Kolumne: Was wollen Männer?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die Frage selten im eigentlichen Sinne gestellt. Wahrscheinlich, weil ich in erster Linie daran interessiert bin, was ich möchte. Und doch lese ich ab und zu Artikel, die beschreiben, was Männer wollen und was nicht. Die meisten kann ich jedoch nicht zu Ende lesen, weil ich mich sonst manipuliert und voreingenommen fühle. Und zusammengefasst lässt sich sagen, dass Männer eigentlich fast nichts wollen. Sie wollen keine zu attraktive Frau, zu erfolgreich darf sie auch nicht sein, nicht mehr verdienen, nicht zu lustig sein, aber dennoch muss sie über die Witze lachen. Sie muss erobert werden wollen, aber auch Zeichen senden und ihre Reize zeigen. Das ist kein Hirngespinst aus meinem psychologischen Gehirn, sondern eine Kurzzusammenfassung jener Artikel und YouTube-Videos, die ich bisher konsumiert habe.

Man kann sich jetzt natürlich fragen, warum ich das überhaupt lese? Das hat vor allem den Grund, weil ich grundneugierig (nein, das Wort gibt es nicht!) bin und ich das Mysterium des Mannes nicht wirklich logisch durchschauen kann. Ich gehe da immer intuitiv vor, habe das immer so gemacht und werde es aller Wahrscheinlichkeit auch immer so machen. Doch ich habe mir sagen lassen, dass es Tipps und Tricks gibt und dass Frauen Männern gefallen wollen und viele Dinge beachten.

Das Spannende ist, dass 1. jedes Mal, wenn ich einem Mann gefallen wollte, ich dabei versagt habe, weil ich 2. nicht authentisch war und aus meiner Natürlichkeit gefallen bin. Dann war ich eine Mischung aus halbweisen Ratschlägen, Tipps und Vermutungen, was denn das Objekt der Begierde wohl wollen und meinen könnte. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich enorm schlecht darin bin, nicht ich selbst zu sein. Es klingt komisch, aber ich kann eigentlich nicht anders, als ich zu sein. Was auch beinhaltet, dass ich nichts befolgen kann, was ich nicht bin. Also bin ich vor allem eines: Ehrlich!

Was aber nicht heißt, dass ich mich nicht auch manchmal extra hübsch mache, wenn ich ausgehe und mir denke, dass ich heute sehr gut aussehe. Lustiger Weise sind dies dann meist jenen Abende, wo ich an meinem Getränk nippend auf der Tanzfläche wackle (nicht, weil ich so betrunken wäre, aber weil mir gerade kein anderes Wort einfällt) und mich wundere, warum denn niemand meinem Aufwand Aufmerksamkeit schenkt.

Und dann gibt es Abende wie gestern. Unausgeschlafen, müde und eigentlich bettreif und -fertig, geht man zu Freunden, um einen gemütlichen Abend zu verbringen. Man zieht eine ausgewaschene Jeans, eine x-beliebige Weste und einen Schal an, den man normalerweise nur bei Strick- und Teeabenden mit seiner Großmutter an hat. Dazu kombiniert man einen Turnbeutel und Turnschuhe. Mit letzter Kraft schmiert man sich noch ein wenig Make Up, über die mangels Schlaf entstandenen Augenringe, die auch gut die Krater auf dem Mond symbolisieren könnten. Eigentlich möchte man schon heim, doch weil der Abend lustig ist und man seine Freunde mag, geht man noch „fort“. Dort steht man dann wie eine schlecht verankerte Laterne im Wind und hebt unmotiviert alle 3 Takte die Arme, damit  man sich bewegt, weil die Musik ja eigentlich ganz nett ist. Während man mit Bier vollgeschüttet wird und grantig dahingrantelt (nein, auch dieses Wort gibt es nicht!), wird man von allen Seiten angerempelt und am Turnsack berührt, weil niemand vorbei kann. Ich hätte mir nie gedacht, dass man an einem Abend wie diesem: Müde, grantig, eigentlich schon gedanklich im Bett und nach Bier und wahrscheinlich auch anmutend nach Schweiß riechend, so viele Angebote bekommt.

In Gedanken ging ich die eingangs erwähnten Ratgeber durch und bemerkte: Ich habe nicht einen einzigen davon befolgt, im Gegenteil. An diesem Abend war ich einfach nur ein Mensch und mehr ich selbst als ich es sein würde, wenn ich jemandem gefallen möchte. Diese Erfahrung hat mich nur darin bestätigt, dass es im Prinzip egal ist „was Männer wollen“, weil es keine Geheimtipps gibt, außer das Lied der Ärzte („Das Lied vom Scheitern“, welches besagt: „Du bist immer dann am Besten, wenn’s dir eigentlich egal ist.“

Analysierte Grüße,
Eure Nicole

man-2854030_1280

 

 

Advertisements

Rollenwechsel: Eine Stunde als sportliche Frau

Ich bin eigentlich ein sehr sportlicher Mensch, der sich gerne bewegt. Leider verdecken das meine Speckröllchen und Reserven, die sich liebevoll an meinem Körper verteilen. So beschränkt sich mein Bewegungsdrang in den letzten Monaten auf ein paar Wege – diese sind aber wirklich regelmäßig und werden strikt eingehalten: Aus dem Bett ins Bad, vom Bad zum Kühlschrank, vom Kühlschrank auf die Couch, von der Couch auf die Terrasse. Für wen das jetzt so klingt, als wäre ich derzeit etwas träge, dem muss ich sagen, dass der Eindruck täuscht. Ich gehe wirklich auch über meine Grenzen. Mehrmals pro Woche verlasse ich die Wohnung, um meinen Wegen in den eigenen vier Wänden eine tiefe Bedeutung zu geben: Ich gehe einkaufen. Abends bin ich besonders willenstark. Da gehe ich zur Bim und auch in Lokale. Auch dort bewege ich mich an die Bar, auf die Tanzfläche oder auf die Toilette (wenn es sein muss und mein innerer Schweinehund das „Okay“ dafür gibt).

So, Spaß und Ironie beiseite (also für einen kurzen Moment nur natürlich). Die Wahrheit ist, dass ich aus diversen (nicht perversen) Gründen, einfach selten Lust habe, Sport zu machen. Ich habe viele tolle Ausreden, um mich immer wieder davor zu drücken, mich z.B. in ein Fitnesscenter anzumelden. Auch wenn ich weiß, woran es liegt, fällt es mir schwer, das zu ändern. Theoretisch weiß ich als angehende Psychologin ja alles und fast immer alles besser (Vorsicht, Selbstironie!), doch ich müsste glaube ich noch 4 Mal Psychologie studieren, um meine Menschlichkeit zu verlieren. Somit könnte ich nämlich einfach all meine menschlichen Schwächen beiseite lassen. Das vermuten nämlich 61,25 Prozent der Menschen. Mit unreflektierten Aussagen wie: „Naja du studierst ja Psychologie…. Du musst das ja wissen, wie das geht.“ Natürlich, ich bin eigentlich Jesus, nur sage ich das keinem, ich werde nicht gerne verehrt. Also muss ich weiter so tun, als wäre ich nur ein Mensch wie du und ich.

Manchmal beobachte ich dann Profile von Menschen, die ständig posten, wenn sie sich irgendwie bewegen. Das wiederum hat mich bewegt. Ich dachte mir: „Nicole, das kannst du auch. Wie wäre es, wenn du heute deine Laufkleidung aus dem Keller holst, dir einen sportlichen Zopf machst, dir dein Handy schnappst und einfach Mal in die Rolle einer super aktiven Person schlüpfst? Dann machst du einfach ein Selfie von deinem Gesicht und deinen Schuhen, legst einen Filter drüber und hoffst, dass dich jemand bestärkt.“ Gedacht getan. Ich schnappte mir also mein Sportgewand, schaute, wie viel davon ich aufgrund welcher Temperatur anziehen sollte, nahm meinen Schlüsselbund, der aus 20 Schlüsseln besteht und mein Handy. Ich möchte auch gerne in meinen Kopf mitnehmen und euch beschreiben, wie es mir als sportliche Insta-Poserin gegangen ist.

Boah, bin ich vielleicht unmotiviert, aber ich sollte mich einfach Mal wieder bewegen. Der nächste Sommer kommt bestimmt und du jammerst sonst wieder die ganze Zeit, dass du dich nicht wohl fühlst in deiner Haut. Du bist noch in keinem Fitnesscenter angemeldet, also geh zumindest laufen. Sollte ich schon im Lift ein Selfie machen, damit ich allen zeigen kann, wie sportlich ich bin? Ja, schießen wir Mal ein Bild. Oje, bist du blass. Du solltest nicht nur ins Fitnesscenter, sondern auch ins Solarium. Warum knarrt der Lift eigentlich so? Ich mag ihn nicht. Ich mache die Tür zur Straße auf und verlasse mein Wohngebäude
Boah, es ist kalt draußen, aber wenn ich mich bewege, wird mir sicher warm. Ich überquere die Straße und gehe und gehe und gehe und gehe. Mittlerweile habe ich schon 4 Straßen überquert.

Ich sollte endlich anfangen zu laufen, sonst gehe ich die gesamte Strecke zu Fuß und hab keine mehr zum Laufen. Wah, ich sehe mit dieser Brille so schlecht, voll blöd dass ich auf meine andere drauf gestiegen bin. Ach Gott, ein Pärchen, könnte das vielleicht Platz machen, für arme unsportliche Frauen? Der Boden ist einfach viel zu schlecht zum Laufen, ich gehe noch ein Stück. Vorne bei dem LKW fange ich dann an zu laufen. Warum sind hier so viele Blumen zum Verkauf am Straßenrand? Aja, da ist ein Friedhof. Irgendwie schräg, die Menschen in ihrer Bedürftigkeit aufzulauern und damit ein Geschäft zu machen. Aber irgendwie auch praktisch gedacht. Ich habe nun schon die dritte Playlist begonnen und keine davon motiviert mich. Vor allem die eine mit dem Text zu einer verlorenen Liebe nicht.

Warum habe ich das mit der Playlist nicht eigentlich vorher geregelt? Wahrscheinlich weil ich das letzte Mal per Zufall eine passende gefunden habe. Oh mein Gott, wie sehr nervt eigentlich dieser Schlüsselbund. Ich greife mir unter den Pullover und fühle mich leicht komisch. Aber ich muss eine ideale Position für meine, gefühlt 100 Schlüssel finden, damit sie nicht ganze Zeit klimpern.
So, nach der Frau mit dem Kinderwagen, beginne ich mit dem Laufen. Ach, nein doch nicht. Hier sitzen so viele Männer, die mich gerade anstarren. Wenn ich vor ihnen umfalle aus Atemnot, wäre das peinlich. Würden sie mir helfen? So, nach der nächsten Laterne beginne ich. Aber hinter mir ist eine Läuferin, die ich zuerst vorbei lasse. Sie sieht so fit aus und ich will nicht gleich am Anfang überholt werden. [Vorspulen bis zum Moment vom Ende des Laufs]

So, heute war echt nicht mein Lauf-Tag. Aber wann war der eigentlich jemals? Egal, ich poste jetzt ein Selfie von mir. Oje, ich bin zwar nicht mehr blass, aber rot wie eine Tomate. Egal, ich schmeiße einfach einen Filter drüber. Welche Hashtags verwendet man da eigentlich? Ich werde es nicht übers Herz bringen, das ernsthaft zu posten. Es macht doch keinen Sinn, oder doch? Scheinbar schon, sonst würden es nicht so viele Leute tun und Leute liken. Was wohl die Leute denken, dass ich schon das 5. Foto von mir selbst mache und alle 3 Meter stehen bleibe?

Wahrscheinlich nichts, weil sie entweder selbst auf ihr Smartphone starren oder sowieso nur mit sich selbst beschäftigt sind.

Mein Resumee: Laufen ist anstrengend, dabei auch  noch Bilder von sich zu machen noch viel anstrengender und der Sinn dahinter erschließt sich mir nach wie vor nicht. Es war eine sehr spannende Erfahrung, die mir wieder Mal gezeigt hat, dass es mir mit mir selbst nie langweilig wird!

Erstaunte Grüße,
Eure Nicole

It’s not the hurt that hurts

Falling into the depth of the places I already know,
years of searching in the wilderness for clearness to show.
It’s not the hurt that hurts,
but it let my heart split,
that it took more than it had to admit.

Take me to the edge you know,
tell me that I’m stronger than mind wind’s blow.
It’s not the hurt that hurts,
but it got me twisted,
to see something over years that never existed.

Burning candles burnt down slow,
love’s fire’s just for heartless, I didn’t know.
It’s not the hurt that hurts,
but it pulled me down,
that you built an ocean just to let me drown.

Dancing shadows guided me wrong,
proved that I was not your favorite song.
It’s not the hurt that hurts,
but my heart got broken,
by left the truth forever be unspoken.

 

hurts

Über den Dächern der Stadt

Hier sitze ich nun. Über den Dächern der Stadt.
Vor meiner Zukunft und hinter meiner Vergangenheit.
Die Lichter der Stadt verlauten Hoffnung,
auch wenn unsere heute gestorben ist.
Ich blicke zum Himmel.
Ich sehe die Sterne und da läuft meine Vergangenheit
an mir vorbei.
Und ich begreife, dass das Leben voller wertvoller
Begegnungen ist. Und dass du nur eine davon warst.
Ich sehe mein Leben Revue passieren.
All die Menschen, die mich geprägt haben.
All die Erfahrungen, die mich geformt haben.
Du warst eine davon.
Ich blicke in den Himmel.
Die zahllosen Sterne erinnern mich an jeden
Moment in meinem Leben. Du warst einer davon.
Es ist nicht richtig, etwas mehr Bedeutung zu geben,
als es Wert war. Als es ist. Denn es ist, wie es ist:
Jede Begegnung ist wertvoll.
Ich sehe die Lichter in der Ferne.
Ich kenne den Ausblick. Er ist mir vertraut.
Und du weißt, Menschen lieben Vertrautes.
Du weißt auch, dass Menschen Vertrautes auch dann
lieben können, wenn es sie zerstört.
Doch du wusstest nicht, dass du meine Geschichte
wiederholt hast.
Wie ein Regisseur, hast du das Skript meines
Lebens neuinterpretiert und mich zur Hauptdarstellerin
auserwählt.
Und ich habe mitgespielt. Ich wusste es nicht besser.
Ich wusste es nicht schlechter. Ich kannte es einfach.
Doch unser Stück endet hier und heute.
Hier sitze ich nun. Über den Dächern der Stadt.
Vor meiner Zukunft und hinter meiner Vergangenheit.
Die Lichter der Stadt verlauten Hoffnung,
auch wenn unsere heute gestorben ist.
Es ist kalt hier draußen. Ich friere, aber ich liebe
diesen Ausblick. Ich kann mich davon nicht trennen.
Noch eine Zigarette, noch ein Song, noch ein Moment.
Einen Augenblick noch über den Dächern der Stadt sitzen.
Um zu begreifen, dass aus der Entfernung alles klarer wird.
Um zu merken, dass der Himmel voller Sterne ist.
Um zu fühlen, dass man Vergangenes hier nicht leben kann.
Über den Dächern der Stadt.

starry-sky-1654074_960_720.jpg

Kolumne: In welchem Verließ bist du aufgewachsen?

Ich verspreche mir selbst regelmäßig, dass ich mich nicht mehr über krasse Verhaltensweisen von Menschen wundern und/oder ärgern werde. Doch dann komme ich immer und immer wieder in Versuchung und dann werde ich schwach. Man könnte es philosophisch formulieren und sagen: „Und dann kam einer, sah und brach den Highscore.“ Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass sich das Aufregen nichts bringt und dass sich Menschen nicht ändern werden. Und das müssen sie auch nicht. Ich für meinen Teil aber wiederum, muss nicht mit jedem zu tun haben und ich muss mir auch nicht alles gefallen lassen. Bei diesem Punkt (der klarerweise von mir selbst stammt) muss ich dennoch einhaken.

Manchmal ist das mit dem sich gefallen lassen (oh ja, Jesus der Rechtschreibung, das ist sicher nicht richtig formuliert, aber es ist 2 Uhr nachts und ich habe 12 Stunden gearbeitet und du kommst nicht für meinen Lebensunterhalt auf, also Psssst.) nicht so einfach: Manche Personen sind einfach so dreist und krass in ihrem Verhalten, dass sogar den Schlagfertigsten unter uns, die verbalen Schläge nicht gelingen wollen. Kennt ihr auch diese Schockstarre, aus der man erst 3 Tage später wieder erwacht? Das ist dann jener Moment, in dem einen 100 Antworten und Verhaltensweisen einfallen, die man anwenden hätte können….. Aber wie meine Oma schon immer schön sagte: „Hätt‘ i, war i…..“.

Umso älter ich werde, desto genauer weiß ich einerseits, was ich mir von einem Gegenüber, mit dem ich längerfristig eine Beziehung aufbauen möchte, erwarte. Andererseits erwarte ich mir von 70 Prozent der Menschheit eigentlich nur noch 3 Dinge: Bitte, Danke und einen Umgangston, der diejenige Person von einem Affen unterscheiden lässt (in der Hektik des Alltags kann ich mich doch nicht bei jeder Begegnung rückversichern, dass ich es doch wohl mit einem Menschen und keinem Tier zu tun habe – womit ich Tiere bestimmt nicht degradieren möchte.) Aber Hugo, ich sage dir ehrlich, es gibt immer wieder Leute, die nicht Mal diese 3 (aus meiner Sicht – ja, weil mein Text) minimalistischen Kriterien erfüllen können. Was bleibt einem da anderes über, als darüber zu schreiben? Hinnehmen ist so mainstream, alltäglich und standard.

Lass mich dir eine schöne Anekdote aus meinem Leben erzählen, bei der ich mir selbst noch immer nicht ganz sicher bin, ob es sich so zugetragen hat. Würde ich regelmäßig trinken, oder hätte ich schon jemals Drogen probiert, würde ich wirklich daran zweifeln, dass die Geschichte wahr ist. Da ich aber bevorzugt und vorrangig nüchtern durch’s Leben schreite, muss ich wohl annehmen, dass mir das wirklich widerfahren ist.

Es kommt manchmal vor, dass man Leute zu sich einlädt, weil man sich gut mit ihnen versteht und weil man einfach bei einem gemütlichen Gläschen zusammensitzen möchte. Da macht man sich dann eine Zeit aus und geht davon aus, dass der Besuch dann ungefähr zur vereinbarten Uhrzeit eintrifft. Doch Guntram-Alberto-Rodrigez sah das anders. Er meinte, mir eine halbe Stunde vor ausgemachter Zeit (natürlich auf mein Nachfragen nach seiner Ankunft) sagen zu müssen, er würde in zwei Stunden aufkreuzen.

Im Normalfall würden normale Leute verstehen, wenn man als Gastgeber dann leicht irritiert und auch leicht fordernd reagiert, wenn es darum geht, sich doch bitte an Zeiten +/- einer viertel Stunde zu halten (außer es gibt wirklich einen Grund, der die Verspätung rechtfertigt). GAR hingegen reagierte sehr mit Unverständnis und 3 Varianten dummer Ausreden in einer Nachricht zurück und erkundigte sich zeitgleich, ob denn auch Vodka vorhanden wäre.

Bitte nicht falsch verstehen: Mich freut es wirklich sehr, wenn sich Gäste in meinem Zuhause wohl fühlen. Doch wenn man es sich wie Guntram gleich Mal liegend auf den Gartenmöbeln bequem macht, weil man müde vom Tag ist, ist das für meine langweilige Normalität (hier bitte ein Sarkasmusschild vorstellen) schon etwas abnorm.
Ich bin zwar durchgängig heterosexuell, aber wenn mir ein behaarter Wanst entgegengestreckt wird, weil er mir gegenüber auf der Couch liegt, wäre ich dem homosexuell Sein nicht abgeneigt. Manche Männer können echt sehr unästhetisch sein. Da helfen nicht einmal zwei Gläser Wein und Dunkelheit.

Was macht man nun also, wenn man sich etwas in die Wohnung eingefangen hat, wie eine Art Zungenherpes und es wieder loswerden möchte? Genau, man hofft, dass es besser wird und ein Glas Vodka den Abend retten kann.
Doch es gibt Menschen, die sind unerhörter, als ungehörte Bands wie die Alpentaler Goaspatzen (falls es diese Band echt gibt: sorry!). Sie fordern allen Ernstes noch Pölster, damit sie bequemer sitzen können.

Der Punkt, an dem ich Menschen scheinbar endgültig rausschmeiße ist jener, an dem sie beschließen, es sich nochmal liegend bequem zu machen, um danach irgendwann einzuschlafen. Man fragt sich danach immer, wie so etwas passieren konnte und wie man so etwas durchgehen lassen konnte, bis man bemerkt, dass es Situationen gibt, die man so noch nie erlebt hat und man demnach auch keine Handlungsmöglichkeiten hat, auf die man zurückgreifen könnte.

Menschen ohne Werte, Respekt und Benehmen, fühlen sich an wie ein Wirbelsturm: Er kommt daher, wirbelt alles auf und hinterlässt offene Münder, die starren und begreifen wollen, was da gerade passiert ist!
Alles, was übrig bleibt ist:
1. Die Möglichkeit, den Schaden zu begrenzen und den Kontakt abzubrechen (wenn man mit einer Person dennoch auskommen muss, ihn minimieren)
2. Sich zu fragen, welche Eltern solche Kinder aus dem Haus lassen
3. Ob es weiterhin Menschen gibt, die in einem Verließ gehalten werden, um dann von Zeit zu Zeit Ausgang zu bekommen.
4. WTF
5. Das Bedürfnis, sich zu fragen, wie man zur Ehre kommt, eine solche Person in sein Leben zu ziehen.
6. Das Rätseln, wie man es hätte verhindern können, dass es soweit kommt.
7. WTF
8. Das Hadern mit sich, ob man seine Kriterien, die ein „Bitte, danke und das Acht geben auf das Gegenüber, einschließen, auch noch über Bord werfen sollte.
9. Das Mutmaßen, wie man zur Ehre kommt, eine „billige Bitch“ und ein „Pfosten“, der gehen und seine Probleme lösen soll, genannt wird, weil man eine Grenze unter das abnorme Verhalten setzt.
10. Die Frage, wie schlecht man eigentlich der deutschen Sprache mächtig sein kann.

Ich habe auf jeden Fall einen ernst gemeint Rat für euch: Lasst euch nicht auf Menschen ein, die euch nicht ebenbürtig sind! Irgendwann werden sie versuchen, euch auf ihr Niveau zu ziehen. Und sie werden das Wort Niveau so schreiben: Nivea.

Entsetzte Grüße,
Eure Nicole

nivea-1495475_1280

Besuche Nicole Inez – Deine PsychoLogin auch auf:

1487807947_facebook_social_media_logoFacebook
1487808061_twitter_social_media_logoTwitter
1487808326_pinterest_social_media_logoPinterest
1487808005_instagram_social_media_logoInstagram
1487808025_google_social_media_logoGoogle+
1487809166_blogger_social_media_logoBloglovin