PsychoLogisch: Wie kann ich als schüchterne Frau, Männern näherkommen?

Dieser Text ist eine Mischung aus Selbsthilfe, Selbstmitleid und Selbstbekenntnis. Trotzdem bereits im ersten Satz drei Mal das Wort „Selbst“ vorkommt, handelt es sich nicht um einen Ego-Artikel. Denn natürlich ist er auch eine Hilfestellung für alle schüchternen Frauen, die so sinnvoll und fundiert ist, als wäre sie aus einem Lifestyle Magazin. Seid also gespannt, oder schlaft ein (wie es für diese Uhrzeit wahrscheinlich sinnvoller wäre).

Als Einleitung erzähle ich euch eine kleine Anekdote aus meinem Leben. Die wird mir zwar niemand glauben und es als Ironie abtun, aber sie ist die einzige nicht ironisch gemeinte Aussage in diesem Text: Ich bin der schüchternste Mensch, den es auf dieser Welt gibt. Beistrich: Wenn es um Männer geht, die ich wirklich richtig toll finde.

Ich kann dann nicht mehr klar denken und nicht mehr sprechen. Dann werde ich ziemlich eigenartig und verhalte mich so, als würde ich den Mann nicht mögen. Also nicht absichtlich, weil eben aus Schüchternheit, aber die Summe meiner Verhaltensweisen lässt es so wirken. Ich bin zwar auch abweisend zu nervigen Männern, aber da meine ich das dann auch bewusst so. Nur dass diese meist nicht Mal von einem „schleich dich endlich, bitte“ beeindruckt sind, weil sie sich so enorm toll fühlen.

Es bliebe also prinzipiell nur die Möglichkeit: Abfinden mit dem, was einen anspricht, oder selbst aktiv werden bei dem, was einen anspricht (Dieser Satz schwelgt ein wenig auf mehrdeutigen Ebenen – sorry). Was noch erschwerend hinzukommt ist, dass ich es nicht mag, wenn ein Mann den Helden spielt und einfach überhaupt nicht schüchtern ist. Ich mag schüchterne Männer, die sind aber der Bezeichnung nach eben schüchtern! Eine bittere Angelegenheit.

Da mich die Möglichkeiten Single-Plattform, 10 Katzen auf einsamer Almhütte, 10 Katzen zusammengebunden zu einem Hund, allein bleiben und allein bleiben (ja, das steht hier wirklich absichtlich 2 Mal) nicht zufrieden stimmen, habe ich mir für 2016 vorgenommen, nur ein klein wenig weniger schüchtern und ein bisschen aktiver zu sein. Im realen Leben. So wo die normalen Leute sind und so. So halt. So. Soso.

Ich habe die letzen Jahre insgesamt eine knappe Stunde damit verbracht, mir über Annäherungen Gedanken zu machen, da ich viele andere Dinge hatte, denen ich Vorrang gab. Nur will ich mich jetzt diesem Thema widmen. Glaube ich! Vielleicht! Kann sein! Irgendwann bestimmt!

Was kann man also als Frau tun, wenn man schüchtern ist und dennoch irgendwann Mal wieder eine Beziehung haben will, die man nicht zwangsweise aus dem Internet gefischt hat?

Zettelbotschaften. Nichts freut einen fremden Mann mehr, wenn er von einer unbekannten Frau Zettelchen an seinem Arbeitsplatz findet, den man selbst ohne nachzufragen herausgefunden hat.

Augenkontakt. Es kann durchaus erotisch wirken, wenn du heftig mit den Augen zwinkerst. So, als hättest du ein Augenleiden. Das bringt dir Aufmerksamkeit und lässt dich sympathisch wirken. Schlecke dir dabei über den Mund. Das wirkt extra sexy.

Selbstbezogenheit. Überwinde deine Schüchternheit, indem du einfach ausschließlich nur von dir redest. Vom „Hallo“ bis zum „Tschüss“. So kommt er gar nicht erst dazu, zu flüchten.

Körpersprache. Winke unaufhörlich, bis er herkommt. Falls er dich fragt, ob du ein Problem hast, sage einfach: „Oh mon amour, seit dü ihr bist nüscht määähr“ (Ich wollte mit diesem Satz einen französischen Akzent vortäuschen)

Nacktheit. Zeige dich einfach immer eher nackt. So weiß dein Gegenüber gleich, worauf es dir ankommt und „what your mama gave ya. yo.“

Atemnot. Atemnot vortäuschen hilft immer. Es sei denn, der Mann ist mit der Situation überfordert oder nicht an dir interessiert. Dann hast du aus der getäuschten eine echte Not gemacht. Aber: no risk, no fun.

Hoffen. Hoffen hat nur den Anschein von Passivität. Dabei ist sie sehr aktiv. Wie das Warten auf Veränderung. Worauf du genau hoffen sollst, darfst du selbst entscheiden.

 

Da 10 Tipps zu überfordernd wären für eine schüchterne, passive Person, bleibt es erstmal bei 7.

 

Schüchterne Grüße,
Eure Nicole

Radschläge

© Nicole Inez

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15 Gedanken zu “PsychoLogisch: Wie kann ich als schüchterne Frau, Männern näherkommen?

  1. Ich weiß nicht wie das heute wirklich funktioniert, aber ich habe damals den Blickkontakt gesucht oder mich einfach vorgestellt und wir haben gemeinsam einen Kaffee getrunken. Mehr war nie nötig 😉

      • Achso, dein erster Post hat sich so easy angehört, als wärst du es gar nicht 🙂 Bei mir ist immer der erste Schritt und die Annäherung unmöglich! Wenn das dann Mal geschafft wurde, „geht’s“ eigentlich….

      • Vor 30 Jahren war das nicht easy und es braucht schon Ausdauer bei lauter Musik und schummriger Beleuchtung jeden Freitag und Samstag auf die Angebetete zu warten, dabei Spaß zu haben und anderen Versuchungen zu widerstehen. Selbst beim ersten richtigen Date habe ich mich so lange wie möglich vor dem Küssen gedrückt. Dabei sind die Frauen zum Schluss total unbeabsichtigt fast durchgedreht, bekomme bei meiner Frau aber immer noch weiche Knie 😉

      • Spannend! 🙂 Gedrückt wegen Schüchternheit? Ich denke, das mit dem Warten in der Disco ist nach wie vor Gang und Gebe…. Wobei ich das Gefühl habe, dass die Männern von Generation zu Generation weniger Gentleman sind (und viele Frauen auch der Meinung sind, es wäre nicht mehr notwendig). Ich widerspreche da aber vehement 😉

      • Ich halte gutes Benehmen und Umgangsformen immer für notwendig, auch für Frauen. Möglicherweise geht heute vieles schneller, aber der Reiz des Langsamen geht dabei verloren. Jungs sind ja keine Männer oder Gentleman nur weil sie 18 sind oder Haare iauf der Brust haben (die selbstverständlich rasiert werden müssen 😉 ), sondern sie sind immer noch Jungs, bis sie in einer Beziehung das Gegenteil beweisen, vorher sind es höchstens wüste Sandkastenspiele 😉

      • Das finde ich auf jeden Fall auch! Gute Umgangsformen und Benehmen sind das „A“ und „O“. Nur leider immer Seltener anzutreffen….
        Hahaha das kann ich bestätigen, dass sie das nicht sind 😀 Wüste Sandkastenspiele 😀 😀 😀

  2. Als notorisch ironieresistenter Trockenknochen muss ich mir dein Menü notgedrungen gänzlich salzfrei zu Gemüte führen. Aber ich muss sagen, deine Tipps machen auch im ‚alles-für-bare-Münze-nehmen Modus‘ Sinn. Vollst & totalst. Schappoo! 🙂
    Nur ein klitzekleines Detail möchte ich (chronische Besserwissitis, sorry) hinzufügen. Männer spielen keine Helden. Männer SIND Helden. Ausnahmslos. Es fragt sich nur, was für welche. Wobei es sich nahezu automatisch mitfragt, ob man (das wäre in diesem Fall die Frau) das überhaupt so genau wissen will/soll/muss…

    • Also ich nehme stark an, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich an diese Tipps halten und das allen Ernstes (oder Franzes – ohahaha was für ein schlechter Wortwitz ;-))

      Außerdem orientieren sich meine Wahnwitzigkeiten teilweise auch an Alltagsbeobachtungen. Von daher alles echt nicht soooo abwegig….

      Also ich bevorzuge jedenfalls Männer, denen ich selbst sage, WARUM sie mein Held sind! 🙂

      • Wortwitz hin oder her – der Ernst darf ruhig mal Pause machen, finde ich. 😉
        Hehe, die Komik von Alltagsbeobachtungen ist nicht zu unterschätzen. Dagegen verblasst (fast) jede handelsübliche Fantasie.
        Ja, dieser private Heldenstatus ist dann allerdings qualitativ eine ganz andere Sache als die „“Helden““ von der Stange. 🙂

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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