10 Dinge, die einem am Flirten hindern können

Da es mittlerweile mehr Flirtratgeber gibt, als vegane Kochbücher, verfolgt mich das  Thema mehr oder weniger. Eher weniger als mehr, da ich auch andere Sorgen im Leben habe, aber doch so viel, dass ich beschlossen habe, hier und heute einen Text zum Thema zu schreiben. Warum auch nicht? In Bücherregalen, auf Facebook und auf Online-Seiten ist es präsent. Titel lauten: Flirten für Anfänger, Flirten für Fortgeschrittene, Flirten für Singles, Flirten für Affen (och, wirklich – nein eh nicht) und es gibt sogar Flirtcoaches und eben solche Seminare. Müsste ich eines halten, es wäre bestimmt alles, außer hilfreich. Warum? Das verrate ich unten im Text. Deshalb empfiehlt es sich, weiterzulesen.

Bei mir funktioniert flirten ganz intuitiv, ich kann das nicht generell, sondern nur, wenn ich das gegenüber anziehend finde auf allen Ebenen. Wenn dem nicht so ist, bin ich ein emotionaler Mimik- und Gestikstein. Deshalb kann ich euch leider auch keine wertvollen Tipps geben, wie man am besten flirtet. Ich kann euch nur sagen, es macht Spaß. Und ich kann euch sagen, was einem am Flirten hindern kann.

  • Kurzsichtigkeit: Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft mir meine Kurzsichtigkeit in Kombi mit meiner Vergesslichkeit schon in die Quere gekommen ist. Wahrscheinlich wäre ich schon seit 10 Jahren verheiratet und hätte ebenso viele Kinder. Aber nein: Ich vergesse einfach viel zu oft meine Brille, oder ich steig drauf, oder, oder. Was ich euch auf eurem Weg mitgeben kann: Wenn ihr kurzsichtig seid, setzt eure Brille auf. Dann müsst ihr nicht jeden Menschen, der nicht gerade vor euch steht, ansehen als hättet ihr Böses im Schilde, weil ihr die Augen so weit zukneift. Außerdem können Augenbewegungen beim Gegenüber falsche Hoffnungen wecken. So manch ein Mann hat meine zusammengekniffenen Augen schon als Anlass genommen, um mir näher zu kommen. Sehr sexy.
  • Schüchternheit: Das ist jetzt der wahrscheinlich 100. Satz zu meiner eigenen Schüchternheit. Und wieder wird mir niemand glauben. Es ist nicht sonderlich hilfreich, wenn man bei Männern, die man nicht kennt, aber attraktiv und/oder interessant findet, einfach wegschaut und sie ignoriert, weil man Angst hat. Oder man komisch zu grinsen beginnt und man nicht ausschließen kann, ob man vor lauter Verlegenheit sogar gegrunzt hat (Achtung: Selbstironie). Also: wenn du flirten willst, solltest du deine Schüchternheit überwinden und den Tatsachen, oder dem Mann in die Augen schauen. Oder du bleibst einfach schüchtern, weil du nicht anders kannst, so wie ich.
  • Verklemmtheit: So, nachdem ich jetzt genug über mich selbst hergezogen bin, gehe ich über zu mir unbekannten, fiktiven Personen. Wenn jemand zu verklemmt ist, weil er nur eine Beziehung und was „Ernstes“ möchte und nicht in der Lage ist, diese Tatsachen und Wünsche aus seinem Gesichtsausdruck und seiner Körperhaltung zu bringen. Wie eine Statue, die nur darauf wartet, dass man sie mit nach Hause nimmt und sie täglich abstaubt. Es tut mir Leid, die Metapher ist schlecht und passt auch nicht in den Text. Finde dir einfach eine bessere. Danke! Was ich damit sagen möchte: Wenn du flirten willst, solltest du einfach offen sein. Und locker!
  • Anti-Flirt-Themen: Manchmal würden manche Leute glaube ich gerne flirten, wissen jedoch nicht genau wie (gleich wie ich). Nur, dass ich weiß, dass gewisse Themen nicht sonderlich sexy beim Gegenüber ankommen. Wie z.B. ExfreundInnen und wie toll sie waren und wie gut manche von ihnen denn nicht gepasst hätten, wenn dies und jenes nicht gewesen wäre. Ja, das Leben ist hart, man muss ich aber dennoch mit ihm konfrontieren und es ziehen lassen. Also: Wenn du flirten willst, sei flirty und nicht arm.
  • Körperliche Abwesenheit: Es ist schwierig mit jemandem live zu flirten, der physisch nicht anwesend ist. Natürlich kann man auch online flirten. Doch darum geht es in diesem Beitrag nicht. Online kann jeder (wobei, warte! Nein, ich revidiere diese Aussage.) Für das Live-Flirten gilt jedoch: Anwesenheit ist eher Grundvoraussetzung. Deshalb: Wenn du mit jemandem flirten willst: Sei körperlich anwesend.
  • Geistige Abwesenheit: Um ehrlich zu sein, kam mir dieser Gedanke erst nach dem Punkt der körperlichen Abwesenheit. Flirten erfordert z.B. Zeit, Energie, Können, ein Gegenüber, Charm, Interesse u.v.m.. Nicht verwunderlich, dass es nicht gut ist, wenn man geistig in Nebraska ist, wenn man sich körperlich gerade in Paris befindet. Verstehst du, was ich meine? Nein? Dann buche doch auch gleich meinen imaginären Flirtkurs „Flirten von Alaska bis Nebraska“.
  • Interessante Gerüche: Mit interessant meine ich nicht immer interessant. Manchmal zwar schon, aber interessant hat dann meistens eine negative Komponente. So wie ein „aber“ nach einem Lob: Auch da weißt du ganz genau: Du hast versagt und das Lob war nur die Einleitung zur Pointe. Kurz gesagt könnte man sagen: Wer flirten möchte, sollte nicht stinken. Weder nach Knoblauch, noch nach Zwiebel, Schweiß, Katzen, Hunden oder Urin. Eigentlich bietet es sich am besten an, wenn man frisch geduscht ist. Oder zumindest neutral riecht. Denn, wenn man mit seinem Gegenüber flirten möchte, verspürt man oft auch den Wunsch nach Nähe. Seltsam, oder? Ist aber so. Deshalb: Duften und duschen hängen unmittelbar miteinander zusammen.
  • Egomanie: Ich glaube, alle anderen Punkte können vernachlässigt werden, wenn du Egomane bist. Oder Narzisst, oder beides. Damit meine ich: Wenn du bei einem Kennenlernen oder potenziellen Kennenlernen nur dir selbst Komplimente machst, brauchst du eigentlich dein Gegenüber nicht. Es ist selten so, dass andere über Leute, die sich für Jesus halten, ebenfalls denken, er/sie sei Jesus. D.h. wenn du dir lieber selbst Komplimente machst als anderen, dann triff dich doch mit dir selbst. Deshalb: Halte deine Selbstverliebtheit zumindest bis zur Hochzeit zurück, dann ist es rechtlich abgesichert. (Ich weiß, Romantik kann ich). Buche deshalb auch gleich meinen imaginären Kurs „Romantisch, romantischer, Nicole – romantisch sein ist toll.“
  • Andere Menschen: Natürlich sollte man seine Flirtkünste ausweiten, schulen und erproben. Was jedoch nicht gut ankommt, ist dies in der Gegenwart der eigentlichen Flirtpartei zu tun. Sprich: Wenn du ein Date hast und mit deinem Gegenüber flirtest, braucht es nicht auch noch den Kellner dazu. Besonders ungünstig ist es, wenn du vergeben sein solltest, und dein Partner plötzlich den Flirt stört. Das macht einerseits die lockere Stimmung kaputt und bringt eventuell noch andere Probleme mit sich, auf die ich hier (aus Platzgründen) nicht näher eingehen möchte.
  • Nacktheit: In manchen Ländern ist Nacktheit im öffentlichen Raum vielleicht erlaubt. Da dies jedoch kein Beitrag zu Nacktheit im öffentlichen Raum ist, kann ich auch darauf nicht wirklich eingehen. Auf’s Flirten bezogen, kann das Fehlen von Gewand irgendwie irritieren. Oder vom Wesentlichen ablenken, sofern es was gibt. Ob es etwas Wesentliches gegeben hätte, wird man aber nie erfahren, wenn man die Dinge überstürzt und gleich nackt ist. Nur für den Fall, dass ihr gerne mit der Türe ins Haus fallt: Behaltet die Kleidung an.

 

So, mit diesen 10 blinkenden Warnschildern ausgerüstet, sollte dem perfekten Flirt eigentlich nichts mehr im Wege stehen, außer vielleicht ein Lkw mit mehreren Tonnen, was in meinem Fall dann die Schüchternheit wäre. Ich hoffe, ihr nehmt das Leben nicht zu Ernst und habt Spaß.

P.S.: Das Leben ist ja wirklich witzig. Ich bin heute extra an die Bib gefahren, um diesen Text (und noch ein paar andere) fertig zu schreiben. Und was passiert da: Ein Double meines absoluten Traummanns sitzt mir gegenüber und ich bin einfach nur arm und hilflos!

 

Ironische und radschlagende Grüße,
Eure Nicole

 

Radschläge

Advertisements

Rollenwechsel: Eine Stunde als sportliche Frau

Ich bin eigentlich ein sehr sportlicher Mensch, der sich gerne bewegt. Leider verdecken das meine Speckröllchen und Reserven, die sich liebevoll an meinem Körper verteilen. So beschränkt sich mein Bewegungsdrang in den letzten Monaten auf ein paar Wege – diese sind aber wirklich regelmäßig und werden strikt eingehalten: Aus dem Bett ins Bad, vom Bad zum Kühlschrank, vom Kühlschrank auf die Couch, von der Couch auf die Terrasse. Für wen das jetzt so klingt, als wäre ich derzeit etwas träge, dem muss ich sagen, dass der Eindruck täuscht. Ich gehe wirklich auch über meine Grenzen. Mehrmals pro Woche verlasse ich die Wohnung, um meinen Wegen in den eigenen vier Wänden eine tiefe Bedeutung zu geben: Ich gehe einkaufen. Abends bin ich besonders willenstark. Da gehe ich zur Bim und auch in Lokale. Auch dort bewege ich mich an die Bar, auf die Tanzfläche oder auf die Toilette (wenn es sein muss und mein innerer Schweinehund das „Okay“ dafür gibt).

So, Spaß und Ironie beiseite (also für einen kurzen Moment nur natürlich). Die Wahrheit ist, dass ich aus diversen (nicht perversen) Gründen, einfach selten Lust habe, Sport zu machen. Ich habe viele tolle Ausreden, um mich immer wieder davor zu drücken, mich z.B. in ein Fitnesscenter anzumelden. Auch wenn ich weiß, woran es liegt, fällt es mir schwer, das zu ändern. Theoretisch weiß ich als angehende Psychologin ja alles und fast immer alles besser (Vorsicht, Selbstironie!), doch ich müsste glaube ich noch 4 Mal Psychologie studieren, um meine Menschlichkeit zu verlieren. Somit könnte ich nämlich einfach all meine menschlichen Schwächen beiseite lassen. Das vermuten nämlich 61,25 Prozent der Menschen. Mit unreflektierten Aussagen wie: „Naja du studierst ja Psychologie…. Du musst das ja wissen, wie das geht.“ Natürlich, ich bin eigentlich Jesus, nur sage ich das keinem, ich werde nicht gerne verehrt. Also muss ich weiter so tun, als wäre ich nur ein Mensch wie du und ich.

Manchmal beobachte ich dann Profile von Menschen, die ständig posten, wenn sie sich irgendwie bewegen. Das wiederum hat mich bewegt. Ich dachte mir: „Nicole, das kannst du auch. Wie wäre es, wenn du heute deine Laufkleidung aus dem Keller holst, dir einen sportlichen Zopf machst, dir dein Handy schnappst und einfach Mal in die Rolle einer super aktiven Person schlüpfst? Dann machst du einfach ein Selfie von deinem Gesicht und deinen Schuhen, legst einen Filter drüber und hoffst, dass dich jemand bestärkt.“ Gedacht getan. Ich schnappte mir also mein Sportgewand, schaute, wie viel davon ich aufgrund welcher Temperatur anziehen sollte, nahm meinen Schlüsselbund, der aus 20 Schlüsseln besteht und mein Handy. Ich möchte auch gerne in meinen Kopf mitnehmen und euch beschreiben, wie es mir als sportliche Insta-Poserin gegangen ist.

Boah, bin ich vielleicht unmotiviert, aber ich sollte mich einfach Mal wieder bewegen. Der nächste Sommer kommt bestimmt und du jammerst sonst wieder die ganze Zeit, dass du dich nicht wohl fühlst in deiner Haut. Du bist noch in keinem Fitnesscenter angemeldet, also geh zumindest laufen. Sollte ich schon im Lift ein Selfie machen, damit ich allen zeigen kann, wie sportlich ich bin? Ja, schießen wir Mal ein Bild. Oje, bist du blass. Du solltest nicht nur ins Fitnesscenter, sondern auch ins Solarium. Warum knarrt der Lift eigentlich so? Ich mag ihn nicht. Ich mache die Tür zur Straße auf und verlasse mein Wohngebäude
Boah, es ist kalt draußen, aber wenn ich mich bewege, wird mir sicher warm. Ich überquere die Straße und gehe und gehe und gehe und gehe. Mittlerweile habe ich schon 4 Straßen überquert.

Ich sollte endlich anfangen zu laufen, sonst gehe ich die gesamte Strecke zu Fuß und hab keine mehr zum Laufen. Wah, ich sehe mit dieser Brille so schlecht, voll blöd dass ich auf meine andere drauf gestiegen bin. Ach Gott, ein Pärchen, könnte das vielleicht Platz machen, für arme unsportliche Frauen? Der Boden ist einfach viel zu schlecht zum Laufen, ich gehe noch ein Stück. Vorne bei dem LKW fange ich dann an zu laufen. Warum sind hier so viele Blumen zum Verkauf am Straßenrand? Aja, da ist ein Friedhof. Irgendwie schräg, die Menschen in ihrer Bedürftigkeit aufzulauern und damit ein Geschäft zu machen. Aber irgendwie auch praktisch gedacht. Ich habe nun schon die dritte Playlist begonnen und keine davon motiviert mich. Vor allem die eine mit dem Text zu einer verlorenen Liebe nicht.

Warum habe ich das mit der Playlist nicht eigentlich vorher geregelt? Wahrscheinlich weil ich das letzte Mal per Zufall eine passende gefunden habe. Oh mein Gott, wie sehr nervt eigentlich dieser Schlüsselbund. Ich greife mir unter den Pullover und fühle mich leicht komisch. Aber ich muss eine ideale Position für meine, gefühlt 100 Schlüssel finden, damit sie nicht ganze Zeit klimpern.
So, nach der Frau mit dem Kinderwagen, beginne ich mit dem Laufen. Ach, nein doch nicht. Hier sitzen so viele Männer, die mich gerade anstarren. Wenn ich vor ihnen umfalle aus Atemnot, wäre das peinlich. Würden sie mir helfen? So, nach der nächsten Laterne beginne ich. Aber hinter mir ist eine Läuferin, die ich zuerst vorbei lasse. Sie sieht so fit aus und ich will nicht gleich am Anfang überholt werden. [Vorspulen bis zum Moment vom Ende des Laufs]

So, heute war echt nicht mein Lauf-Tag. Aber wann war der eigentlich jemals? Egal, ich poste jetzt ein Selfie von mir. Oje, ich bin zwar nicht mehr blass, aber rot wie eine Tomate. Egal, ich schmeiße einfach einen Filter drüber. Welche Hashtags verwendet man da eigentlich? Ich werde es nicht übers Herz bringen, das ernsthaft zu posten. Es macht doch keinen Sinn, oder doch? Scheinbar schon, sonst würden es nicht so viele Leute tun und Leute liken. Was wohl die Leute denken, dass ich schon das 5. Foto von mir selbst mache und alle 3 Meter stehen bleibe?

Wahrscheinlich nichts, weil sie entweder selbst auf ihr Smartphone starren oder sowieso nur mit sich selbst beschäftigt sind.

Mein Resumee: Laufen ist anstrengend, dabei auch  noch Bilder von sich zu machen noch viel anstrengender und der Sinn dahinter erschließt sich mir nach wie vor nicht. Es war eine sehr spannende Erfahrung, die mir wieder Mal gezeigt hat, dass es mir mit mir selbst nie langweilig wird!

Erstaunte Grüße,
Eure Nicole

Die Ironie des Alltags auf Schienen

Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass die Öbb in jeder Zuggarnitur einen Geisterbahnwaggon installiert hat und ich immer den erwische.
Während der ältere Herr neben mir seit 1 Stunde (ungelogene) 5 Zuckerl schmatzend und laut kauend verzehrt, hat die Dame vor mir ganz andere Sorgen: sie gibt ihrem Kind Nachhilfe per Telefon.
Zuerst ging es scheinbar um Rechenaufgaben, dann: „Wart Schatzi, ich ruf dich gleich nochmal an, ich schau dir nach.“ Legt auf und tippt am Handy. Ruft wieder an. „Schatzi, Adjektive sind Eigenschaftswörter…. Also wie ist etwas: süß, kalt, warm…..“

So viel Spaß für so wenig Geld – not.

18157703_1385177548237041_7089103492722225154_n

Besuche Nicole Inez – Deine PsychoLogin auch auf:

1487807947_facebook_social_media_logoFacebook
1487808061_twitter_social_media_logoTwitter
1487808326_pinterest_social_media_logoPinterest
1487808005_instagram_social_media_logoInstagram
1487808025_google_social_media_logoGoogle+
1487809166_blogger_social_media_logoBloglovin

PsychoLogisch: Wie verhalte ich mich Kunden gegenüber?

Ich bin nur sehr wenig bis gar nicht paranoid und doch vermute ich oftmals eine versteckte Kamera, hinter so manch einer Alltagssituation. Die letzten Wochen waren besonders stark davon betroffen. Da geht man beispielsweise nichts ahnend zu McDonald’s und findet dort einen Rüpel vor, der einen beschimpft, nach dem er die gesamte Bestellung falsch boniert hat. Und macht noch immer nicht Halt, wenn man ihn darauf hinweist, dass man sich bei seinem Vorgesetzten beschweren wird. Ich fühlte mich gezwungen (auch wenn es früh Morgens war) Taten folgen zu lassen und den Vorfall zu melden!

aggro_joe

Früher habe ich mir sehr viel gefallen lassen und hätte auch diese Situation über mich ergehen lassen. Heute weiß ich: Man muss sich nicht alles bieten lassen. Und herausgekommen bei der Beschwerde ist eine riesige Entschuldigung, samt McDonalds Gutscheine!

An einem anderen Tag in der selben Woche, machte ich eine ähnlich „interessante“ Erfahrung bei Hofer (Aldi). Ich war auf der Suche nach Spätzle und wurde bei meiner Suche danach, ständig von einer Mitarbeiterin blockiert: Sie räumte, während sie privat telefonierte, irgendwelche Sachen ein und schob den Wagen mit den Produkten immer genau hinter sich – und vor mir – her. Als ich die Spätzle nach 10 Minuten noch immer nicht gefunden hatte, musste ich sie „leider“ stören. Mit einem „entschuldigung“ vermieste ich ihr sichtlich die Stimmung und ihr Gesichtsausdruck sagte: „Wenn ich könnte, würde ich dich jetzt anspucken, du Störenfried.“ Also sah ich mich gezwungen, hinzuzufügen: „Ich will Sie ja nur sehr ungern bei Ihrem Privatgespräch stören, aber könnten Sie vielleicht kurz das Handy weggeben und mir sagen, wo sich die Spätzle versteckt haben?“

Ich arbeite nebenbei selbst in der Dienstleistung und wäre in 100 Jahren nicht draufgekommen, mich Kunden gegenüber so zu benehmen. Es kann nicht sein, dass man unhöflich oder gar respektlos gegenüber neutral agierenden Menschen wird. Und selbst wenn jemand ungut wird, muss man im beruflichen Kontext normal agieren.

Mich beschäftigen solche Begegnungen meist noch eine zeitlang, weil ich nicht einordnen kann, wie man sich so benehmen kann. Deshalb habe ich mir ein paar Begründungen zurecht gelegt:
1. Unsere Gesellschaft verfällt zusehends.
2. Unsere Gesellschaft verfällt immer mehr.
3. Unsere Gesellschaft verfällt.
4. Unsere Gesellschaft verfällt mehr und mehr.

Welche PsychoLogischen Tipps habe ich also parat für einen guten Umgang mit Kunden? (Danke an all die Menschen, die ihren Beruf verfehlt haben und mich zu diesem Text inspiriert haben)

1. Sei generell einfach unhöflich

Wenn du die Möglichkeit hast und in der Dienstleistung arbeitest: Nutze die Chance und grantle einfach so viele Leute wie möglich an. Du hast vielleicht irgendwann nicht mehr die Chance dazu, weil du gekündigt wirst, also nutze jede Stunde weise. Beginne am Besten einfach schon am Morgen, deine Kunden anzukotzen. Dass du es ernst meinst, kannst du mit einer grimmigen Miene unterstreichen. Gut kommt auch, wenn man dir die Promille im Blut vom Vortag noch im Gesicht ansehen kann. Du bist top, nur weiter so. Vielleicht hält man dir 5 Zeilen im Guiness Buch der Rekorde frei, was anderes kannst du wahrscheinlich nicht.

2. Vergiss niemals auf dein Handy

Versetze dich einfach in die Lage des Kunden. Würdest du nicht auch gerne telefonierend und halbherzig empfangen werden? Es reicht aber schon, wenn du im Kundenkontakt auf dein Handy schaust. Somit ist von Anfang an klar, dass nicht der Kunde, sondern du zuerst kommst. Du wirst ja schließlich nicht für’s Arbeiten, sondern für die Pflege deiner privaten Kontakte bezahlt.

3. Abwertung ist das „A“ und „O“

Sollte sich jemand über dich oder bei dir beschweren, weil du einfach grundlos unnütz oder unhöflich bist, reagiere mit Abwertung und Aggression. Nimm dir ein Beispiel an dem McDonalds Mitarbeiter, der mir vorgeworfen und unterstellt hat: „Sie haben mir das so angesagt.“ Besonders gut kommen haltlose Unterstellungen. Wie z.B. Wenn man einem jahrelangen Vegetarier unterstellt, er habe einen Grillteller voller Fleisch bestellt. Bei mir waren es Ham und Eggs und Schinken-Käse Toast. Sei kreativ in deinen Unterstellungen dem Kunden gegenüber. Nur so lernst du dazu und wirst irgendwann ganz sicher Arbeitsloser des Monats.

4. Wenn du überhaupt kommunizierst….

Oft ist es ja gar nicht der Mühe Wert, auf den Kunden einzugehen. Schon gar nicht, wenn die Beschwerde oder das Anliegen wirklich begründet ist. Der Kunde ist König, ist eine Sage aus dem Mittelalter, an die du dich nicht Mal in Ansätzen wagen musst. Du bist König, so wie du es aus deinem verwöhnten Elternhaus, deiner nicht vorhandenen Erziehung oder sonst woher, gewohnt bist. Am Besten sagst du einfach „Ach, talk to my hand…“

5. ….dann murmle

Gäste wollen nicht verstehen, was du gerade gesagt hast, oder du ihnen mitteilen willst. Sie raten gerne. Ein Besuch in einem Lokal oder einer Location ist nicht darauf ausgerichtet, sich einen schönen Abend zu machen. Das hast du ganz gut erkannt. Es geht rein darum, dass man bereits nachdem man die Räumlichkeiten betreten hat, angemault oder angemurmelt wird. Dem Sprichwort „in den Bart murmeln“ getreu, kannst du dir auch einen solchen wachsen lassen. Wenn du eine Frau bist, nimm einfach Hormone. Du musst unbedingt authentisch wirken. Zumindest in irgendeiner Hinsicht!

6. Schuld ist immer der Kunde

Dieser Punkt knüpft ein wenig an Punkt drei an. Man kann nicht zwischen unterschiedlichen Szenarien unterscheiden, was so viel bedeuten würde, wie: Mal ist es dein Versehen, Mal das Versehen des Gastes. Schere einfach den Kamm drüber und gestehe dir niemals Schuld ein. Es ist auch kein Dienstleistungsgedanke, dass selbst wenn der Kunde Schuld ist, du die Situation so darstellst, dass du dennoch ein „Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten“ herausbringst. In der Arbeit mit Menschen im Dienstleistungssektor geht es darum, Recht zu behalten und seinen Stolz zu behalten. Wenn deine haltlosen Unterstellungen nicht ausreichen, gestikuliere aggressiv. So, als würdest du dein Gegenüber gleich anspringen. Dann haben die Kunden Angst vor dir und kommen sicher nie wieder in das Geschäft.

7. Dienstleistung heißt nur so Dienstleistung

Das Wort „Dienstleistung“ beinhaltet nicht auf den ersten Blick gleich zwei Worte, nämlich „Dienst“ und „Leistung. Das heißt auch nicht übersetzt, dass du dich dazu verpflichtest, dem Gast Dienste zu leisten. Genau, es geht darum, dass DU dir eine schöne Zeit auf Kosten deines Arbeitgebers und der Kunden machst. Nochmal: Der Kunde ist kein König. Er ist der Dreck unter deinen Fingernägeln: Bitte behandle ihn auch so, Bertram!

8. Reflektiere dein Handeln nie

Selbst wenn sich schon der 20. Gast über dein Verhalten ihm Gegenüber beschwert: Ändere es nicht. Du hast keinen Grund, zu reflektieren. Alles was du tust, ist gut! Auch wenn dich bereits Vorgesetzte darauf ansprechen: Keep on going, Hansebärline. Du machst das gut – niemand ist so daneben wie du. Das macht dich einzigartig und darauf kannst du stolz sein.

9. Sei so inkompetent wie möglich

Wie auch ich, werden sich viele andere Leute auch sehr wohl in deiner Gegenwart fühlen, wenn du ihnen keine Fragen beantworten kannst. Es hat dich ja auch wirklich nicht zu interessieren, welche Produkte es in eurem Unternehmen gibt. Du bist ja schließlich weder der Herold, noch der Geschäftsführer. Und du bist froh, dass du weißt wie du heißt und bis Drei zählen kannst. Das ist ein sehr guter Leitsatz und man merkt es dir auch überhaupt nicht an, dass du dich überhaupt nicht für deinen Job oder das Anliegen der Anderen interessierst.

10. Freundlichkeit schafft unnötig Leid

Abschließend möchte ich noch folgendes sagen:

  1. Nein Horst-Uwe, mit der männlichen Form meine ich nicht nur die männliche Form. Sondern ich meine auch Frauen.
  2. Dieser Text ist durchzogen von Ironie und Sarkasmus.
  3. Wenn du ihn nicht erkennen kannst, tust du mir Leid oder bist
  4. Selbst Schuld.
  5. Ja, ich weiß, wie man Ratschlag richtig schreibt!
  6. Ja, ja, ich mache auch unabsichtlich Fehler in meine Texte, weil ich
  7. Aus Freude und nicht aus dem Duden heraus schreibe!
  8. Jedem ist die Möglichkeit gegeben, es besser zu machen ❤

Dem ist nichts hinzuzufügen!

 

Um aber auch die vielen, vielen Leute zu erwähnen, die ihren Job gut machen, muss ich mich bei der Dame bedanken, die mich bei Nordsee so nett bedient hat. Oder der junge Herr, der mir bei Deichmann angeboten hat, in einer anderen Filiale anzurufen, ob es meine gewünschten Schuhe dort noch gibt. Oder die Frau von Pandora, die mich ewig lange für den perfekten Ring beraten hat. Oder meine Trafikantin, die immer freundlich und für ein nettes Gespräch zu haben ist!

 

Radschlagende Grüße,
Eure Nicole

Radschläge

 

#Ironische Begegnungen

Kann es sein, dass das Leben an sich auch ironisch ist?

True story: Sitze halb schwitzend, plärrend, ent- und genervt vor den Daten meiner Abschlussarbeit, weil einfach der Wurm drinnen ist.
Kommt nicht ein (sehr aufdringlicher) junger Mann zu meinem Tisch mit den Worten: „Soll auch dich Jesus erlösen?“
Ich musste einfach sagen: „Das wäre nett, aber ich glaube, Jesus versteht kein SPSS.“ (SPSS ist das Rechenprogramm).

Verwirrte Grüße,
Eure Nicolewin_20161013_15_52_56_pro