Warum werden Sockenpaare immer untreuer?

Es gibt Tage, da beschäftigen mich einfache, logisch beantwortbare Fragen wie die Quantenphysik, oder die Entstehung des Universums und dann gibt es Tage, in denen mein Gehirn auf Hochtouren arbeitet und sich mit unglaublich philosophischen, tiefgründigen Inhalten beschäftigt. Wie zum Beispiel: „Wohin verschwinden eigentlich einzelne Socken?“ Da man diese Frage nicht einfach so stehen lassen kann, muss man überlegen, woran das liegen könnte, dass irgendwann aus fast allen Sockenpaaren, Singles werden.

Du kennst es. Sie kennt es. Er kennt es. Sie kennen es. (Ich wollte von der typischen Einleitung „Jeder kennt es“, Abstand nehmen und sie kreativ ausarten lassen. Ich finde es übrigens sehr kreativ. Wer das anders sieht, dem kann ich nur raten, es besser zu machen.). Auf jeden Fall möchte ich wieder zurück zum Thema. Also: Jeder kennt es: Man kauft sich 10 Paar Socken und irgendwann trennen sich ihre Wege. Ich gebe ja der Waschmaschine Schuld daran. Es kann aber durchaus auch andere Gründe haben, warum sich Socken fast so häufig trennen, wie Eheleute in Österreich. Oder Deutschland (Dort löst sich laut diesem Artikel jede 3. Ehe). Aber darum geht es heute nicht. Denn es geht um viel Wichtigeres: Socken!

Da es mir mit Schiebespangen und Gummiringerln genauso geht, wie mit Socken (man kauft sie und nach und nach verschwinden sie auf mysteriöse Art und Weise), bin ich zu der Ansicht gekommen, dass sie in einem Verwandtschaftsverhältnis zueinander stehen. Vielleicht sind Socken die Tanten und Onkeln von Spangen, wer weiß. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld ich bereits für Dinge ausgegeben habe, damit sie danach einfach verschwinden können. Zum Glück habe ich noch nie für die Liebe bezahlt.

Vielleicht erinnert ihr euch nicht mehr, wie der eigentliche Ablauf dieses mysteriösen Verschwinden eigentlich von Statten geht. Deshalb werde ich es euch nochmal Schritt für Schritt aufzählen:
1. Man kauft sich neue Socken. In meinem Fall sind es immer sehr coole und auffällige (Hello Kitty, Zebra Muster, pink, Snoopy….). So fällt es dann noch mehr auf, wenn sich einer der beiden Socken verabschiedet.
2. Man freut sich, endlich wieder genug gleiche Sockenpaare zu haben, um einen zweiwöchigen Urlaub ohne peinliche Bekleidung zu überstehen.
3. Man wäscht die Socken 10-20 Mal in einem Zeitraum von ein paar Monaten.
4. Nichts passiert. Damit meine ich, alle Socken kommen wieder zurück von ihrem Ausflug in die Waschmachine.
5. Man wiegt sich in Sicherheit und ist der Meinung, dass man dieses Mal treuere Socken ausgesucht hat, die wirklich ein Leben lang zusammenbleiben wollen. Bis dass der Mistkübel sie scheidet.
6. Nichts ahnend hängt man eines Tages die Wäsche auf. Plötzlich grinst nur noch eine Hello Kitty doof von der Socke. Die zweite ist unauffindbar. Wenn man sensibel genug ist (oder einfach genug Alkohol getrunken hat), kann man sehen, dass die übrig gebliebene Katze weint. Sie ist einsam.
7. Man ärgert sich und sucht nach der Socke.
8. Man findet sie nicht.
9. Diese Prozedur schauen sich auch andere Sockenpaare an und gehen in den nächsten Monaten ebenfalls getrennte Wege.
10. Man hat kaum mehr zusammenpassende Socken und kauft sich wieder 10 neue Paare.

Ich sitze nun seit Donnerstagabend in meinem Zimmer auf meiner Almhütte und studiere diese Frage: Woran könnte es liegen, dass Socken nicht ein Leben lang zusammenbleiben? Meine 10 Katzen schütteln nur noch den Kopf und zeigen mir den Mittelfinger. Als ob ich verrückt wäre und diese Frage sinnlos wäre. Bald werde ich sie zu einem Hund zusammenbinden, dann werden sie sehen, was sie davon haben. Entschuldigung, der Choleriker in mir brauchte Auslauf.

Kommen wir nun also zu den 10 Theorien, woran es liegen könnte, dass Socken sich immer und immer wieder trennen, ohne jemals zurückzukehren:

1. Socken sind von Haus aus untreue Wesen.
2. Sockenpaare stinken sich nur noch an und können sich nach einiger Zeit einfach nicht mehr riechen.
3. In jeder Waschmaschine wurde ein perverser Mensch eingebaut, der Socken stielt, um daran zu riechen.
4. Socken fahren hin und wieder allein auf Urlaub. Sie kommen zwar wieder zurück, sind aber zu klein, um bei der Klingel anzuläuten und bleiben dann irgendwann am Gehsteig liegen.
5. Socken würden eh gerne zusammenbleiben, sind aber viel zu abenteuerlustig, um sich an eine Socke zu binden.
6. Socken finden es eigentlich langweilig, so gleich auszusehen und drücken sich vor ihrem Schicksal, in dem sie das Weite suchen.
7. Strumpfhosen waren eigentlich auch Mal Socken. Nur haben sie pro Waschgang eine Socke gefressen uns sind somit zu Strumpfhosen geworden. Wer übrigens einen super Blog zu diesem Thema verfolgen möchte: https://fashionmylegs.wordpress.com/. Ich tue es bereits seit Langem und lese jeden Beitrag mit voller Neugier.
8. Socken schämen sich vor den riesigen, imposanten Strumpfhosen und suchen das Weite. Sie sind so gekränkt in ihrer Eitelkeit, dass sie ganz darauf vergessen, ihren Partner mitzunehmen.
9. Socken werden von Spinnen, oder anderem Kriechgetier verspeist.
10. Socken sind eigentlich Außerirdische und werden nach einer bestimmten Zeit auf der Erde, wieder zurückgeholt auf ihren Heimatplaneten.

 

Da mich eine meiner Katzen gerade in den Zeh gebissen hat, höre ich auf zu schreiben. Die Alm ruft. Hört ihr sie auch?

Verschiedene Grüße,
Eure Nicole

 

DSC_0245

Text und Idee: Nicole Inez

 

 

 

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24 Gedanken zu “Warum werden Sockenpaare immer untreuer?

  1. ⭐ ⭐ :star:… wen interessiert Bauer sucht Frau wenn man ein Sockenpaar glücklich machen kann… ich bin Optimistin und glaube daran, das die Ausserirdische Intelligenz nur scharf auf die Erforschung sockenspeziefischer Paarbeziehung ist… das Interstellare Duale System im Kontext…

  2. Ach so genial
    Du hast mir den Abend versockt ☺️😉
    Trage übrigens – wenn ich wetterbedingt Socken tragen muss – ständig unterschiedliche Socken. Mir ist es egal und die Leute amüsieren sich.
    ☺️

  3. Was die Socken angeht….bei uns zu Hause bin ich der Meinung, ist die Waschmaschine schuld. Eindeutig…entweder frisst sie die Socken oder bunkert sie irgendwo. So für schlechte Zeiten und so 🙂

      • Unsere scheint sehr bedacht auf die Zukunft zu sein. Aber ihre verstecke sind so gut,das auch mutmaßen lässt das sie diese gleich verspeist oder eine weitere Waschmaschine mit versorgt.

        Ich muss mich mal mit ihr unterhalten; -).

  4. Ich mochte deine kreativ-ausgeartete Einleitung SEHR. Wenn ich darf, verwende ich sie selbst einmal.
    Nun zu den Socken: Mir gefällt Theorie 4 am besten. Das Bild der armen kleinen Socke, die zu klein ist, um an die Klingel zu kommen, ist einfach herrlich schön!

    Tatsächlich ist es aber glaube ich wirklich so, dass Socken sich heutzutage viel schneller trennen als früher, da wird einfach nicht mehr gekämpft! Um die Freundschaft! Die Liebe!
    Wozu auch? Wir leben ja in einer Gesellschaft, die vermittelt: es geht dir gut? Du hast alles? Nein! Es könnte noch viel besser sein! Du könntest etwas noch viel besseres haben. Du musst nur zugreifen. Schnell! Sonst verpasst du es.

    Ich schwöre, eine meiner Socken murmelte letztens zur anderen „ich geh mal eben Zigaretten holen.“ Seitdem habe ich auch so eine weinende Katze zuhause…

    • Das freut mich, dass du sie mochtest. Wenn du mich verlinkst oder erwähnst, ja…. 😉
      Ich finde ehrlich gesagt die Idee mit dem Perversen am Unterhaltsamsten 😀 Weiß auch nicht warum – schräger Humor wahrscheinlich 😉
      Ja, da scheinst du Recht zu haben….. Socken passen sich an uns Menschen an 😦 Man kann ihnen aber auch nicht böse sein: Sie sehen es ja auch nicht anders…..

      Hahaha die arme Katze :-/

  5. Diese einzelnen Socken verwandeln sich nach dem Verschwinden in Tupperdosendeckel, die dann ohne zugehörige Dose im Schrank auftauchen! 😉

  6. Man muss fest an die Socken glauben. Ich hatte einmal eine einzelne Socke für mehrere Monate an meine Pinnwand gehängt, was einen Aufhänger für viele witzige Gespräche gab, und die zweite ist wieder aufgetaucht. Sie war mit einem Kopfkissenbezug fremdgegangen, hat sich dann aber auf ihren treuen Partner besonnen. Ansonsten hat natürlich jede Wohnung ein Bermudadreieck, das muss man akzeptieren. Vielleicht ist es ja in der Waschmaschine.

  7. Liebe Nicole,
    ich habe mit Begeisterung Ihren Sockenartikel gelesen. Vor allem die Einleitung gefällt mir sehr, die auch dann noch wunderbar ist, wenn man statt des Sockenproblems ein anderes komplexes Alltagsproblem hat.
    Auch die 10 Theorien gefallen mir ausgezeichnet, leuchten mir ein, bringen mich auf Ideen.
    Aber (nun kommt das große ABER), was mache ich bitte, wenn bei mir keine Socken verschwinden?
    Muss ich mir Sorgen machen? Bin ich nicht normal?
    Wenn ich mich sehr anstrenge, kann ich nur einen einzigen Fall erinnern, einem Sockensingle in unserem Haushalt begegnet zu sein. Der Fall wurde nie geklärt.
    Nun habe ich bei Ihnen die Reuegeschichte gelesen und dass Sarah sehr viele Beziehungen hatte.
    Ist es unter Umständen möglich, dass es einen geheimnisvollen Zusammenhang gibt, zwischen dem Beenden einer Beziehung und dem Verschwinden einer Socke?
    Ich habe nun mal stichprobenartig Freunde gefragt, wie viele Beziehungen sie hatten und wie viele Socken schon verschwunden sind. Sie werden es nicht glauben! Das passt!
    Leichte Differenzen in der Datenerfassung erklären sich durch Verdrängung, Vergessen oder dass das Enden einer Beziehung durch Todesfall keine Socken verschwinden lässt. (Seelen kommen wohl auch ohne Socken aus?!)
    Auf jeden Fall habe ich nun wieder etwas zum Grübeln. Danke dafür!
    Gruß Heinrich

    • Lieber Heinrich,
      Ich hoffe, das Du-Wort ist ok… Tue mich da leichter beim Kommunizieren.
      Das freut mich zu lesen 🙂
      😀 Was man da tut? Ich würde vorschlagen, sich einfach unendlich freuen, dass man diese Problem nicht hat….
      Echt? Da gibt es einen Zusammenhang? Diebische ExfreundInnen wahrscheinlich…..

      Liebe Grüße,
      Nicole

  8. Pingback: Der Doppelpack – Tanja im Norden

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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