Blogparade „Mit leichtem Gepäck“

Neues Jahr, neue Ziele? Wer meinen Blog schon länger liest, der weiß, dass ich ein Mensch bin, der sich nicht an allgemein gültigen Daten festhält. Wer meinen Blog heute zum ersten Mal liest: Ich mache im privaten Kontext Dinge, wenn mir der Kopf danach steht und nicht, weil Datum es sagt. Für alle, die meinen Blog nicht lesen: Ihr lest meinen Blog nicht. Auf jeden Fall, hat mich das Thema der Blogparade „mit leichtem Gepäck“ dazu inspiriert, mir nachsätzlich (nein, das Wort gibt es wirklich nicht) Vorsätze zu nehmen.

Aber was ist eigentlich „leichtes Gepäck“ für mich? Leichtes Gepäck ist für mich die Abwesenheit vom schwerem Gepäck. Seit Jahren befreie ich mich mehr und mehr von allen und allem, die und was ich als Last erlebe und erlebt habe und immer mehr Leichtigkeit stellt sich ein. Das bedeutet nicht, dass das Schicksal es immer gut meint. Das heißt auch nicht, dass ich ein „einfaches“ Leben habe. Das sagt nicht aus, dass ich immer glücklich bin. Aber ich fühle mich gut, frei und selbstbestimmt. Im Gegensatz zu meiner Vergangenheit.

Aber selbst, wenn man sich seinen Weg aus dem Schlamassel so gut wie möglich geebnet hat, kann man nicht an der Stelle stehenbleiben. Das Leben fließt weiter und man ist gut beraten, sich dem zu fügen. Alles andere würde früher oder später in einer Depression, oder sonst einem psychischen Phänomen enden. Oder über die Jahre im schlimmsten Fall sich als körperliche Erkrankung manifestieren. Deshalb update ich mich selbst so oft und so gut es geht in regelmäßigen Abständen.

Das Thema der Blogparade war ein guter Anlass dazu. „Was also ist Dein schweres Gepäck, Nicole Inez – Deine PsychoLogin“, habe ich mich gefragt. (Oder so)

Dazu habe ich überlegt und überlegt und kam zum Entschluss, dass man eigentlich nicht lange überlegen muss, was man ändern möchte. Kennt ihr die Momente, wo sich euch der Magen zusammenzieht, oder wo ihr ein mulmiges Gefühl habt? Kennt ihr Menschen, wo ihr Angst habt, ihr selbst zu sein? Kennt ihr Leute, die euch nur volltexten mit sich und ihren Problemen? Kennt ihr die Momente, in denen ihr in euer gelerntes Muster verfallt und lieb, nett und angepasst seid, obwohl ihr dem Gegenüber die Augen auskratzen könntet.

Ist euch auch immer wieder ein „ja“ über die Lippen gerutscht, wo schon längst nur noch „nein“ kommen sollte? Kennt ihr auch Leute, die einfach auf 100 Kilometer ausstrahlen „Ich bin ein Ungustel (Anm.: Österr. Wort für unmögliche Person), hasse mich selbst und will eigentlich eine Watschn?“ Seid ihr abhängig von Dingen, die euch runterziehen? Und seid ihr auch manchmal zu streng zu euch selbst, oder gebt viel zu schnell auf, wenn euch etwas nicht gelingt?

Ich habe mir Zeit genommen und bin durchgegangen, in welchen Momenten ich mich (immer wieder) schlecht gefühlt habe. Für mich nämlich das eindeutigste Zeichen dafür, dass es sich nicht um „leichtes“, sondern schweres Gepäck handelt.

  • Ich werde mich noch mehr von negativen Menschen fernhalten: Meine Definition von negativ findet sich hier: Energievampire.
  • Ich werde außerdem nicht mehr nur noch freundlich sein, sondern meinem Gegenüber angepasst.
  • Wenn ich jemanden nicht mag, dann werde ich mit dieser Person auch so wenig wie möglich austauschen, oder gar nicht austauschen.
  • Ich werde meine Ziele verfolgen, ohne mich dabei von Außen demotivieren zu lassen.
  • Ich umgebe mich mit Menschen, die vorwärts streben, mich inspirieren und mich unterstützen.
  • Ich fokussiere meine Energie auf das, was ich möchte.
  • Ich ignoriere soweit wie möglich asoziale, ideenlose, dreiste und unhöfliche Kreaturen.
  • Ich möchte loslassen was war und akzeptieren was ist.
  • Ich gebe mir Zeit.
  • Ich nehme mir Zeit.

Ich kann über mich selbst sagen, dass ich für viele Dinge 15 Anläufe (zum Glück nicht für Prüfungen) oder mehr brauche. Es hat ewig gedauert, bis ich nach 10 Jahren endlich das Sucht-Rauchen aufgegeben habe. Es waren unzählige Anläufe, bis ich über 15 Kilo abgenommen habe. Es hat dutzende Versuche gebraucht, bis ich mich von schädlichen Menschen getrennt habe. Aber jeder einzelne Versuch hat mich gestärkt. Und jeder einzelne Versuch hat mir eine Lehre hinterlassen.

Und mit jedem Reinfall sinkt die Wahrscheinlichkeit, denselben Fehler nochmal zu machen. Weil man leidet, lernt und weil man lebt. Hierzu ein großartiges Lied von Alanis Morissette .

Am allerwichtigsten als Reminder, finde ich jedoch meine Lieblings-Geschichte (Autor unbekannt):

Autobiographie in 5 kurzen Kapiteln (Portia Nelson)

1. Kapitel

Ich gehe eine Straße entlang.
Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin ratlos und hilflos.
Ich fühle mich nicht für das Hineinfallen verantwortlich.
Es dauert endlos lange, wieder herauszufinden.

2. Kapitel

Ich gehe die Straße entlang.
Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.
Ich tue so, als ob ich es nicht sähe.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, dass ich mich wieder in dieser Situation befinde.
Aber ich fühle mich nicht dafür verantwortlich, dass ich wieder in dieser Situation bin.
Es dauert immer noch lange, herauszufinden.

3. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.
Ich sehe, dass es da ist.
Ich falle wieder hinein – es ist schon eine Gewohnheit –
Aber ich habe meine Augen dabei weit geöffnet.
Ich weiß, wo ich mich befinde.
Ich fühle mich verantwortlich für die Situation, in der ich bin.
Ich klettere sofort heraus.

4. Kapitel

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Im Gehsteig ist ein tiefes Loch.
Ich gehe daran vorbei.

5. Kapitel

Ich gehe eine andere Straße entlang.

 

Erzählt mir doch eure Vorsätze für die kommende Zeit? Lasst es mich wissen, ich bin gespannt!

 

Gepackte Grüße,
Eure Nicole

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Text & Idee: Nicole Inez

 

 

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Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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