Blogparade zum Thema „Vorbild“

Der Personalcoach Jörg Konrad Unkrig hat zu einer Blogparade eingeladen und ich wollte dem Aufruf folgen, da ich das Thema „Vorbild“ nicht nur als Psychologie-Studentin spannend finde, sondern auch aus persönlicher Sicht viel dazu zu sagen habe. Einleiten möchte ich meinen Artikel mit einem Zitat, welches mir zum Thema Vorbild sofort eingefallen ist: „Wer einem Vorbild nacheifert, kann maximal ein Abbild davon werde.“

Mit diesem Satz ist zwar schon viel von meiner Meinung gesagt, jedoch noch nicht alles. Natürlich braucht Mensch prinzipiell andere, an denen er sich mehr oder weniger orientieren kann, sonst wäre ja Entwicklung nicht möglich. Aber die „Vorbildkultur“, wie wir sie aus unserer Gesellschaft kennen, halte ich für Schwachsinn. Denn die Mode, Wirtschaft, Prominente, Medien…. geben vor, was „vorbildlich“ im Sinne eines „Muss“ wäre. Und dann gibt es wiederum sehr viele Menschen, die diesem „Muss“ folgen, weil sie sich ein Vorbild suchen und dieses dann nachäffen.

Somit bin ich schon bei meiner Kernmeinung: Es ist nicht gut, sich einfach blind an jemandem zu orientieren. Vor allem nicht, wenn man eine Person gar nicht kennt. Jeder sollte das Beste aus sich selbst rausholen. Was mich auch schon zum nächsten Zitat bringt: „The only person you should try to be better than is the person you were yesterday.“ -Unbekannt.

Ich selbst lebe dieses Zitat schon seit ich lebe. Weder in der Kindheit, noch in der Jugend hatte ich ein richtiges Vorbild. Mir war scheinbar schon als Kind von Innen heraus bewusst, dass in mir Fähigkeiten und Seiten schlummern, an denen ich arbeiten kann und durch die ich mich weiterentwickeln kann. Vielleicht hat mich auch nie jemand so sehr begeistert, dass ich GENAU SO sein wollte. Oder vielleicht war mir bewusst, dass kein Mensch vollkommen ist.

Was ich schon sagen muss, dass es Personen gibt, die mich sehr inspiriert haben auf meinem Lebensweg.
Da war dieser eine Trainer während meiner Journalismus-Ausbildung, den ich immer in Erinnerung behalten werde, wegen seinem „anders sein“ und seiner einnehmend, aktivierenden Art.
Oder meine Englischlehrerin aus der Oberstufe, die so ehrlich und Menschen durchschauend war, dass es schon wieder amüsant war, weil sie mit ihren Einschätzungen immer Recht hatte.
Oder mein Lieblingsonkel (der leider schon verstorben ist), der trotz Krankheit immer besonnen war und mich verstanden hat, als es sonst keiner wollte.
Oder Dave Pelzer, der Autor, der trotz seiner abartigen Kindheit einen Weg in die Normalität gefunden hat und sogar über all das Leid geschrieben hat, ohne daran zu zerbrechen. Wer ihn nicht kennt: Dave Pelzer
Oder Robert Palfrader, der so viele Rollen als Schauspieler hatte und mich einfach in jeder seiner Formate wirklich zum lachen bringt.
Oder Kurt Cobain, den ich zwar nicht einmal zu Lebzeiten erlebt hatte, der aber mit so einer Leidenschaft bei jedem seiner Songs war, dass mir noch heute die Gänsehaut über die Schultern läuft, wenn ich das sehe.
Oder meine Statistik-Professorin, die didaktisch so gut war, dass ich als Anti-Mathe-Genie einen Zweier auf die Prüfung geschrieben habe.

All diese (und noch viel, viel mehr) Menschen haben mich bisher (sehr) berührt und inspiriert, weil sie etwas hatten, was mich auch betroffen hat. Oder weil sie Eigenschaften an sich hatten, die ich auch in mir trug, die aber bis dahin noch nicht aus mir herausgekommen waren. Weil ich wahrscheinlich zu feig war, oder mir dessen noch nicht bewusst.

Es wird auch weiterhin Menschen geben, die mich berühren, von denen ich mir „eine Scheibe abschneiden“ kann, die mein Herz erreichen und denen ich dankbar sein werde, dass sie in welcher Form auch immer mein Leben gekreuzt haben. Die mich als Mensch weiterbringen, weil sie es menschlich weit geschafft haben. Da sie zu sich stehen, ihre Berufung gefunden haben und Schönheit von Innen ausstrahlen.

Hätte man nur ein einziges Vorbild, würde man 1. sich selbst unter den Scheffel einer anderen Person stellen und 2. nicht mehr fähig sein zu erkennen, dass die Welt voll toller Menschen ist, die allesamt Stärken und Schwächen haben. So wie auch man Selbst.

In diesem Sinne,
Frohe Selbstfindung.

Liebe Grüße,
Eure Nicole

 

 

©Nicole Inez

 

 

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22 Gedanken zu “Blogparade zum Thema „Vorbild“

  1. dein Artikel zeigt mir gerade, dass meine Motte (Tochter 13 Jahre) alles richtig macht. Sie ist wohl nicht die typische 13Jährige, weil sie sich gerne abgerenzt von den ANDEREN.Dabei ist sie aber nicht unsozial hat nur ihren ganz eigenen Stil und Style sowie Musikgeschmack….kann nicht sagen sie macht irgendjemanden etwas nach. Ich war da früher etwas anders….glaube ich hole das aber irgendwie alles noch heute nach und seit den letzten 6 Jahren mal mehr mal weniger…dadurch habe ich mich gefunden und bin bei meinem Schatz gelandet, der neben meinen Kids das Beste ist was mir je passiert ist

    • Ich hatte auf jeden Fall ein paar Jahre dazwischen, in denen ich mich verbogen habe und so gelebt habe, dass andere glücklich sind. Dennoch hatte ich nie ein absolutes Vorbild, weil ich wusste, dass ICH MICH finden muss und niemanden sonst.
      Deshalb bin ich mir sicher, dass Nachholen besser ist, als es nie zu tun/schaffen 🙂 Egal was!

      • jup….das ist auch eine sehr lange Geschichte….die in der Kindheit begann und mit Therapie einherging, mit Märchen-Geschichtenschreiben weiterlief, etwas mit Glauben und Unglauben weiterlief, die mich wissen ließ wie unglaubich das Leben sein kann….dann eine Scheidung zu Folge hatte, viel Schmerzen zwei Ausbildungen und dann ein: Endlich Ankommen….muaaaaa lach ein Menschenleben eben

      • Jeder hat eine Geschichte und eine Vergangenheit. Manche sind mit einer einfachen gesegnet, andere nicht. So ist das Leben! Der Umgang damit ist entscheidend.

      • ja du hast Recht. Was ich aus all dem gelernt habe ist und was mein Wendepunkt war: Ich muß mit dem was passiert ist versöhnt leben, aber ich muß nix verzeihen….denn alles was passierte, macht micht aus:) Danke für diesen Blog

      • Da gebe ich dir Recht. Am wichtigsten ist meiner Erfahrung nach, gut für sich zu sorgen, dann kommt eine bessere Zeit von „allein“. Danke und: Bitte, gerne! 😀

  2. Hallo Nicole Inez, das ist wahr: Heute werden Vorbilder geliebt und vergöttert …ich weiß noch, kurz vor meinen Abitur ( …ein paar Jahre her …) habe ich mir soooo viele Sorgen gemacht, denn ich hatte keine Vorbilder und was noch schlimmer für mich war Ziele …jeder wusste, wie es weitergehen soll und ich nicht …mein Vater sagte mir immer damals : lass dir Zeit , mach dich nicht verrückt , die richtige Entscheidung kommt mit der Zeit . Und er hatte recht , ein Jahr Auszeit im Ausland , viele Tage zum nachdenken und heute weiß ich: für mich sind nicht Vorbilder wichtig, sondern die Menschen, die mich lieben, die hinter mir stehen und mich auch bei verrückten und sinnlosen, kleinen und großen Projekten des Alltags unterstützen. Mein Ehemann und meine Kinder, meine Eltern und Freunde, auch Nachbarn beim netten, kurzen Gespräch.

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