Kolumne: In welchem Verließ bist du aufgewachsen?

Ich verspreche mir selbst regelmäßig, dass ich mich nicht mehr über krasse Verhaltensweisen von Menschen wundern und/oder ärgern werde. Doch dann komme ich immer und immer wieder in Versuchung und dann werde ich schwach. Man könnte es philosophisch formulieren und sagen: „Und dann kam einer, sah und brach den Highscore.“ Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass sich das Aufregen nichts bringt und dass sich Menschen nicht ändern werden. Und das müssen sie auch nicht. Ich für meinen Teil aber wiederum, muss nicht mit jedem zu tun haben und ich muss mir auch nicht alles gefallen lassen. Bei diesem Punkt (der klarerweise von mir selbst stammt) muss ich dennoch einhaken.

Manchmal ist das mit dem sich gefallen lassen (oh ja, Jesus der Rechtschreibung, das ist sicher nicht richtig formuliert, aber es ist 2 Uhr nachts und ich habe 12 Stunden gearbeitet und du kommst nicht für meinen Lebensunterhalt auf, also Psssst.) nicht so einfach: Manche Personen sind einfach so dreist und krass in ihrem Verhalten, dass sogar den Schlagfertigsten unter uns, die verbalen Schläge nicht gelingen wollen. Kennt ihr auch diese Schockstarre, aus der man erst 3 Tage später wieder erwacht? Das ist dann jener Moment, in dem einen 100 Antworten und Verhaltensweisen einfallen, die man anwenden hätte können….. Aber wie meine Oma schon immer schön sagte: „Hätt‘ i, war i…..“.

Umso älter ich werde, desto genauer weiß ich einerseits, was ich mir von einem Gegenüber, mit dem ich längerfristig eine Beziehung aufbauen möchte, erwarte. Andererseits erwarte ich mir von 70 Prozent der Menschheit eigentlich nur noch 3 Dinge: Bitte, Danke und einen Umgangston, der diejenige Person von einem Affen unterscheiden lässt (in der Hektik des Alltags kann ich mich doch nicht bei jeder Begegnung rückversichern, dass ich es doch wohl mit einem Menschen und keinem Tier zu tun habe – womit ich Tiere bestimmt nicht degradieren möchte.) Aber Hugo, ich sage dir ehrlich, es gibt immer wieder Leute, die nicht Mal diese 3 (aus meiner Sicht – ja, weil mein Text) minimalistischen Kriterien erfüllen können. Was bleibt einem da anderes über, als darüber zu schreiben? Hinnehmen ist so mainstream, alltäglich und standard.

Lass mich dir eine schöne Anekdote aus meinem Leben erzählen, bei der ich mir selbst noch immer nicht ganz sicher bin, ob es sich so zugetragen hat. Würde ich regelmäßig trinken, oder hätte ich schon jemals Drogen probiert, würde ich wirklich daran zweifeln, dass die Geschichte wahr ist. Da ich aber bevorzugt und vorrangig nüchtern durch’s Leben schreite, muss ich wohl annehmen, dass mir das wirklich widerfahren ist.

Es kommt manchmal vor, dass man Leute zu sich einlädt, weil man sich gut mit ihnen versteht und weil man einfach bei einem gemütlichen Gläschen zusammensitzen möchte. Da macht man sich dann eine Zeit aus und geht davon aus, dass der Besuch dann ungefähr zur vereinbarten Uhrzeit eintrifft. Doch Guntram-Alberto-Rodrigez sah das anders. Er meinte, mir eine halbe Stunde vor ausgemachter Zeit (natürlich auf mein Nachfragen nach seiner Ankunft) sagen zu müssen, er würde in zwei Stunden aufkreuzen.

Im Normalfall würden normale Leute verstehen, wenn man als Gastgeber dann leicht irritiert und auch leicht fordernd reagiert, wenn es darum geht, sich doch bitte an Zeiten +/- einer viertel Stunde zu halten (außer es gibt wirklich einen Grund, der die Verspätung rechtfertigt). GAR hingegen reagierte sehr mit Unverständnis und 3 Varianten dummer Ausreden in einer Nachricht zurück und erkundigte sich zeitgleich, ob denn auch Vodka vorhanden wäre.

Bitte nicht falsch verstehen: Mich freut es wirklich sehr, wenn sich Gäste in meinem Zuhause wohl fühlen. Doch wenn man es sich wie Guntram gleich Mal liegend auf den Gartenmöbeln bequem macht, weil man müde vom Tag ist, ist das für meine langweilige Normalität (hier bitte ein Sarkasmusschild vorstellen) schon etwas abnorm.
Ich bin zwar durchgängig heterosexuell, aber wenn mir ein behaarter Wanst entgegengestreckt wird, weil er mir gegenüber auf der Couch liegt, wäre ich dem homosexuell Sein nicht abgeneigt. Manche Männer können echt sehr unästhetisch sein. Da helfen nicht einmal zwei Gläser Wein und Dunkelheit.

Was macht man nun also, wenn man sich etwas in die Wohnung eingefangen hat, wie eine Art Zungenherpes und es wieder loswerden möchte? Genau, man hofft, dass es besser wird und ein Glas Vodka den Abend retten kann.
Doch es gibt Menschen, die sind unerhörter, als ungehörte Bands wie die Alpentaler Goaspatzen (falls es diese Band echt gibt: sorry!). Sie fordern allen Ernstes noch Pölster, damit sie bequemer sitzen können.

Der Punkt, an dem ich Menschen scheinbar endgültig rausschmeiße ist jener, an dem sie beschließen, es sich nochmal liegend bequem zu machen, um danach irgendwann einzuschlafen. Man fragt sich danach immer, wie so etwas passieren konnte und wie man so etwas durchgehen lassen konnte, bis man bemerkt, dass es Situationen gibt, die man so noch nie erlebt hat und man demnach auch keine Handlungsmöglichkeiten hat, auf die man zurückgreifen könnte.

Menschen ohne Werte, Respekt und Benehmen, fühlen sich an wie ein Wirbelsturm: Er kommt daher, wirbelt alles auf und hinterlässt offene Münder, die starren und begreifen wollen, was da gerade passiert ist!
Alles, was übrig bleibt ist:
1. Die Möglichkeit, den Schaden zu begrenzen und den Kontakt abzubrechen (wenn man mit einer Person dennoch auskommen muss, ihn minimieren)
2. Sich zu fragen, welche Eltern solche Kinder aus dem Haus lassen
3. Ob es weiterhin Menschen gibt, die in einem Verließ gehalten werden, um dann von Zeit zu Zeit Ausgang zu bekommen.
4. WTF
5. Das Bedürfnis, sich zu fragen, wie man zur Ehre kommt, eine solche Person in sein Leben zu ziehen.
6. Das Rätseln, wie man es hätte verhindern können, dass es soweit kommt.
7. WTF
8. Das Hadern mit sich, ob man seine Kriterien, die ein „Bitte, danke und das Acht geben auf das Gegenüber, einschließen, auch noch über Bord werfen sollte.
9. Das Mutmaßen, wie man zur Ehre kommt, eine „billige Bitch“ und ein „Pfosten“, der gehen und seine Probleme lösen soll, genannt wird, weil man eine Grenze unter das abnorme Verhalten setzt.
10. Die Frage, wie schlecht man eigentlich der deutschen Sprache mächtig sein kann.

Ich habe auf jeden Fall einen ernst gemeint Rat für euch: Lasst euch nicht auf Menschen ein, die euch nicht ebenbürtig sind! Irgendwann werden sie versuchen, euch auf ihr Niveau zu ziehen. Und sie werden das Wort Niveau so schreiben: Nivea.

Entsetzte Grüße,
Eure Nicole

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Kolumne: Darf eine Frau allein auf der Straße sein?

Normalerweise wäre die Formulierung der Überschrift bewusst ironisch gewählt, aber in diesem Fall ist sie leider ernst gemeint. Seit ich wieder in einer größeren Stadt lebe, bin ich beinahe täglich damit konfrontiert, dass man sich als Frau scheinbar „nicht alles erlauben darf“. Und dieser Gedanke entspringt ganz bestimmt nicht meiner Meinung über Frauen und ihre Rechte. Wer mich kennt und auch wer mich nicht kennt und glaubt, mich zu kennen, wird in und zwischen den Zeilen meiner Beiträge gelesen haben, dass ich ein gesundes Selbstvertrauen habe und für meine Rechte einstehe. Doch die letzten Wochen haben mich wirklich zum nachdenken gebracht.

Ungefähr 2-3 Mal die Woche werde ich mit Männern konfrontiert, die nicht wissen, wo ihre Grenze aufhören und die einer Frau beginnen sollte. Ich spreche noch gar nicht von dem Creep (ja, diese Wortwahl ist ganz bewusst ausgesucht und das Wort an sich ist in den letzten drei Monaten unbewusst und sehr berechtigt in meinen täglichen Wortgebrauch gerutscht), der mich zehn Minuten im Nachtbus angestarrt hat, nachdem er mir den Weg versperrt hat und mich nach meiner „Itentität“ (ja/nein, das schreibt man nicht so, aber er hat es so ausgesprochen) gefragt hat. Jetzt meine Frage: Wie komme ich als Frau dazu, nicht mit dem Nachtbus fahren zu können und Unmengen für ein Taxi ausgeben zu müssen, nur weil manche Männer nicht ganz dicht sein können?

Und selbst wenn man sich ein Taxi nimmt, ist nicht gewährleistet, dass dieses nicht ebenfalls von einem Creep gelenkt wird. (Auch hier könnte ich von einer Erfahrung schildern, die zum Glück schon ein paar Jahre zurückliegt).
Immer wieder höre ich von Männern, dass man ja:
– Selbst Schuld sei, wenn man nachts noch allein unterwegs wäre
– Sich zu aufreizend kleidet
– Dem Mann Hoffnungen macht
– Sich zu auffällig verhält…..

Ganz ehrlich, aber geht’s noch? Es kann doch wirklich nicht sein, dass man sich als Frau nicht frei bewegen kann, ohne auf der Straße am helllichten Tag von drei unterschiedlichen Typen dumm angequatscht wird. Oder dass man in der Disko nicht einfach nur tanzen kann, weil man das gerade gerne für sich möchte, ohne dass man von einem grausigen Typen, der zu viel Testosteron in sich hat, angetanzt wird, als würde man sich in einem Vorspiel zum Sex befinden.
Und ich rede jetzt noch gar nicht von jenen Creeps (ja, ich verwende das Wort schon wieder), die die Gunst der Stunde nutzen und einem auf den Allerwertesten greifen. (Auch diese Erfahrung liegt gottseidank schon einige Jahre zurück.)

Noch dazu kommt, dass ich keine einzige Frau kenne, die nicht schon einmal von einem Mann irgendwie belästigt worden ist. Ich will nur beiläufig erwähnen, dass 80 Prozent der Frauen sich nicht auf die Straße stellen und schreien „ich wurde missbraucht, oder vergewaltigt.“ Dabei geht es meist um bagatellisierte „Kleinigkeiten“ wie „Catcalling“, dumme Anmachen im Vorbeigehen, unheimliches Anstarren ohne Erwiderung oder Verfolgungen.

Normalerweise gibt es für viele Verhaltensweisen Begründungen und Entschuldigungen, aber mir fehlen die Worte, wenn die Freiheit eines Menschen eingeschränkt wird, weil für manche Männer einfach keine Werte zählen und weil sie nicht wissen, dass eine Frau kein Objekt ist, an dem Mann (ja, das ist wieder pure Absicht, ich bin ein so schrecklicher Mensch) sich nach Lust und Laune bedienen kann.

Und wer es nicht weiß: in manchen Großstädten gibt es sogar Frauentaxis, mit denen sichergestellt wird, dass die Frau von keinem Creep (alias Taxilenker der seinen Beruf verfehlt hat) abgeholt wird und auch sicher kein Creep hinter der nächsten Ecke wartet, wenn sie noch drei Meter nachhause gehen muss.
In welcher Welt leben wir und wie kann es sein, dass Frauen sich 100 Mal mehr Gedanken machen müssen und aufwenden müssen, um sicher zu leben?

Vielleicht wäre ein Creep-Konto sinnvoll (oh bitte, fladert mir diese Idee und setzt sie um, solange Frauen und Männer wirklich gleichberechtigt sind in den wesentlichen Dingen und nicht in einer Hymne oder im Sprachgebrauch, die rein gar nichts im und am Alltag ändern kann). Jeder Mann, der meint, eine Frau in irgendeiner Art belästigen zu müssen, muss Geld auf ein Creep-Konto einzahlen und dieses Geld kommt dann der Sicherheit von Frauen zugute, damit diese nicht Ausgaben für Pfefferspray, Selbstverteidigungskurs, Taxis….. haben.
Denn Frauen sind eigentlich auch Menschen. Menschen, die sich einfach nur frei bewegen wollen.

Und ja, dieser Text ist voll mit dem Wort „Creep“, weil scheinbar auch die Welt voll davon ist!

Grantige Grüße,
Eure Nicole

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Freitagsfüller #420

1. Ich persönlich glaube, dass es etwas Höheres als man selbst ist, gibt. Ich glaube an Gott, der an keine Religion gebunden ist und sehe mich persönlich nicht als das Höchste und das Maß aller Dinge. Es gibt einfach Dinge, die man nicht naturwissenschaftlich oder rational erklären kann und es gibt einfach Momente oder Situationen, die man weder erklären noch steuern kann. Außerdem glaube ich an Karma und seine Wirkung, nicht nur deshalb versuche ich, ein fairer, reflektiert handelnder Mensch zu sein.

2.  Sich höher als Gott einzustufen, oder nicht an ihn zu glauben, ist totaler Quatsch. Ich gehe sogar weiter und meine, dass es total arrogant und überheblich ist, daran zu zweifeln. Außerdem vermittelt man somit das Gefühl zu glauben, man selbst sei allmächtig und das Höchste aller Dinge. Zudem versteckt man sich hinter der Illusion, alles erklären zu können.

3. Meine Nachbarn sind jetzt andere als noch vor ein paar Wochen, da ich umgezogen bin.

4.  Mein Sony Xperia Z war ein Fehlkauf. Es war bereits nach 10 Tagen kaputt und ich musste es insgesamt 4 Mal einschicken. Beim dritten Mal wurde mir versprochen, dass ich ein neues bekommen würde, da das Gerät jedes Mal mit demselben Fehler zurückgeschickt wurde zu mir. Auch das „Neue“ war nur teilweise erneuert worden. Ich habe mir die Mühe gemacht, meinen Vorfall Sony zu schildern. Das kostete mich mehrere Stunden und Nerven. Die verschickten Dateien waren viel zu groß und mussten sogar gezippt werden, bevor ich sie verschicken konnte.
Seitdem werde ich vertröstet und es wird sich immer wieder auf die „Werkstatt“ ausgeredet. Ich habe somit an die 200 Euro für ein Handy ausgegeben (2014), welches seit dem 10. Tag nur Probleme gebracht hat.
Mein Fazit: Hartlauer in gesamt Graz hat die unfreundlichsten, inkompetentesten Verkäufer in der gesamten Elektronikbranche (hierzu würde es noch ein paar zusätzliche Geschichten geben, die den Rahmen sprengen würden). Und Sony Produkte sind vor allem im Kopfhörer und Smartphone Bereich einfach nichtswertiger Müll! Gleich wie der Support und deren leere Versprechen, sowie das Weiterleiten vom einen zum anderen Mitarbeiter.
Ich würde also euch allen reinen Gewissens empfehlen, die Finger sowohl von Sony, als auch von Hartlauer zu lassen. (ich merke gerade: dieser Satz hat eine emotionale Lawine in mir losgetreten.)

5.  Wenn ich frische Blumen kaufe, sind das jetzt am liebsten Rosen. Abgesehen davon, dass ich mir niemals jemals Blumen selbst gekauft habe, bin ich nicht so der Blumenfreund und habe schon einige Pflanzen unbeabsichtigt auf dem Gewissen. Es tut mir wirklich Leid, aber ich hab’s nicht sonderlich damit.

6.  Chili Cheese Nuggets und Pommes hatte ich gestern zum Abendessen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf früher schlafen zu gehen, da ich letzte Nacht nicht sehr viel Schlaf bekommen hatte und heute ein aufregender Tag war, da ich meine Sponsion hatte, morgen habe ich geplant meine neue Brille abzuholen, ein bisschen zu bummeln und dann zu arbeiten und Sonntag möchte ich im großen Rahmen mit meiner Familie feiern!

 

Freitagsfüllende Grüße,
Eure NicoleFreitagsfüller

Kolumne: Bist du PsychologIn, weil du so einen „Schaden“ hast?

Es ist eine Behauptung die sich hartnäckiger hält als der Glauben an den Osterhasen, der die Geschenke bringt, oder der ehemalige Glaube, dass die Erde eine Scheibe sei (manche Menschen glauben ziemlich sicher noch immer daran). Und eines der wenigen Vorurteile, das eigentlich kaum zur Sprache gebracht wird, wenn es um Diskriminierung geht: PsychologInnen haben selbst einen Schaden. Mit Schaden ist wahrscheinlich eine psychische Krankheit gemeint und alleine die Bezeichnung „Schaden“ sagt schon sehr viel über den Benutzer dieses Wortes aus. Abwertender geht es eigentlich gar nicht mehr. Und unreflektierter auch nicht (damit meine ich wie immer nicht die Sonnenstrahlen – nein).

Man munkelt, dass Menschen nur Psychologie studieren, um sich selbst zu heilen. Weil sie einen Schaden haben. Da mir das Thema schon lange ein Anliegen ist und ich die Tage einen wirren Kommentar unter ein komplett nicht mit Psychologie zusammenhängendes Thema bekommen habe, finde ich, dass heute der richtige Zeitpunkt ist, um mich der verstrickten Thematik zu nähern. Vorweg muss ich anmerken, dass ich Studium bedingt (nanonanet) mit hunderten angehenden PsychologInnen zu tun hatte. Bis auf wenige Ausnahmen (die es immer und überall gibt, in jedem Berufszweig) habe ich meine KollegInnen als extrem soziale, hilfsbereite und emphatische Persönlichkeitstypen kennengelernt. Es gab nie Ellbogentechnik und der Umgang miteinander war so gut wie immer wie „in Watte gepackt“. Man war behutsam und vorsichtig und hat sein Verhalten reflektiert.
Von den „Verrückten, die sich selbst heilen wollen“, war eigentlich weit und breit keine Spur. Aber vielleicht hab ich es einfach nicht bemerkt, da ich ja selbst eine „von ihnen“ bin. Who knows. Maybe me and myself.

Zurück zum Ausgangspunkt. Ich erwähne Folgendes nur um zu zeigen, womit man ab und an konfrontiert wird, weil jemand NICHT den Weg eingeschlagen hat, um sich auf Selbstheilungstrip á la Psychologiestudium einzulassen (Ironiemodus off). Um aufzuklären, worum es ging: Es ging um ein Bild, anhand dessen jemand meinen Gesichtsausdruck deuten wollte und was dies wohl psychologisch bedeute. 1. Was für 1 Life hast du Bro, dass dir sowas vong Gesichtsausdruck her auffällt (ich wollte schon immer Mal einen Satz im Jugendslang formulieren). 2. WTF? 3. Ernsthaft? 4. Such dir ein Leben?! 5. Hast du keine Freunde? 6. Die Antwort ist nein.

Schon länger begleiten mich folgende Fragen:
Wenn Leute die Psychologie studieren, generell einen Schaden haben, was ist dann mit folgenden Fällen:
Menschen, die in jeder Mimik und Gestik und in jeder körperlichen Regung ein Zeichen sehen.
Leute, die alles tiefenpsychologisch analysieren, nur weil sie ein Mal ein Buch darüber gelesen haben. Oder jene, die sich selbst behandeln können, weil sie dazu ermächtigt wurden und von Natur aus PsychologInnen sind. Die brauchen erst gar nicht zu studieren – ein mega Vorteil.
Jene die trotz des Wissens von unzähligen Semestern Studium dennoch an deinem Verhalten ablesen können, warum du was tust und was du vorhast. Die dir ohne diagnostisches Werkzeug ein Persönlichkeitsprofil erstellen können.
Leute, die banale Dinge im Alltag psychologisch nicht wissend hinterfragen und anderen etwas unterstellen.

Natürlich habe ich mit vielen Leuten aus der Psychologie zu tun, mir ist aber noch niemand untergekommen, der durch’s Leben rennt und alles und jeden analysiert. Und selbst in nichtssagenden Dingen ein Zeichen sieht. Auch wenn man 50 Bücher über Körpersprache gelesen hat, ist man noch kein Psychologe und auch keine In. Wenn man nämlich so viele Bücher zu diesem Thema liest, wird man merken, dass jedes etwas anderes sagt. Und wenn man Menschen wirklich emphatisch und nicht durch den Psychopathie-Filter beobachtet, wird man merken, dass viele „eindeutige Zeichen“ von Mensch zu Mensch variieren. Ein typisches und gutes Beispiel sind die „verschränkten Hände vor dem Körper“. Ich kenne zig Menschen (mich eingenommen), die so zu sitzen beginnen, wenn sie einfach müde sind. Nicht mehr und nicht weniger. Kein Desinteresse oder keine Ablehnung also. Aber Hugo Brunswik weiß das bestimmt besser. (Anmerkung: Diese Person existiert nicht und ist Synonym für alle „Hobbygeschädigten“).

Umso bedenklicher finde ich es, dass man jene Persönlichkeitsdefizite, wie das permanente Analysieren anderer, Psychologen unterstellt. Während jene mit wirklichem „Schaden“, die diesen oft auch nicht erkennen, die wirklich creepy Persönlichkeiten sind. Wenn man sich und sein Verhalten wirklich und ehrlich reflektiert, würde man nicht auf die Idee kommen, andere durchschauen zu können. Womit ich wiederum nicht sagen möchte, dass man nicht doch mittels beispielsweise NLP und sonstiger Techniken Verhalten beeinflussen kann, etc. Und auch nicht, dass wir frei von jeglichen Zeichen sind, die wir aussenden und die allgemein gültig sein können. (und hier denke ich noch nicht Mal an kulturelle Unterschiede.)

Jedoch als Horsti Bim Bim herzugehen und einer fremden Person etwas zu unterstellen, ist vielleicht wirklich ein wenig unter der Grenze zu grenzdebil.
Es sagt im Endeffekt nichts über die andere Person, sondern nur viel über einen Selbst: Nämlich dass man eher nicht Psychologie studieren sollte, um sich „selbst zu heilen“, sondern dass man auf dem schnellsten Weg professionelle Hilfe suchen sollte!

In diesem Sinne: Mir fällt nicht mehr dazu ein!

Kopfschüttelnde Grüße,
Eure Nicole

P.S.: Wenn man mich „lesen“ möchte, kann man dies gern anhand von Blogeinträgen machen. Das Bild zum heutigen Beitrag kann eindeutig gelesen und interpretiert werden.

 

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Mentale Beruhigung bei langfristiger Konfrontation mit endloser Inkompetenz

Liebe Leute,
Was hilft, wenn man eine Zeit lang mit einem Haufen Creeps zusammenarbeiten muss? Nichts Legales eigentlich. Deshalb greife ich gerne auf mentale Beruhigungsstrategien zurück 😛 In den letzten Wochen hat sich übrigens so viel Thematik zusammengestaut, dass ich eigentlich nächtelang durchschreiben könnte 😉 Sobald ich Zeit habe versteht sich.

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Entsetzte Grüße,
Eure Nicole