Warum mag ich dich nicht?

Kennt ihr folgendes Gefühl: Ihr begegnet einem Menschen und er ist euch auf Anhieb sympathisch. Dann trefft ihr auf eine Person, die euch vom ersten Moment an unsympathisch ist. Eigenartig? Vielleicht, aber nicht grundlos. Warum also fühlen wir uns zu manchen Leuten mehr hingezogen und zu anderen überhaupt nicht? Und warum können wir es oft gar nicht Mal in Worte fassen, warum wir das Gegenüber nicht mögen?

Es gibt Millionen Zusammensetzungen von Werten, Aussehen, Charakteren, Vorstellungen, Schwingungen, Ausstrahlungen, Ansichten, Meinungen und Düften. Und unter den Millionen von Menschen, gibt es nur ein paar, mit denen wir liebend gerne Zeit verbringen und die wir einfach mögen, ohne es großartig zu hinterfragen. Doch dann gibt es auch jene, die man absolut nicht ausstehen kann.

Da es verschiedene Hauptgründe gibt, warum wir uns zu manchen Leuten nicht hingezogen fühlen, oder sie sogar ablehnen, werde ich dieses Phänomen von mehreren Aspekten erklären.

1. Gerüche: Die subtilste aller Ebenen, ist wohl jene der eigenen Ausdünstungen. Bei der Partnerwahl ist in der Psychologie bekannt, dass sich Paare finden, die sich „gut riechen“ könnten. Dies ist ebenfalls so, wenn wir einem Fremden begegnen. Wir können den anderen „riechen“ oder nicht. Das ist jedoch eine Ebene, die wir nicht bewusst wahrnehmen, sondern die unterbewusst abläuft.

2. Aura: Dieser Punkt wird in der Psychologie nicht behandelt, da er nicht in die Naturwissenschaft passt und nicht mit psychologischen Instrumenten messbar ist. Aura ist jedoch ein Energiefeld, welches einen Menschen umgibt. Manche Leute haben scheinbar eine Ausstrahlung, die in uns Unbehagen oder Gefühle auslöst, die wir nicht fühlen wollen. Es gibt auch Menschen, die eine sehr einnehmende Aura haben, sodass man nicht mehr klar entscheiden kann, ob man die Person eigentlich mag, oder nicht. Man nennt sie in der Psychologie Psychopathen, sofern diese Personen Menschen anhand ihres Vorteils anderen bewusst schaden..

3. Vorurteile: Wenn man in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, mit einer offensichtlichen Eigenschaft einer Person (Aussehen, Charakter, soziodemografische Daten…), kann es passieren, dass man unterbewusst oder auch bewusst von vornherein etwas gegen einen bestimmten Typ Mensch hat. Egal was diese Person tut oder nicht. Sie wird stigmatisiert und kann nicht mehr gemocht werden, da wir in oder aus unserem Vorurteil denken. Für Vorurteile reicht es jedoch auch schon aus, dass man z.B. einfach ein sehr ängstlicher Mensch ist und schnell verurteilt.

4. Wertvorstellungen: Der häufigste und offensichtlichste Grund, jemanden nicht zu mögen, sind unterschiedliche Werte und Weltanschauung. Hierbei kommt es am häufigsten zu Konflikten, die sich auf der lose-lose-Ebene abspielen, die nur noch gerichtlich gelöst werden können. Wenn beispielsweise jemand permanent zu spät kommt, mich versetzt und Termine verschläft und ich aber ein strukturierter, pünktlicher und zuverlässiger Mensch bin, werde ich früher oder später einen Wertekonflikt haben. Menschen umgeben sich lieber mit Leuten, die ihre Werte vertreten. Dies hält auch Beziehungen auf lange Sicht aufrecht.

5. Verfall: Es gibt auch Leute, die mochte man Mal. Da sie anfangs anders waren, als sie dann im Endeffekt doch sind. Normalerweise merkt man recht schnell, ob einen jemand sympathisch ist. Bei z.B. Narzissten ist es jedoch schwer, gleich von Anfang an zu merken, dass sie eigentlich nur auf sich selbst bezogen und eigentlich weder beziehungsfähig- noch -interessiert sind. Wenn man jedoch jahrelange Erfahrung mit solchen Menschen hat, hat man über die Zeit schon anfangs ein mulmiges Gefühl (der Abneigung), welches man gerne übergeht, weil man nicht vorurteilen möchte. Tipps im Umgang mit Energieräubern gibt es hier: Was ist ein Energievampir?

6. Respekt: Jeder Mensch möchte angenommen, respektiert und gut behandelt werden. Doch man wird immer wieder auf Personen treffen, die denken, sie könnten sich mit jedem alles erlauben. Dies ist ein weiterer Grund, warum man jemanden nicht (mehr) mögen kann: Respektloser und nicht empathischer Umgang (Stichwort: Elefant im Porzellanladen)

7. Projektion: Es gibt ein Sprichwort, welches besagt, dass man an seinem Gegenüber nicht ausstehen kann, ist meist die größte Baustelle bei sich selbst. In der Psychologie nennt man diesen Vorgang „Projektion“ (laut Freud einer der primitivsten Formen der Verdrängung). Kurzum: Was ich an mir selbst nicht leiden kann, schiebe ich (UNBEWUSST!) auf andere und mag es im Außen nicht.

8. Eifersucht: Statistisch erwiesen, öfter bei Frauen vertreten als bei Männern: Wenn jemand anders etwas hat, dass ich gerne hätte, aber nicht erreichen kann. Das Gros greift hier zur einfachsten Methode, nämlich der Eifersucht. Es selbst besser zu machen, würde nämlich etwas erforden, was man sich selbst aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen nicht zutraut. Es ist aber durchaus auch möglich, dass man realistisch gesehen wirklich nicht über die Fähigkeiten verfügt.

9. Schuld: Jemand hat mir gegenüber, oder hinter meinem Rücken etwas getan, was unfair, hinterhältig, oder ungesetzlich war: Dies ist wahrscheinlich ein offizieller, anerkannter und legitimer Grund, jemanden nicht zu mögen. Wobei wir hier schon eher beim Thema Hass und nicht mehr Antipathie wären.

10. Gruppendynamik: In meiner Arbeit mit Kindern, ist mir aufgefallen, dass Mobbing und Ausgrenzung oft sehr früh beginnt. Jedoch lernen Kinder von uns Erwachsenen und wir sind beim Thema Ausgrenzung Spitzenreiter. Oft schließt man sich einer Gruppe an, um nicht ebenfalls zum „Außenseiter“ zu werden. Gruppendynamiken sind beim Thema Antipathie viel machtvoller, als man denkt.

Meist ist es eine Mischung der genannten Punkte, warum man jemanden nicht mag. Manchmal spielt es sich aber auch auf Ebenen ab, die wir nur schwer nachvollziehen und begreifen können. Es bedarf oft ein hohes Maß an Selbstreflexion, um zu beurteilen, warum. Und selbst dann ist es einfach so, dass man das Nicht-Mögen nicht immer ändern möchte.
Sympathisierende Grüße,
Eure Nicole

Antipathie

©Nicole Inez

 

 

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