Psychologie zum Mitnehmen: Wie schaffe ich es, meine Neujahrsvorsätze zu verwirklichen?

Mit dem Rauchen aufhören, abnehmen, weniger essen, mehr bewegen und früher schlafen gehen, um dann früher aufzustehen. Das alles am besten auf einmal und ab dem 1.1.. Diese Ziele sind laut eigener Erfahrung die Häufigsten. Fragt man das Internet, kommt auf folgernder Seite eine Liste der häufigsten Vorsätze und eine Bestätigung meins Verdachts: Häufigste Neujahrsvorsätze. Doch kaum jemand schafft es wirklich, seine Ziele zu erreichen.

Was kann man nun dennoch tun, um seine Vorsätze in die Tat umzusetzen?

In folgendem werde ich mich aus Gründen der Berufs- und Eigenerfahrung dem Thema abnehmen widmen.

  1. Sich Zeit nehmen

Es ist enorm wichtig, sich im Vorfeld ausreichend Zeit zu nehmen, sich bewusst zu machen, welche Ziele man im Neuen Jahr wirklich erreichen möchte und auch kann. Am besten ist es, sich genau einem Vorhaben zu widmen und das mit vollem Einsatz. Schließlich gibt es noch viele weitere Jahre, die gerne mit Vorsätzen gefüllt werden.

Was ist wirklich dein Herzenswunsch?
Was ist dir daran so wichtig?
Was sind die Vorteile, wenn du damit aufhörst?
Was die Nachteile, wenn du nicht aufhörst?
Wer könnte dich dabei unterstützen?
Welches Ziel kannst du dieses Jahr (unter realistischer Berücksichtigung deiner Lebensumstände) wirklich ändern?

Zeit währenddessen:

Auch während dem Abnehmprozess braucht man Geduld mit sich selbst. Es hat Jahre gedauert, bis man so geworden ist, wie man ist. Also wird es auch genauso lange dauern, bis man wieder normal gewichtig ist. Stress verursacht in keinem Fall eine Gewichtsabnahme, sondern verleitet eher dazu, schnell wieder zuzunehmen, oder sich zu „belohnen“.

2. Eine Liste machen

Es gibt einen Zielberg, bei dem man zu Beginn ganz unten steht: Dort startet man. Man möchte jedoch auf den Gipfel. Jetzt liegt es an dir selbst, den Weg dorthin zu beschreiben und aufzulisten, welche Schritte dafür notwendig sind.

Ein Beispiel:
Du stehst am Fuße des Berges „20 Kilo abnehmen“. Wie kommst du zum Gipfel.
– Fertigprodukte weglassen, naschen auf Vollkornriegel reduzieren, nur noch Tee trinken unter der Woche
– 2x pro Woche ins Fitnesscenter gehen
– alles was möglich ist, zu Fuß zurücklegen
– Rezeptheft anlegen
– geregelte Mahlzeiten…
– etc.

Diese Liste muss wirklich individuell auf dich und deine Bedürfnisse angepasst werden. Da hilft dir keine Diät der Welt, da musst du selbst mit all deinen Bereichen des Lebens durch.

3. Schritt für Schritt

Dieser Punkt ist deshalb so wichtig, weil man mit durchschnittlicher Energie auch bis zum Ende gehen kann. In einem Seminar hat mich Mal ein Lehrer aufgeklärt, dass ich „zu schnell und mit ganzer Energie“ an Sachen rangehen würde. So würde ich es niemals bis zum Ende durchhalten. Er hatte Recht. Doch so geht es nicht nur mir, sondern vielen Menschen. Wir wollen zu viel zu schnell und sind dann frustriert, wenn es dann nicht klappt.

Ich sage zu mir selbst immer „Rome wasn’t built in a day.“ Es ist zwar eine alte Leier, aber sie stimmt und holt mich wieder ein wenig runter, wenn ich davonrasen will und mich selbst dabei vergesse.
Der Satz ist dir natürlich freigestellt. Wichtig ist nur, dass du dich dessen immer wieder bewusst machst.

4. An alte Erfolge erinnern

Es gab sicher schon einmal Ziele in deinem Leben, die du erreicht hast! Was war dieses Ziel?
Wie hast du es erreicht?
Wie hat sich das angefühlt?
Welche Mechanismen waren vorteilhaft für die Erreichung?
Welche haben dich gebremst?
Wie wird es sich anfühlen, wenn du 20 Kilo leichter bist? (werde so konkret wie möglich)

5. Visualisierung

Zum Abschluss komme ich zum wichtigsten Punkt: Die Visualisierung. Walt Disney sagte: „If you can dream it, you can do it.“ Er hatte Recht. Nichts, was du dir nicht vorstellen kannst, kann auch werden. Das bedeutet, in deinem Geist muss Klarheit herrschen darüber, dass du es schaffen wirst. Du musst dich sehen vor deinem inneren Auge. Du musst die Person sehen, die du sein möchtest:
Wie siehst du aus?
Welches Gewand trägst du?
Was kannst du nun machen, mit 20 Kilos weniger?
Wie wird dein Umfeld reagieren?
Was wirst du als 1. machen?
Kannst du fühlen, wie glücklich du bist?

Bei dieser Übung solltest du erst aufhören, wenn dir Freudentränen über das Gesicht laufen, weil du so sehr in der Situation bist, dass du es gar nicht mehr bemerkst. Wiederholung ist hier die halbe Miete!

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen Frohes Erreichen der Ziele!

 

Altjahrige Grüße,
Eure Nicole

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© Nicole Inez

 

 

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13 Gedanken zu “Psychologie zum Mitnehmen: Wie schaffe ich es, meine Neujahrsvorsätze zu verwirklichen?

  1. Oh wie feini, Deine schlauen Tipps kommen mir grade recht. Eigentlich wollte ich ja mit dem rauchen aufhören, hab das aber dummer Weise schon vor einem halben Jahr gemacht. 😦
    Abnehmen also. Ahrg.
    Zum Thema schnelle Erfolge: Um innerhalb einer Woche 5 Kilo zu verlieren, gibt es nur einen einzigen gesunden Weg: Man entbindet!

    • Da man das Rauchen für gewöhnlich öfter anfängt als aufhört, könnten die Tipps vielleicht doch noch irgendwann nützlich werden 😉
      Ich finde schnelle Erfolge sind auf lange Sicht gesehen fast immer keine. Wobei eine Entbindung schon als solcher gewertet werden kann, da ja irreversibel 😉

      • Li-hiebe Nicole,

        Deine Antwort hier wirft eine Menge Fragen auf!
        1. „Da man das Rauchen für gewöhnlich öfter anfängt als aufhört“ – Bis zur wievielten Sitzung darf meine Psychologin so etwas sagen, *heul*;-)
        2. Ist Irreversibilität eine generelle Vorraussetzung bzw. ein feststehendes Kriterium für Erfolg? Das würde dann nämlich meine Hausfrauenfrustration a la „Ich hab doch gestern erst alles sauber gehabt!“ erklären. 😉
        3. Warst Du um 4:14 Uhr noch oder schon wieder wach?
        🙂

        Liebe Grüße!

      • zu 1. eine Psychologin in einem Setting sollte das gar nicht sagen 😉 Aber es ist halt ein Fakt 😀
        2. Ich denke nicht, dass das per se ein Kriterium für Erfolg ist. Manchmal braucht es auch Flexibilität für Erfolg 🙂
        zu 3. Vampire schlafen nicht ;-D

        Liebe Grüße und Frohes Neues Jahr!

      • 1. Ahrg
        2. So will ich doch hoffen! 🙂
        3. Kommt drauf an: Bist Du ein Stoker-Vampir, ein kleiner Vampir-Vampir oder ein Meyer-Soft-Vampir? 😛 😉

    • Lieber Arno,
      Ich kann dir nicht ohne Zweifel glauben, dass du dir nichts für die Zukunft vornimmst… Auch wenn es vielleicht nicht gerade strikt zu Neujahr ist?!
      Dir ebenfalls das Beste für das Neue Jahr 🙂

      • Guten Morgen Nicole, doch ich habe ja immer ein Ziel für die Zukunft. Das bestmögliche aus mir raus zu holen. Das ist hart genug für ein Jahr, glaub mir 😉

  2. Hoffentlich ist „die Ironie aufgeben“ nicht Dein Neujahrsvorsatz 😉
    Freue mich auf viele weitere ironische, sarkastische, humorvolle, nachdenkbare, rad/tschlagende Beiträge von Dir.
    Happy New Year.

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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