Psychology2go: Warum sind Ziele so wichtig?

Ich werde nie den Nachmittag vergessen, an dem ich mit meinem Date (es war das 3. oder so) durch die Stadt schlenderte. Nach ein paar Treffen und einer vorangegangen Beleidigung seinerseits, hielt ich es für angemessen ihn nach seiner Zukunft zu befragen. Denn die Antwort auf diese Frage würde nicht nur für seine Zukunft entscheidend sein. Wer will nicht, dass sein Gegenüber für irgendwas brennt? Bienen, Kinder, eine gute Karriere, Schuhfetischismus? Irgendwas! Irgendwas muss doch jeder Mensch erreichen wollen!

So dachte ich auch, dass Dagobert (Name von Redaktion geändert) für irgendwas brennen würde. Alkoholeskapaden vielleicht. Als Mensch, der viel mit Menschen zu tun hat, war ich dennoch schockiert über seine Antwort. (Vielleicht sollte ich zuerst Mal erzählen, was ich ihn gefragt habe). Also, wir schlenderten so dahin als ich ihn fragte: „Du, was sind eigentlich deine Ziele im Leben?“. Er schaute mich nur mit fragendem, leicht verlorenem Blick an, als hätte ich ihn gefragt: „Stört es dich, wenn ich den Mann neben dir nackt küsse?“. Die zweite Reaktion war dann die Frage: „Ziele, was meinst du mit Zielen?“ Auch wenn dieser Frage keine weitere Antwort folgte, beantworte sie sich somit selbst.

Was will Dir Tante Nicole damit sagen? Sie weiß es selbst nicht. Achtung schlecht positionierter Witz! Ich will damit sagen: Ziele sind wichtig. Für dich, für mich, für jeden. Warum sind sie das? Das erkläre ich euch anschließend.

1. Ziele machen Hoffnung

Wenn mir etwas am Jetzt nicht gefällt, oder ich etwas verbessern möchte, bin ich bestrebt, nicht stehen zu bleiben. Ich roste nicht, sondern entwickle mich dem gewünschten Ziel gemäß weiter. Das Licht am Horizont ist nicht mit 25 und der vollendeten Familienplanung erloschen, sondern es gibt immer was, wozu es sich zu leben lohnt, selbst wenn Schatzi, Mausi und Bärli einmal weg sein sollten oder sich zu eigenständigen Menschen entwickeln sollten. Deine Ziele jedoch hast du in der Hand.

2. Ziele machen selbstbewusst

Natürlich kann man es nur in Tendenzen sagen und es gibt immer wieder Ausnahmen usw., aber: Ziele sagen viel mehr über einen Menschen aus, als einem lieb ist. Beispiele:
Jemand, der sich in 10 Jahre glücklich verheiratet mit 5 Kindern in einem Einfamilienhaus sieht, ist wohl eher ein Familienmensch.
Jemand, der sich in 10 Jahren an der Spitze eines Großkonzerns sieht, nebenbei noch selbst drei Firmen hat und in 3 Vereinen tätig ist, ist wohl ein Karrieretier.
Jemand, der sich in 10 Jahren noch immer als „lustiger Jugendlicher“ sieht, der sich niemals festlegen will, auch wenn er/sie schon 30 ist, ist wahrscheinlich 1. leicht gestört (das tut hier aber nichts zur Sache und bleibt jedem selbst überlassen) und ein wenig in seiner Traumwelt gefangen. Er/sie hat unrealistische Ziele.
Jemand,der sich in 10 Jahren nirgendwo sehen kann, hat keine Ziele. Er/sie ist ziellos.

Wenn du also herausfinden oder reflektieren möchtest, kannst du schauen, was deine Ziele waren und sind. Wichtig ist natürlich auch, ehrlich abzugleichen, welche Ziele du bisher erreicht hast. Tipps zum erreichen von Zielen findet ihr hier: Wie erreiche ich meine Ziele?

3. Ziele machen selbstsicher

Damit meine ich weniger die Ziele selbst, als viel mehr das Erreichen dieser. Hast du schon einmal versucht, etwas zu erreichen und es dann tatsächlich geschafft? Wenn ja, kannst du dich noch an das tolle Gefühl erinnern? Wenn nein: Unbedingt ausprobieren, es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als allein durch dich selbst etwas im Leben erreicht oder bewegt zu haben. Diese Gewissheit stärkt dich nachhaltig im Selbstvertrauen. Viele Erfolgserlebnisse können dich sogar zu einem anderen Menschen (im positiven Sinne) machen.

4. Ziele verbinden

Menschen mit gemeinsamen Zielen sind oft unschlagbar. Ein schönes und rührendes Beispiel sind glückliche Ehen oder Familien. Wenn beispielsweise Familienzusammenhalt als oberstes Ziel gelebt wird. Aber auch in Vereinen ist es gut möglich, dass sehr gute Freundschaften entstehen, weil man sich dem selben Ziel und denselben Werten verpflichtet. Denselben Effekt von Verbundenheit sieht man in allen Formen von Gemeinschaften. Je größer eine Gemeinschaft, desto weniger die Verbundenheit. Aber auch ein gemeinsames Ziel (warten dass der Arzt endlich aufsperrt) kann Leute verbinden. Ein weiteres Plus also für Visionen und Wünsche.

.5. Ziele halten lebendig.

„Wer rastet, der rostet“, ist nicht bloß ein stumpfes Sprichwort, sondern voll Wahrheit. Damit meine ich nicht die Ruhepausen nach Anstrengung, sondern das generelle Rasten im Leben bis zum eigenen Tod. Nichts mehr aus sich machen, keine Träume haben, alles auf die Kinder setzen und selbst „rasten“. Es gibt nichts belebenderes und leidenschaftlicheres als Menschen mit Visionen und Plänen. Sie haben ein Strahlen in den Augen und eine Lebendigkeit in der Aura, die vielen Leuten einfach ab 25/30 komplett fehlt. Neue Ziele sind die Tankstellen im Leben! Nutze sie!

Wenn ich also wieder Mal ein Date haben sollte (bestimmt nicht mit Dagobert), dann möchte ich einen Mann an meiner Seite, der Visionen hat. Jemanden der Hoffnungen hat. Jemand der für etwas lebt. Denn der Sinn des Lebens ist eines: leben!

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich Euch mit diesem Text die Augen geöffnet/Euch bestärkt/verärgert/wachgerüttelt/inspiriert/was auch immer habe.

Visionäre Grüße,
Eure Nicole

 

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8 Gedanken zu “Psychology2go: Warum sind Ziele so wichtig?

  1. Super Post! Immer mit viel Humor, solche Texte lese ich am liebsten. Nur eine kleine Frage: meintest du wirklich: „Je größer eine Gemeinschaft, desto weniger die Verbundenheit.“ ? Gemeinschaft verbindet, offenbar ab einer gewissen Größe nicht mehr, das stimmt schon. Irgendwann kippt die Verbundenheit in Abwehr oder Gleichgültigkeit um. Ich denke, wie anonym eine Stadt im Vergleich zu einem Dorf ist (z. B.). Ich bitte also um Aufklärung. 🙂

    Liebe Grüße aus Wien,
    Caroline

    • Liebe Caroline,
      Danke für dein Kommentar.
      Ja, ich meinte das wirklich so….. Darunter fallen wie von dir erwähnt z.B. Großstädte, große Konzerne, oder auch „lose, willkürliche“ Gemeinschaften, wie z.B. Uni-KollegInnen in einem Massenstudium. Habe ich deine Frage so beantwortet?
      Liebe Grüße nach Wien,
      Nicole

  2. Wenn Du keine Ziele hast, ist jeder Weg richtig, ODER wenn du keine Ziele hast, wird es genug Menschen um dich herum geben, die Dich zur Erreichung ihrer eigenen Ziele benutzen.

    • Treffend formuliert…. 🙂 Erinnert mich an ein bekanntes Zitat: „Wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind günstig“… oder so ähnlich 😉

  3. Sehr gut geschrieben, ich liebe Texte mit gewissen Wortwitz und einer klaren Aussage dabei. Und ja, ich stimme dir am Rande noch zu ;-), Ziele sind wichtig. Ich habe dafür mein Scanner Buch, wo ich immer wieder reflektiere, was gerade dran ist und in welchen Lebensbereichen ich welche Ziele verfolge. Ein Ziel ist die bessere Organisation meiner Online-Welt, mein Blog. Lieben Gruß aus dem Sommerzimmer, Sandra

    • Liebe Sandra,
      Vielen Dank für die Blumen 😀 Freut mich sehr!
      Spannend, ich habe auch Büchlein bzw. Listen, auf denen klar meine Ziele und Visionen stehen. Das Abgleichen ist besonders wichtig, damit man auch sehen kann, was bereits erreicht wurde.

      Liebe Grüße zu dir,
      Nicole

Platz für wertschätzend formulierte, reflektierte, zum Thema passende und nicht romanartige Äußerungen!

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