Bin ich meine Abschlussarbeit?

Da meine Leserzahlen in den letzten Wochen unglaublich hoch sind und auch meine Community sich – wenn auch langsam – auch ohne mein Zutun vermehrt, habe ich kurzzeitig überlegt, ob ich es nicht lieber einfach so laufen lassen sollte und gar nicht mehr schreiben. Da ich aber schon irgendwie Bloggerin bin, wäre das komisch. Ich hab nicht viel Zeit, also werde ich diesen Eintrag meiner derzeitigen Situation, verfasst in meinem derzeitigen Geisteszustand (unkreativ, statisch, müde, von Zahlen verseucht, gestresst) widmen. Enjoy!

Dieser Post wird wahrscheinlich einem Tagebucheintrag sehr ähnlich werden, aber was weiß ich, ich habe ihn ja noch nicht geschrieben. Wer meinen Blog liest, oder abonniert oder sowas in die Richtung, dem wird aufgefallen sein, dass in den letzten Wochen kein einziger Text veröffentlicht worden ist. Wem es nicht aufgefallen ist: In den letzten Wochen ist kein einziger Text veröffentlicht worden. Heute ist der erste Tag seit langem, ich nenne es Tag, da meine Tage derzeit mehr als 24 Stunden haben und ich nicht mehr zwischen dunkel und hell unterscheiden kann.

Das Alles liegt vorrangig an meiner Abschlussarbeit. Für die ich seit Wochen Literatur lese, Menschen teste, Tests auswerte, rechne, spontane Einfälle mir übergeordneter Menschen miteinbeziehe, obwohl das Gerüst schon Hand und Fuß hatte, usw..
Ich habe schon viele Horrorgeschichten von Abschlüssen und die Zeit davor gehört. Von abgebrochenen Studien, Heulphasen, Verzweiflungen, Alkoholmissbrauch, Nervenzusammenbrüchen…. In den letzten Wochen fühlte es sich an, als hätten sich all diese Zustände in mir vereint. Als Mensch der immer alles selbst erleben muss, damit er es glaubt, musste ich es ebenfalls selbst erleben. Was genau? Was glaubst du? Die Wiederkehr der Riesenameisen oder wie es ist, kurz vor Studiumende zu stehen?

Ich beziehe mich auf jeden Fall auf die zweite Thematik. Seit ich das Seminar begleitend zur Arbeit zum ersten Mal besucht habe, dreht sich alles nur noch um die Arbeit. Was sagt die Literatur dazu? Was schließt man daraus? Wie kann ich das alles messen? An wem? Wie bekomme ich die Personen, die ich testen möchte? Das ist nur ein Auszug aus dem virtuellen Buch der realen Fragen, die ich mir seit damals stelle. Das Tolle: Sie hören nicht auf! Mit jeder Antwort kommen neue. Und das geht noch ein Weilchen so weiter. Nebenbei verfluche ich alle Hobbypsychologen, die all das, was wir wochenlang erarbeiten, einfach stupide behaupten und verbreiten.

Abgesehen davon, dass sie meinen Alltag einnimmt und ich vorrangig an sie denke (nein, nicht an meine große, verlorene Liebe), hemmt der Stress und das Eingedeckt-Sein meine Kreativität. Normalerweise verarbeite ich den Alltag und seine Geschehnisse in Zeilenform. Aber was hätte ich euch erzählen sollen?
Stehe auf. Bin grantig und müde. Hatte zu wenig Schlaf. Vielleicht auch gar keinen Schlaf. Der Whisky war gut. Mit Red Bull sollte man ihn nicht mischen. Habe in der Arbeit für die Arbeit gearbeitet. Ich glaube, heute war Sonnenschein. Aber sicher nicht in meinem Herzen. Jobabsage. Bewerbungsgespräch. Fragen über Fragen. Ich schaue Leuten dabei zu, wie sie Stiegen auf und ab gehen. Es ist Teil der Untersuchung. Ich bin nicht verrückt. Nicht in dem Sinne. Ich muss mich zum x-ten Mal mit einer Kollegin zur Schlüsselübergabe treffen. Mein Leben ist derzeit so abwechslungsreich – nicht. Repeat.

Leute erzählen mir, dass sie gerade im Weihnachtsstress sind, oder die Weihnachtszeit genießen. Ich hab noch nicht Mal mitbekommen, dass es schon Dezember ist. Wenn es nicht so kalt draußen wäre, könnte man mir auch einreden, es sei noch Sommer. Bei mir steht die Zeit still und rast gleichzeitig – und das ohne Drogen oder Alkohol. Vielleicht weil es sinnbildlich gemeint war, wer weiß das schon so genau.

Ich freue mich, dass ich mit der Dateneingabe und Berechnung heute schon um 21.30 Uhr fertig geworden bin. Somit konnte ich zumindest Mal wieder schreiben, auch wenn es fast eine Stunde gebraucht hat, mich zu sammeln und zu schreiben.

Hoffentlich ist der Stress bald vorbei und ich kann mich wieder mehr dem widmen, was ich liebe: Dem Bloggen! Leider kann ich kein aktuelles Bild posten, ich fühle mich, als würde ich wie ein Hexenaffe in Pavianhinternfarben aussehen. Wahrscheinlich stimmt das gar nicht und es ist nur meine Stimmung.

Bis dahin, drückt mir alle Daumen, die ihr habt.

Undefinierbare Grüße,
Eure Nicole

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