie somit zum Leben erwecken.

#7: Halbe Kraft ist ganze Kraft

Es gibt auch Leute, die entschließen sich „von heute auf morgen“ die Welt nieder zu reißen. Dann laufen sie nur noch: tagelang, wochenlang. Essen nur noch „gesund“ oder meiden „schlechten Einfluss“ von jetzt auf gleich. Sie gehen also mit vollem Tempo in den Kampf und verlieren dann auf halber Strecke ihre Energie. Und damit ihre Freude und Leidenschaft. Ist doch klar, oder? Ich kann nicht meine gesamte Energie am Anfang des Weges verbrauchen, sonst muss ich auch irgendwann aufhören, weil ich keine mehr habe.

Das sind dann die Frustmomente, in denen man wieder aufgibt. Deshalb ist es enorm wichtig, dass man seine Energie gut und gezielt einsetzt und sich bewusst macht, dass „Rome wasn’t built in a day“… Das sage ich mir immer und es hilft, dass ich einen Gang runterschalte.

#8: Wann soll ich aufgeben?

Es kann aber auch vorkommen, dass man Monate oder sogar Jahre in etwas investiert: Zeit, Geld, Liebe… und dann draufkommt, dass man auf dem „Holzweg“ war. Dass ein geglaubter Traum, doch unter Punkt #4 handelt. Das ist der einzige Grund, sein Ziel aufzugeben. Wenn man FÜHLT, dass es nicht stimmig ist, was man da lebt. Wenn man energetisch ausgesaugt ist/wird. Wenn man nicht mehr frei und beschwingt ist. Wenn es sich nicht (mehr) gut anfühlt.

Ich denke, das ist der schwierigste Part: Sich einzugestehen, dass etwas nicht (mehr) passt. Dass es Zeit ist, seinem wahren Selbst und seinen Träumen zu folgen!

#9: Was bringt mir der Vergleich mit anderen

Dieser Punkt ist ein sehr wichtiger: Vergleiche mit anderen sind nichts als Gift und auch unnötig. Denn jeder Mensch ist in seiner Zusammensetzung einzigartig. Niemand geht genau jeden deiner Schritte. Niemand denkt genau deine Gedanken. Der Mensch, der dein Leben lang bei dir ist, bist DU SELBST! Also macht es nur Sinn, sich selbst mit sich selbst zu vergleichen. Verständlich?

Jeder Vergleich mit anderen Menschen ist unfair sich selbst gegenüber, da man immer was finden wird, was anders ist, an einem (besser, schlechter, größer, kleiner….) Es führt zu nichts.
Doch wenn ich mich frage: Wo stand ich vor fünf Jahren, wo jetzt, kann ich einen fairen und logischen Vergleich ziehen.

#10: Wann bin ich angekommen am Ziel?

Ich finde, dass es im Leben trotz aller Ziele – erreicht oder nicht – kein ankommen gibt. Da das Leben eine Reise ist. Und Ziele Zwischenschritte, auf denen man Inne halten kann und stolz sein.

In diesem Sinne: Frohes Schaffen an euch alle!

Motivierte Grüße,
Eure Nicole

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© Nicole Inez

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21 Gedanken zu “Psychologie zum Mitnehmen: Wie erreiche ich meine Ziele?

  1. 150% Zustimmung. Und mit fast 50 erlaube ich mir zu sagen, dass es bis jetzt wirklich für noch nichts zu spät war. Die größte Hürde ist wohl die Angst vor der eigenen Courage, die Angst, für etwas Neues etwas Altes aufzugeben und die Angst, aus der Komfortzone herauszutreten. Aber ich behaupte, es lohnt sich immer, solange es wirklich ein eigener Traum ist.
    Was für mich immer schwierig war, ist und wohl auch bleiben wird, ist, mich nicht von den Anfeindungen von Neidern etc. unterkriegen zu lassen. Aber da hat wohl jeder seine eigenen Herausforderungen.

    • Super, das freut mich sehr zu hören!!! 🙂 Finde es schade, wenn jemand sich aufgibt, egal wann und warum….
      Ja, ich denke auch, dass die von dir angesprochenen Punkte die größte Hürde sind. Aber was dahinter liegt, ist halt traumhaft 🙂
      Ich finde es auch immer schwer, mit Neid und negativen Leuten umzugehen. Da ich selbst nicht so bin und nicht verstehe, wie man so sein kann…. Aber Neid ist auch wieder ein Beweis dafür, dass man etwas richtig macht 😉

      • Da fällt mir glatt noch ein Sprichwort ein: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. Macht es aber nicht wirklich leichter, damit umzugehen. Aber Du hast völlig recht: es lohnt sich auf jeden Fall – immer und überall.

      • Ja, das ist ein tolles Sprichwort 😀 Vielleicht fällt es mit dem Gedanken im Hinterkopf leichter… Und wenn nicht: Das gehört einfach zu einem dazu, dass einem manches schwerer fällt 🙂

  2. Abgesehen davon, dass mir eh alles gefällt, was Du hier geschrieben hast, und ich reihenweise alles abnicken kann, hat mich das „Vergleiche Dich nur mit Dir selbst“ sofort gepackt. Sehr feiner Aspekt!

    • Freut mich sehr, das zu lesen! 🙂
      Bei mir ist der entstanden, weil das jahrelange sich mich anderen vergleichen irgendwie immer nirgendwo hin geführt hat 😉

      • Ja eben, ich auch 😀 Ich hab dann versucht, das Vergleichen komplett sein zu lassen. Klappt aber nicht. Wenn ich mir zugestehe, mich mit mir selbst zu vergleichen, ist das ja vielleicht ein guter Kompromiss 😉 (Ich fürchte, so ganz ohne geht es nicht, wenn man nicht gerade Yoda oder Dalai Lama heißt …)

      • Finde es auch noch immer schwierig, aber umso mehr ich erkenne, dass es absolut keinen Sinn macht, desto leichter fällt es mir…
        Ganz ohne wäre wahrscheinlich auch langweilig 😉 Man könnte auch ein Mensch werden, der sich nur von Sonne ernährt (weiß nicht, ob dir die etwas sagen). Kann mir vorstellen, dass die auch nicht vergleich ;D

      • Oh doch, ja, ich saß sogar im Kino, als die Vorschau für die Dokumentation der Lichtesser gekommen ist. Die Armen – nie wieder Popcorn!
        Ich hab vor einiger Zeit den netten Satz gelesen, dass es „reicht“, wenn man einfach „der/die beste eigener Vorname/Name“ ist. Wenn man das dann noch mit „gut genug“ statt „perfekt“ kombiniert, wäre das doch perfekt! Äh, gut genug, natürlich.

  3. Nummer 4 und 9 sind meiner Meinung nach extrem wichtig. Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erkennen, dass man eigentlich das lebt, was andere sich, wenn auch mit der besten Absicht, für einen wünschen. … und Vergleichen mit Anderen ist immer problematisch. Ich habe irgendwo gelesen, dass die Menschen, die sich „nach oben“ vergleichen ständig unzufrieden, wohingegen die, die sich „nach unten“ vergleichen“, zufrieden seien. Ich denke, da ist etwas Wahres dran. Man müsste nur aufpassen, dass einen die Zufriedenheit nicht einlullt.

    • Naja gegen wirkliche Zufriedenheit spricht denke ich nichts… Aber wenn jemand nur zufrieden sein kann, wenn er sich am Leid der anderen ergötzt, oder eben daran, „besser“ zu sein, dann ist das mehr Hohn, Arroganz etc. aber keine Zufriedenheit denke ich

      • Nein, ich meine das eher so, dass man demütig erkennt, wie gut man es eigentlich hat und das kein Grund zum Jammern besteht. Mich nerven das Gejammere auf hohem Niveau und diese diffusen Ängste, von allem zu wenig zu bekommen, in Deutschland immer sehr.

      • Achso, so meinst du das! Das stimmt, man kann sich echt glücklich schätzen, wenn man sich in dem Sinne mit anderen vergleicht, denen es schlechter geht…. Die Angst, zu wenig zu bekommen ist wirklich überall (also ich kann jetzt nur von Österreich sprechen)….. Aber das ist hat sich halt so entwickelt und man kann sich kaum dagegen wehren.

  4. Ja, es ist in Italien noch anders; zumindest hier im Süden. Die Familie hält stärker zusammen und man weiß, dass man ohne die anderen aufgeschmissen ist. Nach außen hin versucht man sich nicht anmerken zu lassen, was man hat oder nicht, so dass erst gar kein Neid aufkommen kann.

  5. Pingback: Psychology2go: Warum sind Ziele so wichtig? | Nicole Inez - Deine PsychoLogin

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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