Kolumne: Darf eine Frau allein auf der Straße sein?

Normalerweise wäre die Formulierung der Überschrift bewusst ironisch gewählt, aber in diesem Fall ist sie leider ernst gemeint. Seit ich wieder in einer größeren Stadt lebe, bin ich beinahe täglich damit konfrontiert, dass man sich als Frau scheinbar „nicht alles erlauben darf“. Und dieser Gedanke entspringt ganz bestimmt nicht meiner Meinung über Frauen und ihre Rechte. Wer mich kennt und auch wer mich nicht kennt und glaubt, mich zu kennen, wird in und zwischen den Zeilen meiner Beiträge gelesen haben, dass ich ein gesundes Selbstvertrauen habe und für meine Rechte einstehe. Doch die letzten Wochen haben mich wirklich zum nachdenken gebracht.

Ungefähr 2-3 Mal die Woche werde ich mit Männern konfrontiert, die nicht wissen, wo ihre Grenze aufhören und die einer Frau beginnen sollte. Ich spreche noch gar nicht von dem Creep (ja, diese Wortwahl ist ganz bewusst ausgesucht und das Wort an sich ist in den letzten drei Monaten unbewusst und sehr berechtigt in meinen täglichen Wortgebrauch gerutscht), der mich zehn Minuten im Nachtbus angestarrt hat, nachdem er mir den Weg versperrt hat und mich nach meiner „Itentität“ (ja/nein, das schreibt man nicht so, aber er hat es so ausgesprochen) gefragt hat. Jetzt meine Frage: Wie komme ich als Frau dazu, nicht mit dem Nachtbus fahren zu können und Unmengen für ein Taxi ausgeben zu müssen, nur weil manche Männer nicht ganz dicht sein können?

Und selbst wenn man sich ein Taxi nimmt, ist nicht gewährleistet, dass dieses nicht ebenfalls von einem Creep gelenkt wird. (Auch hier könnte ich von einer Erfahrung schildern, die zum Glück schon ein paar Jahre zurückliegt).
Immer wieder höre ich von Männern, dass man ja:
– Selbst Schuld sei, wenn man nachts noch allein unterwegs wäre
– Sich zu aufreizend kleidet
– Dem Mann Hoffnungen macht
– Sich zu auffällig verhält…..

Ganz ehrlich, aber geht’s noch? Es kann doch wirklich nicht sein, dass man sich als Frau nicht frei bewegen kann, ohne auf der Straße am helllichten Tag von drei unterschiedlichen Typen dumm angequatscht wird. Oder dass man in der Disko nicht einfach nur tanzen kann, weil man das gerade gerne für sich möchte, ohne dass man von einem grausigen Typen, der zu viel Testosteron in sich hat, angetanzt wird, als würde man sich in einem Vorspiel zum Sex befinden.
Und ich rede jetzt noch gar nicht von jenen Creeps (ja, ich verwende das Wort schon wieder), die die Gunst der Stunde nutzen und einem auf den Allerwertesten greifen. (Auch diese Erfahrung liegt gottseidank schon einige Jahre zurück.)

Noch dazu kommt, dass ich keine einzige Frau kenne, die nicht schon einmal von einem Mann irgendwie belästigt worden ist. Ich will nur beiläufig erwähnen, dass 80 Prozent der Frauen sich nicht auf die Straße stellen und schreien „ich wurde missbraucht, oder vergewaltigt.“ Dabei geht es meist um bagatellisierte „Kleinigkeiten“ wie „Catcalling“, dumme Anmachen im Vorbeigehen, unheimliches Anstarren ohne Erwiderung oder Verfolgungen.

Normalerweise gibt es für viele Verhaltensweisen Begründungen und Entschuldigungen, aber mir fehlen die Worte, wenn die Freiheit eines Menschen eingeschränkt wird, weil für manche Männer einfach keine Werte zählen und weil sie nicht wissen, dass eine Frau kein Objekt ist, an dem Mann (ja, das ist wieder pure Absicht, ich bin ein so schrecklicher Mensch) sich nach Lust und Laune bedienen kann.

Und wer es nicht weiß: in manchen Großstädten gibt es sogar Frauentaxis, mit denen sichergestellt wird, dass die Frau von keinem Creep (alias Taxilenker der seinen Beruf verfehlt hat) abgeholt wird und auch sicher kein Creep hinter der nächsten Ecke wartet, wenn sie noch drei Meter nachhause gehen muss.
In welcher Welt leben wir und wie kann es sein, dass Frauen sich 100 Mal mehr Gedanken machen müssen und aufwenden müssen, um sicher zu leben?

Vielleicht wäre ein Creep-Konto sinnvoll (oh bitte, fladert mir diese Idee und setzt sie um, solange Frauen und Männer wirklich gleichberechtigt sind in den wesentlichen Dingen und nicht in einer Hymne oder im Sprachgebrauch, die rein gar nichts im und am Alltag ändern kann). Jeder Mann, der meint, eine Frau in irgendeiner Art belästigen zu müssen, muss Geld auf ein Creep-Konto einzahlen und dieses Geld kommt dann der Sicherheit von Frauen zugute, damit diese nicht Ausgaben für Pfefferspray, Selbstverteidigungskurs, Taxis….. haben.
Denn Frauen sind eigentlich auch Menschen. Menschen, die sich einfach nur frei bewegen wollen.

Und ja, dieser Text ist voll mit dem Wort „Creep“, weil scheinbar auch die Welt voll davon ist!

Grantige Grüße,
Eure Nicole

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Ein Gedicht: „Daneben leben“

Das Herz im Gestern,
in Gedanken an Morgen,
steh ich neben dem Moment,
bleibt mir der Augenblick verborgen.

Was wäre nur, wenn es nicht so wäre,
dass ich währenddessen meine Gedanken mit allem anderen nähre.
Wenn alles außer der Moment,
augenblicklich nicht ist und ich nicht mehr begehre?

Vermissend blicke ich auf vergangene Träume,
plane die Details der rosigen Zukunft,
während ich mich selbst hier versäume.
Möglichkeit für Möglichkeit strömt mir entgegen,
ich kann mich nicht entscheiden zwischen Fluch oder Segen.

Was wäre nur, wenn es nicht so wäre,
dass ich in den augenblicklichen Moment all die anderen begehre?
Wenn ich alles außer das Jetzt vergesse,
und mich allem außer dem Hier verwehre.

Der Augenblick hier,
drum geh nicht weiter.
Der Moment ist in dir,
begegne ihm heiter.
Die Zukunft wirst du merken, wenn sie da ist.
Die Distanz wirst du merken, wenn du nah bist.

-Nicole Inez

 

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Zeitgefühl

 

 

Psychology2go: Ist diese Person meine Zeit Wert?

„Eigentlich haben wir nicht viel davon und doch ist es eines der kostbarsten Güter, die wir haben: Zeit.“ – Nicole Inez

Im Laufe seines Lebens lernt man viele Menschen kennen. Die einen bleiben länger, die anderen kürzer. Und wenn man Glück hat, bleiben einem die Liebsten eine lange Zeit im Leben. Doch manchmal – besonders wenn mein ein gutherziger, offener Mensch ist – gerät man an die „falschen“ Personen. Damit will ich nicht sagen, dass es irgendeine Erfahrung in personifizierter Erscheinung gibt, die keinen Sinn macht. Jede Begegnung lehrt uns etwas: Über uns, über das Leben, oder zumindest darüber, wie man selbst nicht sein möchte. Mit den falschen Leuten meine ich Menschen, die einen in irgendeiner Weise nicht gut tun. Von solchen Menschen sollte man sich so schnell wie möglich trennen, sobald man bemerkt, dass mehrere der folgenden Punkte auftreten: (Dieser Text spricht nicht die generellen Energievampire an, die so oder so einfach nur zu meiden sind).

Ich meine damit Susi und Strolchi (Namen von der Redaktion geändert), die einfach nicht gut zu oder für euch sind, weil:

  • Es gibt Menschen, die finden einige Dinge an euch nervig und zeigen/sagen euch das auch permanent auf eine Art und Weise, die euch verletzt. Sie bessern euch sehr oft aus und wissen alles besser. Denn sie wissen auch über dich Bescheid, weil du dämlich bist und dich ruhig so fühlen darfst.
  • Manche Leute belächeln dich und deine Ziele. Sie haben oft keine eigenen oder trauen sich nicht, zu ihren zu stehen. Das Belächeln hat zwar nichts mit dir zu tun, aber es zeigt viel über den Charakter dieses Menschen. Glückliche Leute müssen niemand anderen runtermachen. Willst du mit so jemandem deine Zeit verbringen? Jemand der weder an sich und noch viel weniger an dich glaubt? Bist du eine Witzfigur? Oder warum darf jemand über dich im negativen Sinne lachen?
  • Susi gibt dir permanent Ratschläge, weil sie einfach immer weiß, was gut und was schlecht für dich ist. Auch wenn du nicht fragst, bevormundet sie dich – Charakteranalyse inklusive. Du musst dein Persönlichkeitsprofil gar nicht anfordern, du bekommst es bei jedem Treffen umsonst – bitte, danke, nein danke!
  • Strolchi (der Genderfairness halber) hat schwere Probleme mit sich selbst. Lässt diese aber nicht behandeln, weil sein Stolz es ihm verweigert. Stattdessen läuft er lieber belastet durch die Welt und projiziert verschiedenste Situationen und Erlebnisse auf unterschiedliche andere Situationen, die eigentlich gar nicht real sind. Kurz zur logischen Erklärung: Angenommen Strolchi hat immer wieder Probleme, sich von seiner Schwester Strolchilini abzugrenzen. Sie nutzt ihn nach Strich und Faden aus, aber er merkt es nicht mehr, weil es einfach schon immer so war. Dann trifft er eine neue Person, es entwickelt sich über die Monate eine Freundschaft. Jedes Mal, wenn diese Person Strolchi um einen Gefallen bittet, rastet dieser aus und unterstellt ihr, dass sie ihn nur ausnutzen will. Was ist passiert? Er hat die belastende und verdrängte Situation mit seiner Schwester auf eine eigentlich unschuldige Freundschaft projiziert. Und wo dieses Beispiel herkommt, gibt es noch viel viel mehr.
  • Die Person x (deren Namen wir hier nicht nennen wollen) weiß nicht, wie sie zu dir stehen soll. Deshalb ist sie einmal nett und das andere Mal abweisend und komisch. Das hat damit zu tun, dass sie sich 1. ihrer selbst nicht bewusst ist (sonst würde sie wissen, welche Leute sie mag und welche nicht und welche Schlüsse sie daraus zieht). 2. Hast du Menschen verdient, die zu 100 Prozent sicher sind, warum sie dich so gern mögen und warum sie dich manchmal am liebsten auf den Mond schießen würden.
  • Gesten der Unhöflichkeit: Nicht zurückschreiben, permanent zu spät kommen, nicht richtig zuhören, versetzen, etc. Hier geht es mehr um deine eigenen Wertigkeiten. Diese werden im Laufe einer Freundschaft normalerweise mehr und mehr deutlich. Weiß eine Person, die dir nahe steht, was du überhaupt nicht leiden kannst und macht sie dennoch immer wieder: Lauf Forest, lauf! (Sorry, das musste jetzt sein)
  • Wenn du merkst, dass du nur ein Ersatzprogramm für jemanden bist. Spontane Anrufe wenn Strolchi gerade den Bus verpasst hat, aber sonst nie? Plötzliche Absagen, wenn „jemand besserer“ Zeit hat? Nein, ich sag nein: Da bist du mehr Wert.

Es gibt natürlich noch viel mehr Punkte, wie man merkt, dass es Zeit ist, eine Person in die unendlichen Weiten des „Schleich di“ gehen zu lassen. Doch das sind die Wesentlichen!

Und wie könnt ihr merken, ob es die richtige Entscheidung war, eine Person in die Wüste geschickt zu haben?
Du bereust keine Minute, es getan zu haben.
Es geht dir viel besser ohne sie (die Person).
Deine Gedanken fühlen sich wieder frei(er) an.
Du musst dich viel weniger ärgern.
Du denkst eigentlich kaum an die Person.

Ich wünsche euch, dass ihr bei solchen Entscheidungen auf euer Herz hören könnt und euch traut, ihm zu folgen!

Liebe Grüße,
Eure Nicole

 

psychology2go

 

„Never leave yourself for someone else“

No, I’m not an option after her.
I’m not a view between stop and stare.
Maybe when the night calls,
I’m lonely,
but I am the one and only.
The one and only one of me.
The one and only who can be.

And yes it hurts you see –
that you want me to be
another kind of myself,
another kind of me.

No, I can’t offer you all of me,
cause I am a full grown person,
can’t you see?
Maybe when the day rises,
I’m scared,
but it’s the call of my inner guide,
all that I’ve ever heard.

And yes it hurts you see –
that you want me to be
another kind of myself,
another kind of me.

So take all of your manipulation,
put it into her ocean of frustration.
There’s the place to be.
There’s the place no soul to see.
There’s the hunting for being free.
There never was
and there’s never going to be
your me!

-Nicole Inez

 

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