Psychologische Weisheiten

Liebe Leute,
Da es so lustig ist, sich tagelang einzusperren, lern ich einfach weiter  heute hab ich ein spannendes Modell für euch: Je mehr soziale Kompetenz ein Mensch hat, desto weniger aggressiv ist sein Verhalten. Klingt irgendwie logisch 17862731_1373771986044264_2074097536641025547_n

Strebernde Grüße,
Eure Nicole

Psychology2go: Ist diese Person meine Zeit Wert?

„Eigentlich haben wir nicht viel davon und doch ist es eines der kostbarsten Güter, die wir haben: Zeit.“ – Nicole Inez

Im Laufe seines Lebens lernt man viele Menschen kennen. Die einen bleiben länger, die anderen kürzer. Und wenn man Glück hat, bleiben einem die Liebsten eine lange Zeit im Leben. Doch manchmal – besonders wenn mein ein gutherziger, offener Mensch ist – gerät man an die „falschen“ Personen. Damit will ich nicht sagen, dass es irgendeine Erfahrung in personifizierter Erscheinung gibt, die keinen Sinn macht. Jede Begegnung lehrt uns etwas: Über uns, über das Leben, oder zumindest darüber, wie man selbst nicht sein möchte. Mit den falschen Leuten meine ich Menschen, die einen in irgendeiner Weise nicht gut tun. Von solchen Menschen sollte man sich so schnell wie möglich trennen, sobald man bemerkt, dass mehrere der folgenden Punkte auftreten: (Dieser Text spricht nicht die generellen Energievampire an, die so oder so einfach nur zu meiden sind).

Ich meine damit Susi und Strolchi (Namen von der Redaktion geändert), die einfach nicht gut zu oder für euch sind, weil:

  • Es gibt Menschen, die finden einige Dinge an euch nervig und zeigen/sagen euch das auch permanent auf eine Art und Weise, die euch verletzt. Sie bessern euch sehr oft aus und wissen alles besser. Denn sie wissen auch über dich Bescheid, weil du dämlich bist und dich ruhig so fühlen darfst.
  • Manche Leute belächeln dich und deine Ziele. Sie haben oft keine eigenen oder trauen sich nicht, zu ihren zu stehen. Das Belächeln hat zwar nichts mit dir zu tun, aber es zeigt viel über den Charakter dieses Menschen. Glückliche Leute müssen niemand anderen runtermachen. Willst du mit so jemandem deine Zeit verbringen? Jemand der weder an sich und noch viel weniger an dich glaubt? Bist du eine Witzfigur? Oder warum darf jemand über dich im negativen Sinne lachen?
  • Susi gibt dir permanent Ratschläge, weil sie einfach immer weiß, was gut und was schlecht für dich ist. Auch wenn du nicht fragst, bevormundet sie dich – Charakteranalyse inklusive. Du musst dein Persönlichkeitsprofil gar nicht anfordern, du bekommst es bei jedem Treffen umsonst – bitte, danke, nein danke!
  • Strolchi (der Genderfairness halber) hat schwere Probleme mit sich selbst. Lässt diese aber nicht behandeln, weil sein Stolz es ihm verweigert. Stattdessen läuft er lieber belastet durch die Welt und projiziert verschiedenste Situationen und Erlebnisse auf unterschiedliche andere Situationen, die eigentlich gar nicht real sind. Kurz zur logischen Erklärung: Angenommen Strolchi hat immer wieder Probleme, sich von seiner Schwester Strolchilini abzugrenzen. Sie nutzt ihn nach Strich und Faden aus, aber er merkt es nicht mehr, weil es einfach schon immer so war. Dann trifft er eine neue Person, es entwickelt sich über die Monate eine Freundschaft. Jedes Mal, wenn diese Person Strolchi um einen Gefallen bittet, rastet dieser aus und unterstellt ihr, dass sie ihn nur ausnutzen will. Was ist passiert? Er hat die belastende und verdrängte Situation mit seiner Schwester auf eine eigentlich unschuldige Freundschaft projiziert. Und wo dieses Beispiel herkommt, gibt es noch viel viel mehr.
  • Die Person x (deren Namen wir hier nicht nennen wollen) weiß nicht, wie sie zu dir stehen soll. Deshalb ist sie einmal nett und das andere Mal abweisend und komisch. Das hat damit zu tun, dass sie sich 1. ihrer selbst nicht bewusst ist (sonst würde sie wissen, welche Leute sie mag und welche nicht und welche Schlüsse sie daraus zieht). 2. Hast du Menschen verdient, die zu 100 Prozent sicher sind, warum sie dich so gern mögen und warum sie dich manchmal am liebsten auf den Mond schießen würden.
  • Gesten der Unhöflichkeit: Nicht zurückschreiben, permanent zu spät kommen, nicht richtig zuhören, versetzen, etc. Hier geht es mehr um deine eigenen Wertigkeiten. Diese werden im Laufe einer Freundschaft normalerweise mehr und mehr deutlich. Weiß eine Person, die dir nahe steht, was du überhaupt nicht leiden kannst und macht sie dennoch immer wieder: Lauf Forest, lauf! (Sorry, das musste jetzt sein)
  • Wenn du merkst, dass du nur ein Ersatzprogramm für jemanden bist. Spontane Anrufe wenn Strolchi gerade den Bus verpasst hat, aber sonst nie? Plötzliche Absagen, wenn „jemand besserer“ Zeit hat? Nein, ich sag nein: Da bist du mehr Wert.

Es gibt natürlich noch viel mehr Punkte, wie man merkt, dass es Zeit ist, eine Person in die unendlichen Weiten des „Schleich di“ gehen zu lassen. Doch das sind die Wesentlichen!

Und wie könnt ihr merken, ob es die richtige Entscheidung war, eine Person in die Wüste geschickt zu haben?
Du bereust keine Minute, es getan zu haben.
Es geht dir viel besser ohne sie (die Person).
Deine Gedanken fühlen sich wieder frei(er) an.
Du musst dich viel weniger ärgern.
Du denkst eigentlich kaum an die Person.

Ich wünsche euch, dass ihr bei solchen Entscheidungen auf euer Herz hören könnt und euch traut, ihm zu folgen!

Liebe Grüße,
Eure Nicole

 

psychology2go

 

Warum ist Veränderung von Zeit zu Zeit so wichtig?

Veränderungen,  Umstrukturierungen, Wandlungen und Neuanfänge: Das sind die lebenslangen Unwörter aller Jahre und zwar für sehr viele Menschen. Das Neue, Unbekannte und die Veränderung macht Menschen Angst, mehr als ihre Kontoauszüge, mehr als sonst was. Damit ihr mir jetzt vor lauter Bang nicht gleich beim ersten Absatz abspringt und euch unter der Decke versteckt, werde ich auf weitere Wörter der Veränderung verzichten. Und wenn ich ehrlich bin, ich habe ja selbst Angst davor. Doch ist das gut? Und warum ist das so?

In meinen Gedankenschemen, die ich von Klein auf gelernt habe, gehe ich einem Alter zu, indem man „sesshaft“ sein sollte. Eigentlich sollte ich schon verheiratet sein, seit Jahren denselben Job haben, mindestens ein Kind haben und mir gemeinsam mit meinem Partner ein Heim finanziert haben bzw. einen Kredit aufgenommen haben, um es bis ans Lebensende abzubezahlen. Ein Hund oder eine Katze und ein Familienvan wären nicht schlecht, damit das idyllische Bild eine schöne Abrundung bekommt. Und wenn das alles dann seine Perfektion erreicht hat, sind Veränderungen ausgeschlossen und die Entwicklung abgeschlossen. Krankheiten, psychische Phänomene, unglücklich sein und sich nach etwas anderem sehen sind allemal besser, als Veränderung.

Ich habe nichts gegen sesshaft werden. Im Gegenteil. Natürlich kann ich dem etwas abgewinnen, wenn man gewisse Fixpunkte im Leben hat. Vor allem finde ich es wichtig, sich über die Jahre einen stabilen Bekannten- und Freundeskreis aufgebaut zu haben (auch wenn es hier sehr wichtig ist, dass man sich von schädlichen Menschen trennt, egal wie schmerzhaft das auch sein kann). Auch ist es begrüßenswert, wenn man sich über die Jahre etwas aufgebaut hat und weiß, womit man die Vollkorn-Hirse-Brötchen auf seinem Tellerchen bezahlt. Kinder sind ebenfalls kein No-Go auf einem Lebensplan. Aber alle aufgezählten Dinge sollen für mich niemals zu einem Must have, weil das Alter es verlangt, werden.

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Und auch wenn ich so große Töne spucke, ist der rebellische Teil in mir in den letzten Jahren mehr und mehr verstummt. Ich sehe in einigen Bereichen meines Lebens Handlungsbedarf und verdränge es aber gerne. Das „Witzige“ an solchen Mechanismen ist ja, dass sich die Zeichen der Zeit einfach häufen, wenn man einfach weitergehen sollte und einen Entwicklungsschritt setzen sollte. Da passieren dann gehäuft Dinge, die einen schwarz auf weiß vor Augen halten, dass man sich beispielsweise bestimmte Umstände einfach nicht mehr gefallen lassen möchte. Die Siuationen, die einer „Versteckten Kamera-Situation“ ähneln, werden eine Regelmäßigeit. Sei es nun im Job, in Beziehungen, in der Wohnbedingung, oder gar in dem Umfeld (Ort) in dem man lebt.

Es geht eine zeitlang gut (für manche gar ein Leben lang), dass man sich Ereignisse schön redet und die Veränderung einem hinterherläuft. „Es ist ja nicht so schlimm, dass ich ständig unbezahlt Überstunden machen muss.“ „Ich höre einfach nicht mehr hin, wenn sie das nächste Mal wieder abfällig wird.“ „Sei nicht so sensibel, das ist ja nur halb so schlimm.“ „Du möchtest ja nur davonlaufen. Meinst du, wo anders ist es besser? Bestimmt nicht.“ „In einer Beziehung gehören solche Dinge eben dazu, man kann nicht alles haben.“ „Warte einfach ab und überstürze nichts, es wird sicher besser werden.“
Das sind alles beschwichtigende Worte unseres inneren Anteils, der nicht verlieren möchte, was bereits aufgebaut wurde. Der möchte auch das Gesicht und den Schein waren. Es passt nach Außen hin alles und solange es nicht offiziell wird, dass dem nicht so ist, verdränge ich. Er ist vorsichtig und überlegt einfach alles bis ins letzte Detail. Natürlich hat diese Seite in uns auch eine wirklich wichtige Funktion: Sie bewahrt uns vor impulsiven Handlungen, Kurzschlussreaktionen und unbedachten Entscheidungen.

Und doch sollte man diese innere Meinung von Zeit zu Zeit hinterfragen und Veränderung zulassen. Jeder Mensch ist anders, wenn es um Veränderungen geht und fast alle von uns sind Gewohnheitstiere. Das Meiste, was wir jeden Tag machen, läuft mehr oder weniger automatisiert ab. Wir leben einfach dahin. Diese Tatsache ist nicht weiter tragisch und diese Automatismen schonen unseren Organismus, sonst wären wir in einer Art Dauerfluchtreflex und hätten einen explodierenden Stresspegel.
Dennoch sollte der Rebell in uns, der Drang nach Lebendigkeit und Freiheit ebenso seinen Platz bekommen. Vor allem dann, wenn es uns über längere Zeit einfach nicht mehr gut geht. Der Teilbereich oder die Bereiche im Leben, die sich einfach nicht mehr richtig anfühlen, müssen (sofern man weiter geistig und körperlich gesund bleiben möchte) geändert werden. Nicht selten führen verdrängte Wünsche, Probleme, Sorgen und Hoffnungen zu Burnout oder Depression. Auch körperlich Erkrankungen können Ausdruck von verpasstem Leben und verschobenen Problemen sein.

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Was sind die Gründe, warum wir so ungern was verändern?

Angst. Der Hauptgrund heißt schlicht und einfach Angst. Auch wenn das, was derzeit ist, nicht mehr das ist, was wir uns vorstellen, macht uns die Ungewissheit einer Veränderung noch mehr Angst. Es könnte ja noch schlimmer werden. Es könnte sich auch durch die Veränderung nichts verändern. Und wenn man sich bewusst gegen etwas entscheidet, dann ist das auch wirklich weg.

Vermeidung. Ein weiterer Grund ist, dass Mensch alles vermeiden möchte, was mit Verlust, Schmerz, Auseinandersetzung oder überhaupt Emotionen zu tun hat. Das kann einem sehr nahe gehen und alte Wunden aus der Kindheit aufkratzen. Darüber wissen die meisten Leute nichts (mehr) und lassen lieber alles, wie es ist.

Bequemlichkeit. Es ist so schön, jeden Tag in den Trott zu erwachen. Die krechzende Stimme des Partners zu hören, auch wenn man sie am liebsten nie wieder hören möchte. Die Verfilzung der Haare und der vetraute Mundgeruch. Ein Traum. Man weiß ja zumindest, dass man nicht allein sein muss. Und das Kindergebrüll übertönt ja eh nach einiger Zeit die Stimme des Partners. Man braucht sich nicht um soziale Kontakte oder einen neuen Lebensgefährten bemühen, denn alles was man braucht, ist da: Essen, Zuneigung, gemeinsame Unternehmungen, gemeinsamer Trott, gemeinsame Menschen. Besser gemeinsam einsam, als bewusst allein.

Schein. Unsere Gesellschaft liebt und lebt oftmals lieber den Schein, als die eigentlich gefühlte Wahrheit. Es ist sehr oft wichtig, was andere von uns und unseren Entscheidungen halten könnten und was denn nun wäre, wenn man sich zeigt, wie man ist. Das ist vor allem in Jobs und kleineren Städten und vor allem am Land nicht erwünscht. Denn dann würden die Leute reden und sich „das Maul zerreissen“. Als Halblandmensch muss ich sagen, dass das nicht nur ein Gerücht ist, sondern es wirklich stimmt. Leute, von deren Existenz man nicht Mal gewusst hat, wissen was du nachts trägst.

Resignation. Vielleicht hat man auch versucht, etwas zu verändern, ist aber immer wieder gescheitert. Auf halber Strecke ging dann der Mut verloren, oder man wurde wieder schwach und ließ sich einsulen. Die Zukunft wäre in manchen Momenten vielleicht sogar schon zum Greifen nahe gewesen, aber im letzten Moment hielt man sich dann doch lieber am letzten Strohhalm fest. Nach dem x-ten Versuch hat man dann keine Kraft mehr und arrangiert sich mit der Situation. „Man macht das Beste daraus“ und „so schlimm ist es doch gar nicht“. Die Einstellung zu den Dingen macht ja bekanntlich sehr viel aus.

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Was in mir vorgeht, wenn ich an Veränderung denke!

Wenn ich in mich hineinfühle und merke, was sich nicht mehr stimmig anfühlt, dann bekomme ich als ersten Reflex Angst. Ich möchte nicht zustimmen, dass etwas nicht mehr passt. Weil ich mich schon daran gewöhnt habe, weil ich mir in meinem Gefühl nicht traue. Weil ich daran denke, dass es mit großen Mühen verbunden ist, etwas zu ändern. Mein Gehirn schaltet sich also sofort ein und verdrängt jeglichen Zugang zu meiner Inneren Stimme. 100 Argumente stellen sich ein, die mir verdeutlichen sollen, dass wir erstmal abwarten und Tee trinken. Die Hoffnung schleicht sich mit ein und verspricht mir Veränderung. Und die Gutgläubigkeit gesesellt sich dazu, um mir weiß zu machen, dass das alles ja gar nicht so schlimm ist.

Wenn ich weiß, dass große Veränderungen anstehen, dann werde ich eigenartig. Ich warte sehr lange ab und will es nicht wahrhaben. So lange es geht, mache ich Bögen darum. Ich rede dann mit vertrauten Personen sehr viel darüber und kann nachts schlechter schlafen. Für und wider werden abgewogen und Herz kämpft gegen Verstand. Und obwohl ich viele Techniken gelernt habe, wie man sich beruhigt, wie man sich einer Situation annimmt und sie akzeptiert. Obwohl ich weiß, wie man sich Dinge auch schön reden kann, bin ich viel zu sehr Mensch, um mir etwas ein- oder auszureden, anstatt die Realiät anzuerkennen und Maßnahmen zu ergreifen.

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Wie kann ich den Schritt zur Veränderung wagen?

Listen. Es klingt wahrscheinlich sehr banal, aber + und – -Listen helfen oft enorm weiter. Vor allem wenn du eine Person bist, die sehr rational lebt, hast du somit schwarz auf weiß deine Punkte. Oft wird dadurch ganz klar, welche Option vorne liegt. Wichtig ist hierbei, dass deine Gedanken ehrlich sein dürfen.

Ermutigungen. Wenn du zu einer Entscheidung tendierst und dein Herz „ja“ sagt, ist es sehr wichtig, dass du dir Zuspruch holst. Dazu musst du dich an Leute wenden, die wirklich hinter dir stehen und dir nicht aus Egoismus zu etwas raten würden. Oder du sprichst mit objektiven Personen darüber. Die haben nämlich nichts von deiner Entscheidung und werden dir einfach sagen, was sie empfinden.

Information. Wer nichts weiß, kann auch nicht bewusst entscheiden. Das ist kein Zitat, sondern meine Meinung. Wenn du keine Fakten zu einer bestimmten Sache einholst, kannst du auch keine Entscheidung fällen. Planst du z.B. einen Umzug? Dann musst du zumindest über deine Vorlieben, dein Budget und deine Verfügbarkeiten Bescheid wissen. Niemand sonst kann dir dabei behilflich sein, wenn es um Fakten geht, die für dich wichtig sind.

Realisierbarkeit. Ist dein Wunsch nach Veränderung realisierbar oder ist es eine Utopie, von der du nur nachts träumen kannst, weil einfach alles dagegen spricht. In welchem Zeitraum ist die Umsetzung möglich und wer könnte dir dabei helfen?

Austausch. Niemand ist jemals mit einer Situation allein. Und damit meine ich gar nicht, dass man immer und überall Freunde braucht. Damit meine ich, dass es immer Gleichgesinnte gibt, die vielleicht gerade ähnliches durchmachen. Vielleicht gibt es auch Leute, die das was dir bevorsteht, schon hinter sich haben und dir Tipps geben können.Und sobald die Verwandlung im Gange ist, kommen auch andere Menschen und Eindrücke in dein Leben.

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Mein persönlicher Mentor (auch wenn schon verstorben), ist Hermann Hesse. Seine Texte sind für mich so voll Wahrheit und sie geben mir Mut und Kraft, wenn ich vor einem Wegweiser stehe und eigentlich schon weiß, wohin ich gehöre und nur die Angst mich im Arm hält.

Stufen (Hermann Hesse)

„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“

 

Liebe Grüße,
Eure Nicole

#Psychologie#Veränderung

Text und Idee: Nicole Inez

Tinder: Unterscheiden sich Männer und Frauen in der Selbstdarstellung?

Im Rahmen eine Lehrveranstaltung haben eine Kollegin von mir und ich erforscht, inwiefern sich Männer und Frauen anhand ihrer Selbstdarstellung anhand von Fotos unterscheiden. Hierzu haben wir die Bilder in 23 Kategorien, die wie folgt lauten, eingeteilt. Wir haben unabhängig voneinander jedes Bild in die jeweilige Kategorie eingeteilt. Dabei haben wir je 80 Bilder von Männern und Frauen miteinander verglichen.

Wir haben uns für die Einteilung in folgende Kategorien entschieden:

1 = Gesichtsfoto
2 = ausgefallenes Bild (ein verrückt dreinschauender Mensch, ausgefallene Location, Style; kurz: jemand, der um jeden Preis auffallen möchte).
3 = Urlaubsfoto (Bild, das eindeutig darauf schließen lässt, dass sich diese Person im Urlaub befindet).
4 = Hobbybild (Hierzu haben wir auch Sport gezählt).
5 = Partybild (Fotos unter dem Motto „Sex, drugs und Rock’n’Roll)
6 = soziales Bild (Wenn jemand mit mehreren Menschen abgelichtet ist)
7 = aufgestyltes Bild
8 = körperbetontes Bild (Der Körper wurde zur Schau gestellt oder aufreizend gekleidet)
9 = Naturbild mit Mensch
10 = Landschaftsfoto (ohne Mensch)
11 = Ganzkörperbild
12 = mehrere Bilder im Bild (eine Art Collage)
13 = kulinarisches Bild (Bild, wo die betreffende Person gerade isst)
14 = Fakebild (ein Bild, dass eine falsche Person oder z.B. etwas anderes gefaktes abbildet)
15 = Gephotoshoped (ein Bild, das definitiv bearbeitet wurde)
16 = Spruchbild („If you can dream it, you can do it“, etc.)
17 = Tierbild (Bild, auf dem die Person mit einem Tier abgebildet ist)
18 = Bild mit Kindern
19 = Business-/Studiumsbild
20 = Abgewandtes Bild (Bild auf dem die Person einen den Rücken zeigt)
21 = Entspanntes Freizeitbild
22 = Oberkörperbild
23 = Duckface

Um ein signifikantes (bedeutendes) Ergebnis ein- oder auszuschließen, haben wir einige Berechnungen durchgeführt (die ich euch hier nicht aufliste, da man sie nur als PsychologIn anwenden muss, wenn man Forschung betreibt). Hier also nebensächlich.

Statistisch signifikant (in der Psychologie darf man nur von einem Unterschied sprechen, wenn ein Ergebnis signifikant ist) waren die Unterschiede in den Kategorien „aufgestyltes Bild“ und „Spruchbild“. Frauen präsentierten sich 8 Mal mit so einem Bild, Männer hingegen kein einziges Mal. Ein reines Spruchbild hat sich bei Frauen 4 Mal und bei Männern abermals null Mal gezeigt.

Auch, wenn diese Unterschiede keinen statistischen Wert überschritten haben, haben wir in ein paar anderen Kategorien Unterschiede gefunden, die ich euch hier nicht vorenthalten möchte (weil sie wahrscheinlich bei einer noch größeren Anzahl an Menschen) bedeutend geworden wären.
Männer haben fünf Mal häufiger ein ausgefallenes Bild verwendet als Frauen.
Männer haben sich fünf Mal öfter bei ihrem Hobby ablichten lassen als Frauen.
Männer haben doppelt so häufig auf einem entspannten Freizeitbild gezeigt wie Frauen.
Männer haben auch doppelt so oft ihren Oberkörper freizügig gezeigt wie Frauen.

Kommen wir nun zu den Frauen:

Frauen haben sich um drei Mal häufiger auf einem sozialen Bild gezeigt als Männer.
Frauen haben zwei Mal öfter ein Ganzkörperbild gezeigt.
Frauen haben außerdem öfter mehrere Bilder von sich in einem Bild verwendet.
Frauen haben doppelt so oft ein Tierbild verwendet.

Um Fragen und Unklarheiten in diese Richtung gleich vorweg zu vermeiden: Wissenschaft zieht eine Stichprobe aus einer Population (da man nicht jeden Menschen auf dieser Welt für jede Untersuchung heranziehen kann). Aufgrund des Ergebnisses in der Stichprobe schließt man auf die Population (also auf alle Menschen). Das ist auch der Grund, warum man „Ja, aber ich finde, dass“, „aber bei mir ist das so“ und Einzelschicksale nicht einbezieht.

 

Liebe Grüße,
Eure Nicole

P.S.: Wer Ergebnisse dieser Studie oder deren Inhalt ohne vorherige Absprache verwendet, darf mit rechtlichen Konsequenzen rechnen!

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Copyright: Nicole Inez