Wie schaffe ich es aus dem Kreativitäts-Tief?

Der Ideenfluss scheint gerade in eine Quelle zu münden, oder gar zu versiegen. Der Schreibfluss gleicht dem Toten Meer: Du schwimmst zwar an der Oberfläche, kommst aber nicht wirklich zum Grund, an dem der „flow“ liegt. Egal, wie ihr es angeht, es funktioniert nicht. Nach dem ersten Absatz ist Schluss und das ist leider kein Grund, einen Artikel zu veröffentlichen. Die Rede ist von einer Schreibblockade.

Ich denke, es liegt jedem Menschen inne, dass er mal Phasen hat, in dem er nicht so „produktiv“ sein kann, wie er es gerne möchte. Kreativität ist manchmal in einem und sprudelt aus einem raus und dann gibt es Tage, wo man sie herauskitzeln möchte. Wer regelmäßig kreativ sein möchte, tut sich leichter, wenn er ein paar „skills“ hat, um wieder zurückzufinden.

  1. Ideensammlung
    Ich kenne sehr viele Schriftsteller, Regisseure oder Poeten, die eine Sammlung voller Ideen haben. Vor allem, wenn sie von ihrem Job leben (müssen). Wenn einem Mal nicht spontan die Muse küsst, ist es wirklich ratsam, in sein Ideenbuch zu schauen. Dort kann man all seine Gedanken reinschreiben, wenn man gerade „gut drauf“ ist, oder von etwas inspiriert wird.
  2. Austausch mit Kollegen
    Im Austausch mit anderen Kunstschaffenden ergeben sich meist weitere Ideen, oder andere Gedankengänge, auf die man für sich alleine nicht gekommen wäre. Außerdem kann man auch (vor allem größere Projekte) besprechen. Im Hinblick auf ihre Schlüssigkeit, ihre Umsetzbarkeit in der Realität, etc.
  3. Spaziergänge oder Ortswechsel
    Spaziergänge sind etwas wundervolles. Sie bringen die Gedanken in Schwung und die frische Luft, die man dabei einatmet, gleicht für mich dem einatmen neuer Ideen. Man ist gut beraten, seinen Notizblock mitzunehmen.
    Wer es sich leisten kann, dem rate ich auch einen Ortswechsel für ein paar Tage. Dort kann man vieles außerhalb des Alltags betrachten und der Kopf ist freier für kreative Gedanken.
  4. Platz für Kreativität
    Ich habe bereits ein paar Schreibkurse hinter mir. Aus einem habe ich mitgenommen, dass man als „schreibend kreativer Mensch“ täglich eine Seite schreiben soll. Gleich nach dem aufstehen und einfach so. Egal was kommt. Obwohl ich diesen Ansatz gut finde, bin ich jemand, der schreiben nicht gerne zur Routine lassen werden möchte. Aber ich bin schon der Meinung, dass man im stressigen Alltag Platz schaffen sollte, um sich selbst und seiner Leidenschaft nachzugehen. Wie z.B.: Sich im Kalender eintragen, an welchem Tag man gut Zeit hat, um einen Artikel zu verfassen. Oder dafür zu recherchieren.
  5. ToDo-Listen
    Hier knüpfe ich am letzten Punkt an, weil er thematisch gut dazupasst: Für alle alltäglichen Dinge ToDo-Listen zu schreiben, schafft automatisch mehr Platz für Kreatives. Somit muss man nicht überlegen, ob man denn nicht was vergessen hat, sondern kann sich mit gutem Gewissen vor die Freuden des Lebens setzen.
  6. Akzeptiere deine Zustand
    Mit akzeptieren meine ich nicht, dass man die Flinte ins Korn werfen und sich ein anderes Hobby suchen sollte. Ich meine damit, dass man sich nicht stressen muss, nur weil man nicht im selben Intervall schreibt, wie sonst. Oder sich in die Gründe verbeißt, woran es liegen könnte, dass…. Das leben ist ein Fluss – Mal langsamer, mal schneller.
  7. Ursachenforschung
    Natürlich macht es schon Sinn, ein wenig in sich zu gehen und zu analysieren, woran es denn liegen könnte, dass man derzeit nicht kreativ produktiv ist. Habe ich Stress? Habe ich neue Verpflichtungen? Setze ich mich selbst unter Druck? Habe ich keine Inspiration? Was nimmt derzeit zu viel Platz in meinem Leben ein? Wo kann ich wieder Platz für mich schaffen? (Die Liste der Fragen ist unendlich und kann individuell erweitert werden)
  8. Musik
    Musik kann oft wahre Wunder bewirken: Sie löst Emotionen aus, die man vielleicht im Alltag vergessen hat, oder keine Zeit und Lust hatte, ihnen zu begegnen. So kann man wieder mehr Zugang zu seiner Kreativität finden. Manchmal inspiriert ein Lied auch dazu, über ein Thema zu schreiben, weil es passt, oder weil es sich passend anfühlt.
  9. Zitate und das Internet
    Auch Zitate können inspirierend sein. Sie können einen zu Themen leiten, die einen schon lange auf dem Herzen liegen und die man endlich „beschreiben“ möchte. Obwohl man im Internet auch sehr viel Unnützes findet, so sind auch manche Dinge sehr nützlich. Ich finde es immer besonders spannend, wenn z.B. bereits zu Tode gekaute Themen von einem neuen Gesichtspunkt aufgezogen werden.
  10. Weitermachen
    Oft liegt das Geheimnis einfach darin, bloß nicht aufzuhören (anzufangen). Einfach weitermachen, auch wenn es gerade nicht der Bestseller unter den nicht Bestsellern ist. Wichtig ist der Spaß an der Sache und das Authentisch sein.

In diesem Sinne: Frohes Schaffen an alle!

Abendliche Grüße,
Eure Nicole

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©Nicole Inez

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28 Gedanken zu “Wie schaffe ich es aus dem Kreativitäts-Tief?

  1. Lieben Dank für die vielen Anregungen. Ja, diese unerwünschten Phasen kenne ich auch.
    Besonders „kreativitätsfördernd“ für mich sind Mehrtageswanderungen, am besten, wenn man da viele Leute trifft.
    Weniger angenehm, aber recht „schaffensreich“ sind einschlafgestörte Nächte 😉
    Wirklich empfehlen könnte ich meditieren bis hin in leichte Trance. Da fließt so einiges, was sich ggf. verarbeiten ließe.
    Liebe Grüße und immer ausreichend flow
    Belana Hermine

    • Liebe Belana Hermine,
      Cool, Mehrtageswanderungen werde ich im Frühling echt Mal versuchen. Zumal ich ja sehr gerne wandern gehe 🙂
      Oh ja, diese Nächte sind wirklich sehr produktiv. Bei mir muss ich aufpassen, dass ich sie kreativ nutze und nicht im „Oh-Gott-ich-muss-einschlafen-Stress“ untergehe 😉
      Meditation habe ich noch nie versucht, es wird Zeit 🙂
      Liebe Grüße an dich 🙂

  2. dem ist nix mehr hinzuzufügen, denke ich….wüsste ich jetzt jedenfalls nicht…..habe ich aber noch nie richtig geschrieben….habe ich vielleicht eine angeborene Schreibblockade……ich geh dann nochmal nachdenken über diesen aufschlussreichen Beitrag oder mein Leben so im Gesamten 😉

    • Das ist spannend, wenn ich meinen Master mache, könnte ich zu dem Thema forschen, ob es Menschen mit angeborener Blockade gibt 😉 Aber: Hast du denn nicht einen Blog?
      Über sein Leben nachzudenken schadet nie 🙂

      • doch, habe ich 😉 aber ernsthaftes Schreiben betreibe ich nicht ;-)du könntest den Unterpunkt schaffen, Menschen mit angeborener Schreibblockade und gleichzeitiger Selbstreflexion 😉 Ich geh jetzt wieder nachdenken ;-))

      • Danke…..vielleicht kommt noch etwas Intelligentes dabei rum……schreibblogblockadenmässig 😉

  3. Danke, dein Blog ist es auch! 🙂

    Ich habe Kurzgeschichten und moderne Gedichte geschrieben, meist Satiren oder Kindergeschichten.
    Es fiel mir so leicht zu schreiben. Nie hätte ich gedacht, dass es aufhören könnte.

  4. Ich habe mir diese Liste durchgelesen und ab Punkt 1 dachte ich schon „Bei mir hilft Musik“. Meine besten Rezensionen habe ich unter Einfluss von Rock und Metal Musik geschrieben. Nachdenkliches schreibe ich eher unter dem Einfluss von Johnny Cash. Für mich ist es bloß entscheidend, dass die Musik nicht deutschsprachig ist, sonst verliere ich zu schnell den Faden, weil ich auf den Text der Musik achte und mich nicht mehr treiben lassen kann. Ich finde diesen Beitrag insgesamt sehr fördernd und ich nehme da einiges für mich mit und werde es austesten.

    • Spannend, dass bei dir am besten Rock und Metal helfen. Mir wäre das zu hart und ablenkend. Ich höre immer Musik ohne Text. (eher in die sphärische Richtung wie z.B. die Interpreten „Tycho“)…. So komme ich gut in den flow zurück, ohne ablenkenden Passagen. 🙂

      Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt und es würde mich noch mehr freuen, wenn du das ein oder andere davon mitnehmen kannst. Würde mich natürlich über Rückmeldung freuen! 🙂

    • Sorry, das ist eigentlich nur ein „Wartungsmodus“ Ich möchte gerne eine Umfrage in einen Beitrag einbetten, aber es funktioniert nicht 😦 Weißt du zufällig, woran das liegen kann?

      • Oh, nein. Leider nicht. Ich habe das nur mal in einem anderen Blog gesehen. Vielleicht muss man den Text des Beitrags in den Umfragebeitrag reinschreiben – sozusagen als die Frage, die dann eben ein bisschen länger ausfällt? Aber wirklich wissen tue ich da nix 😦

      • Kein Problem, dass du es nicht weißt. Aber ein Problem, dass ich schon seit ein paar Stunden daran arbeite :-/ Leider brauche ich die Umfrage als fix fertige Umfrage. Aber irgendwie wird das gehen 😀

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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